Hijos de mayo - In sound underground

Hijos de mayo – In sound underground (Review und Kritik)

Hijos de mayo - In sound underground

Im Moment scheinen sich die Niederlande ja etwas weg vom Kirmestechno hin zu ernsthafter Rock/Metal-Musik zu wandeln, immerhin tauchen gerade in letzter Zeit immer mehr hochklassige Bands auf, die es zu beachten gilt! Und auch Hijos de mayo (was natürlich sehr holländisch klingt) schlagen mit In sound underground eine Kerbe ins Käsebrett der liberalsten eurpäischen Nation. Stoner- plus Postrock, viel Psychedelic und haufensweise 70er-Atmosphäre wissen mich absolut zu begeistern!

Allem voran steht dabei die charismatische Stimme von Sängerin Boukje, die in ihren zerbrechlichen und dennoch kraftvollen Momenten nahezu herzzerreissend ist wie im Refrain-Part des Openers „Silence Unsaid.“ Manchmal übertreibt es die gute Dame mit dem Timbre aber etwas, was dem ganzen jedoch auch einen gewissen exzentrischen Touch verleiht. Auf instrumentaler Seite ist alles im Lot, die Gitarren braten gut, die Basslinien sind eigenständig, das Drumming ist nicht aussergewöhnlich, aber passend zurückhaltend. Im Hintergrund wabern und rauschen immer wieder Hawkwindsche Synthie-Geräusche umher, was der Musik viel Raum verschafft und durchaus ein mysthisches Ambiente heraufbeschwört.

Hijos de majo

Die Gitarrengewitter werden immer wieder von ruhigen Momenten unterbrochen, Abwechslung ist also reichlich vorhanden. Gerade dann fühlt man sich auch ein bisschen zu mancher 80er Goth Rock-Band hingezogen. „Ambition Time“ ist da wohl das beste Beispiel, auch für das etwas übertriebene Stimmenzittern. Manchmal packt Boukje auch spitze Schreie aus, was sich durchaus hören lassen kann. Ein Neunminüter wie Faced Down wird dadurch noch abwechslungsreicher, das darauffolgende kurze „Give me chliches“ nimmt ordentlich Fahrt auf und rockt auf den Punkt los. Keine Ausfälle, immer atmosphärisch auf der Höhe und mit vielerlei Ideen gespickt. Sei es das rein psychedelische „Ode to a dress“ oder das jazzig vertrackte „Working class hero.“

Fazit:

Ein wirklich gelungenes Album, welches im Moment noch kostenlos geladen werden kann. Ich hoffe doch, dass die Platte aber auch als Silberling erscheinen wird, denn das hat die Band absolut verdient! Wer mit Sachen wie „Made out of babies“ was anfangen kann, sollte hier unbedingt reinhören!

Trackliste:

1.Silence Unsaid
2.Ambition Time
3.Dull as Ditchwater
4.Smashing Beauty
5.Faced Down
6.Give Me Cliches
7.In Sound Under Ground
8.Ode to a Dress
9.Working Class Hero

8/10

Bandcamp-Download-Link

Hijos de mayo-Homepage

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