Niewelkraien

Heimdalls Wacht/ Winterlieke/ Heervader – Niewelkraien (Split/ Review und Kritik)

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Heimdalls Wacht/ Winterlieke/ Heervader – Niewelkraien (Split/ Review und Kritik)

Bei westphälischen Germanen dürfte in diesen Tagen das Herz höher schlagen, denn die Pagan Metal Größen Heimdalls Wacht haben sich mit den noch recht jungen Black Metal Bands Winterlieke und Heervader zusammen getan um einen Track zur EP „Niewelkraien“ bei zu steuern. Fans können also wieder in Schlachtengeschrei ausbrechen, zu den Schwertern greifen und dabei das ein oder andere Ohr an zwei hoffnungsvolle neue Kapellen riskieren.

Das Heimdalls Wacht dabei das Aushängeschild der EP sind versteht sich von selbst. Nach ihren erfolgreichen drei Alben und Ohrwurmhits wie „Weißes Pferd auf rotem Grund“ hat sich die nordrhein-westphälische Truppe zurecht einen großen Namen in der Pagan Black Metal Szene gemacht. Das sie selbst dabei nur mit dem Song „Threnos (Ursprung Teil II)“ vertreten sind, macht den Kauf für einen Fan natürlich bitter, aber immerhin ist dieses Stück über dreizehn Minuten lang da sich die Münsterländer, zumindest vorerst, ungewohnt ruhig verhalten. Langsamer Cleangesang zu einer eher düsteren Atmosphäre schaffen zunächst einmal den Eindruck einer Ballade, bevor man sich zur Mitte hin auf die rauen und bösartigen Pfade des Black Metal zurück bewegt. Sänger Narhemoth beweist eindrucksvoll wie viel gekeife seine Lungen zu geben bereit sind und auch musikalisch ist das Stück sehr hörenswert, wenn auch kein Überhit.

Heimdalls Wacht
Heimdalls Wacht

Natürlich bleibt die Hoffnung, dass Heimdalls Wacht ihre Mitstreiter wie Winterlieke nicht nur mit durchziehen – man möchte immerhin noch etwas mehr von der Scheibe haben als ein Lied. Ihr Song „Nebelkrähen“ klingt zumindest erst einmal überraschend – keine Spur von Pagan, Germanentum, was auch immer… nur purer, gehässiger Knüppel-Black-Metal mit einem leichten Touch ins depressive. Leider noch ohne großen Wiedererkennungswert, da dies aber die erste Veröffentlichung der jungen Gruppe ist sei es ihnen verziehen – immerhin bleibt noch die Hoffnung auf die schön etwas erfahreneren niederländer „Heervader.“

Die Holländer waren besonders fleißig, und warten mit ganzen zwei (für mich unaussprechlichen) Titeln auf, die da „Berserkgangr“ und „Voorwaarts!“ heißen. die Germanen/ Wikinger (…) unter den Hörern wird dabei ganz besonders freuen, dass der große Black Metal Anteil der bisher vorgeherrscht hatte bei den beiden Niederländern wieder gewaltig zurück geschraubt wurde um auch einer Menge Folk Elementen wieder Platz zu machen. Selbst akustikklänge finden hier Platz und verschaffen der recht düster begonnenen EP ein recht ruhiges Ende.

Tobias "Zigeunerjunge" Geers
"Zigeunerjunge"

Fazit: Wer jetzt „Heimdalls Wacht“ gelesen hat und direkt in irgendeinem Online Shop auf „kaufen“ geklickt hat, könnte jetzt die Arschkarte gezogen haben. Mir gefällt die EP, aber ich lege auch nicht zwangsweise Wert darauf das überall „Odin“, „Thor“ oder ähnliches drauf steht. Der Schwarzmetallanteil an dieser Scheibe ist nicht gering und Fans der „Hauptband“ sollten vorher rein gehört haben, denn besonders Winterlieke spielen doch etwas gänzlich anderes als die Münsterländer. Ein Lied könnten dem ein oder anderen das Geld nicht wert sein. Aber was soll ich sagen? Heimdalls Wacht könnten es besser, Winterlieke bewegen sich auf den Pfaden einer Demoband mit Kassetenrekorder und Heervader sind die eigentlichen Helden der Scheibe – so lässt sich das kurz und bündig zusammen fassen.

Tracklist von „Niewelkraien“

  1. Heimdalls Wacht – Threnos (Ursprung Teil II)
  2. Winterlieke – Nebelkrähen
  3. Heervader – Berserkgangr
  4. Heervader – Voorwaarts!

( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltips:
> Heimdalls Wacht – Threnos (Ursprung II)
> Heervader – Voorwaarts!

Erscheinungstermin:
Bereits erschienen

http://heimdallswacht.de/

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