Grand Design - Time Elevation

Grand Design – Time Elevation (Review & Kritik)

Grand Design - Time Elevation
Grand Design - Time Elevation

Die Schweden von Grand Design haben sich der guten alten Hard Rock Musik im besten Stil der 80er Jahre verschrieben. Gegründet hat sich die Band um Pelle Saether 2006 und mit der LP „Time Elevation“ liegt mir nun deren Debüt vor. Die Hair-Metal Fraktion und Freunde von Def Leppard, Scorpions oder Europe sollten sich diese Zeitreise in die Blütezeit des Hard Rock auch ohne mein Review schon einmal genüsslich zu Gemüte führen. Alle anderen seien nachfolgende Zeilen ans Herz gelegt.

„Früher war alles besser.“ Dieser, zugegebenermaßen überstrapazierte, Ausspruch wird häufig verwendet. Besonders häufig hört man ihn bei Metallern älteren Semesters. Nämlich dann, wenn über die goldenen 80er Jahre geschwärmt wird. Und in der Tat war es das Jahrzehnt des klassischen Heavy Metal. Das heute so lieb gewonnene Lebensgefühl fand ihren Höhepunkt und Bands wie Def Leppard, Dio oder auch Queensryche machten sich auf, bewaffnet mit Löwenmähne und E-Gitarre, die Rock-Olympe dieser Welt zu erobern. Heute reicht es ja schon aus uninspiriert die Double-Bass-Drum zu malträtieren, die E-Gitarre zu vergewaltigen und wie eine brunftige Ziege ins Mikro zu jaulen das die Trommelfelle zu rebellieren beginnen. Nun bin ich mit meinen 25 Jahren nicht der Älteste und kann erst Recht nicht für meine vorangegangene Generation sprechen. Doch ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn den oben genannten Bands hinterher getrauert wird. Denn schließlich gab es in diesem Bereich in den letzten Jahren kaum nennenswerte Neuentdeckungen. Und somit möchte ich die Brücke zum vorliegenden Album „Time Elevation“ von Grand Design schlagen.

Grand Design in typisch lässiger Pose
Grand Design in typisch lässiger Pose

Die Band selbst steht in diversen Interviews zu den alten Bands und aus diesem Grund hat sich das musikalische Vorhaben, die alte Zeiten wieder aufleben zu lassen, auch immer mehr zum einen eigenständigen Ganzen geformt. Und genau dies ist schon ab dem ersten Song „Love Sensation“ nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren. Die Produktion, die Instrumentierung und vor allem der geniale Gesang des Sängers sorgen sofort für ein wohliges Vertrautheitsgefühl des Hörers. In meinem Fall kam noch der Gänsehautfaktor dazu. Denn schließlich durfte ich feststellen, dass über das ganze Album über ein gleich bleibend hohes Niveau herrscht. Die Jungs beherrschen ihre Instrumente bis ins letzte Detail: in einem guten Album ist es nicht nur wichtig, gute Kompositionen zu haben, sondern auch das Können die verschiedenen Instrumente so anzubringen, dass sie sich hervorragend ergänzen. Und genau das ist hier vollends der Fall. Trotzdem besitzt jeder Song noch den nötigen Freiraum für krachende Solis. Das Schlagzeug sorgt für den richtigen Rhythmus und der Bass gibt den Kompositionen noch die nötige Tiefe. Bei dieser Band macht es wirklich Spaß, die Songs regelrecht auseinander zunehmen und zu analysieren. Aber nicht nur die instrumentale Seite stimmt, sondern auch der Gesang und die Melodieführung. Denn die Liebe zur Melodie wird hier ganz, ganz groß geschrieben, was vor allem in den mehrstimmigien Refrains gipfelt.

Außerdem gibt es keinen nennenswerten Totalausfall. Jeder Song weiß auf seine eigene Art zu begeistern. Ganz besonders möchte ich aber den Song „Piece Of The Action“ herausstreichen. Hier handelt es sich nicht nur um einen Song. Es handelt sich um eine Hymne! Und nicht nur das: solch einen Mördersong habe ich seit vielen, vielen Jahren nicht mehrt gehört. Es haut einen einfach um, wenn man diese Passion und Spielfreude hört. Dazu kommt ein Wirbelwind an Gitarrensoli, die genretypischen Chöre und Backgroundvocals sowie die bereits erwähnte kraftvolle Gesangsleistung Saethers. Schon allein wegen diesem Song würde es sich lohnen, die CD zu kaufen. Aber auch andere Songs wie die Mid-Tempo Nummer „Sad Sound Of Goodbye“ oder das eher experimentelle „Sheik Iddup“ wissen durch das druckvolle Arrangement zu gefallen. Und nach neun durchgehend rockigen Songs, bei der keine lange Mähne ruhig bleibt, gibt es noch mit „Love Will Know“ eine wunderschöne und herrlich kitschige Ballade samt Akustikgitarre. Hey, auch das gehört zum Heavy-Metal der 80er.

Avatar-AnchantiaFazit:

So langsam mausert sich Skandinavien wohl zum Hard Rock Mekka, oder? Erst transportieren Finnlands Firenote den Glam-Metal in die Neuzeit und nun gibt es mit Grand Design eine weitere Liebeserklärung an die Bands der 80er Jahre. Nein, diese Band versucht erst gar nicht modern zu sein und das müssen die Jungs auch nicht. Trotzdem bleibt es abzuwarten, ob die Jungs in ihrer Heimat an die Erfolge ihrer Landsmänner von Europe anknüpfen können. Das Können haben sie in jedem Fall.

Tracklist:

1. Love Sensation
2. Slugged Out
3. Air It Out
4. Piece Of The Action
5. Sad Sound Of Goodbye
6. No Time For Love
7. Hello Mr. Heartache
8. Let’s Go Down Fighting
9. Sheik Iddup
10. Love Will Know

 

 

 

(9 von 10)
(9 von 10)

Anspieltipps:

– Piece Of The Action (was für ‘ne Hymne *schmacht*)
– Sad Sound Of Goodbye
– Air It Out

Label: Metal Heaven

VÖ: 23.10.2009

MySpace-Page von Grand Design


 

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