Ein Wikinger!

Gwydion – Horn Triskelion (Review und Kritik)

Ein Wikinger!

Das Viking Metal nicht zwingend aus Skandinavien kommen muss, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Bands wie Nomans Land, Elexorien oder heimische Größen wie Falkenbach und Equilibrium haben dieses unter anderem durchaus gezeigt. Nichts desto trotz mutet es seltsam an, wenn eine Band aus Portugal sich ebenfalls diesem Thema widmet. Was wird man von einer Band erwarten können, die so weit von den nordischen Gefilden entfernt liegt? Lest hier!

Gwydion wurden schon 1995 gegründet, damals noch als Black Metal Kapelle. Die ersten Jahre für die Band waren schwer, mussten die Fähigkeiten an den Instrumenten noch verbessert und die Uneinigkeiten über den finalen Musikstil beigelegt werden. Zu dieser Zeit wurden drei Demos aufgenommen und unzählige Gigs gespielt, doch trotz alledem hatte die Band schwere Zeiten vor sich. In der Periode von 2001-2004 gab es einige Besatzungswechsel, die zwischenzeitlich zum völligen Stillstand führten. Nichts desto trotz ging es nach dieser Phase erst richtig los. Im Jahre 2007 nahmen sie ihr erstes Album Ynys Mön auf und publizierten dies 2008 über Trollzorn. Nun, zwei Jahre später, folgt ihr Zweitlingswerk, auf das wir jetzt endlich zu sprechen kommen!

Der Trend im Viking Metal allgemein geht bekanntlich hin zu epischeren Klängen, Liedern voller Bombast. Hierbei ist es so wichtig wie kaum wo anders, wie die Umsetzung ausgefallen ist, klingen diese Passagen doch oft einfach nur schlecht. Auf den ersten Blick machen Gwydion alles richtig. Das Intro The Departure und der Folgetrack Fara I Viking haben Soundtrackqualitäten! Mit vordergründigen Keyboards und eingängigen Riffs werden die Strophen zum Refrain getragen, wo es dann, in Form von choralen Gesängen, zum epischen Höhepunkt des Songs kommt.

Nach diesem mehr als grandiosen Einstieg kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Leider falsch gedacht, denn schon der dritte Song der Scheibe, From Hel to Asgard bedient sich alter Pagan/Viking/Humppa Strukturen kombiniert mit den choralen Refrains. Die Stimme des Sängers Ruben Almeida glänzt schon innerhalb der ersten Tracks durch Vielseitigkeit, erinnert Stellenweise doch aber Stark an den Frontmann von Alestorm. Doch nicht nur die Vocals erreichen Alestorm Ähnlichkeiten, auch Lieder wie Mead of Poetry klingen stark nach den Schotten.

Das Album lässt sich prinzipiell in zwei Gruppen aufteilen: Klischeehafte Feiersongs und epische Kompositionen. In den letzt genannten liegt auch der große Pluspunkt für Gwydion, denn eigenständiger könnten die Kompositionen kaum sein. Der Umkehrschluss sagt jedoch aus, dass die Lieder für fröhliche Saufgelage der große Minuspunkt sind, sie verlieren hier jegliche Eigenständigkeit und machen sich austauschbar. Eines ist für beide Gruppen jedoch gleich: Die durchweg gelungene Produktion. Einziger Streitpunkt wäre hier, ob die Gitarren in den eposartigen Stücken je nach Geschmack etwas zu weit im Hintergrund stehen, das muss letztendlich aber jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit:

Euer Autor!

Horn Triskelion ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite stehen diese großartigen Kompositionen wie Fara I Viking, The Terror of the Northern und Ofíussa (A Terra das Serpentes) und auf der Anderen dann so nichts ausdrückende Tracks wie Mead Poetry, From Hel to Asgard und Odhinn’s Cult. Wer Freude an Bands wie Alestorm, Turisas und den neuen Eluveitie hat, wird sicherlich das komplette Album ansprechend finden, wer eher Bands wie Thyrfing erwartet wird seine Probleme mit zweitgenannten Stücken haben und wer weder noch mag greift lieber nicht zu.

Tracklist:

  1. The Departure
  2. Fara I Viking
  3. From Hel to Asgard
  4. Ofíussa (A Terra das Serpentes)
  5. Mead of Poetry
  6. Triskelion Horde is Nigh
  7. Odhinn’s Cult
  8. At the Slumbel
  9. Cold Tempered
  10. The Terror of the Northern
  11. Six Trials to become a Beerzerker

Spieldauer: 50:54

Wertung:

7/10

Anspieltips:

Fara I Viking, The Terror of the Northern | Mead of Poetry, Odhinn’s Cult

Veröffentlichung:

bereits erschienen.

Gwydion bei Myspace

Gwydion – Homepage

Merchandise bei Trollzorn

About nilgoun

Check Also

Stone Sour besser denn je: Hydrograd

Vor 25 Jahren hat Slipknot Frontmann Corey Taylor Stone Sour gegründet. Auch wenn es eine …