Ignis Fatu - Es werde Licht

Ignis Fatuu – Es werde Licht (Review und Kritik)

Ignis Fatu - Es werde Licht
Ignis Fatuu - Es werde Licht

Folk Metal ist mittlerweile bei weitem keine Seltenheit. Mehr und mehr Bands beschäftigen sich in ihren Songs mit Themen wie Hexen und Drachen und untermalen diese mit Dudelsack, Geigen und Flöten. Vielleicht reizt genau dieser Konkurrenzkampf die fünf Franken von Ignis Fatuu. Mit obengenannten Elementen versuchen sie sich unter vielen Folk-Bands Aufmerksamkeit zu verschaffen. Doch gelingt es der Gruppe mit kleinen Feinheiten den Unterschied zu machen und sich von anderen Folk-Bands abzusetzen?


Ignis Fatuu
Ignis Fatuu

Das erste Full-Length-Album der Band beginnt mit dem rockigen Song „Auf der Flucht“, das durch schnell gespielte Violinen eingeleitet wird. Später setzen rockige Gitarren ein, die den Track interessant machen. Einige Tempowechsel sorgen für Abwechslung und das Lied setzt sich mit ebendiesen vereinten Mitteln im Ohr des Hörers fest. „Nordwind“ ist ein angenehmer Song, bei dem es zwar nicht ganz so schnell her geht, wie beim ersten, jedoch weiß auch dieser Track durch ein eingebrachtes Gitarrensolo und rockige Klänge zu überzeugen. Ruhiger wird es beim dritten Lied „Dein Stern“. Violinen leiten die Ballade ein und im Hintergrund setzt dezent das Schlagzeug ein. Zum ersten mal auf dieser Platte bekommt der Hörer eine Kostprobe der weiblichen Sängerin Irene, die außerdem Dudelsack, Schalmeien und Flöten spielt. Der Track gewinnt in seinem Verlauf an Härte, behält jedoch seine melancholische Emotionalität. „Narrenweib“ ist wieder ein recht schneller Song, der mit einem Flötensolo eingeleitet wird. Ein Violinensolo verleiht dem Lied einen melodischen Charakter und durchsetzt den Track mit einigen Tempowechseln, die harmonisch und wohlklingend eingesetzt worden sind.


Ignis Fatuu live
Ignis Fatuu live

„Sehnsucht“ wird dominiert von Gitarrenriffs, die von Flöten und Violinen untermalt werden. Auch hier setzen die weiblichen Vocals wieder ein und gibt dem Lied einen völlig neuartigen Charakter. Hier bekommt Irene mit ihrer einzigartigen Stimme einen Solopart, der ebenso gelungen und passend ist. Das vom Dudelsack eingeleitete Stück „Illusion“ gewinnt mit dem Einsetzen der Gitarren zunehmend an Härte. Die Kombination von Dudelsack und Gitarren erinnern leider ein wenig an In Extremo, was durch die nun etwas tieferen Vocals von Frontmann Alexander verstärkt wird. „Drachenreiter“ bringt Abwechslung in das Album der Franken, das mit Drums und Dudelsack einsetzt. Der Titel wird jedoch immer wieder in den Lyrics wiederholt, was den Track nach einer Weile doch ziemlich eintönig erscheinen lässt. Zum Ende hin klingen die harten Instrumente immer mehr ab und leiten das nächste Stück „Einsam“ ein. Dieses scheint wunderschöne Ballade zu sein, die von ruhigeren Flöten untermalt wird. Nach und nach setzt aber auch hier wieder der Dudelsack ein. Die Vocals von Alexander und Irene durchziehen den ganzen Song mit einem emotionalen Hauch, der jedoch einen starken Kontrast zu den schnelleren Parts bildet. Die folgenden Lieder bilden keine große Abwechslung zu einem gewöhnlichen Mittelalter-Track und heben sich nur durch die Stimme des Frontmanns von anderen Gruppen ab.

Morphine Fazit: Nicht übel, aber auch nicht vom Hocker reißend. Die einzelnen Songs der Platte sind zwar schön anzuhören und versprechen einem Mittelalter-Fan wahrhaftig nicht zu viel, jedoch sind sich viele Stücke doch in ihrem Aufbau ziemlich ähnlich und bleiben somit größtenteils nicht im Gedächtnis. Die beiden Balladen dieses Albums haben zwar einen schönen Ansatz, verfallen dann jedoch zurück in das Schema F der Band und bleiben somit nicht einzigartig. Alles in allem lässt sich diese Platte gut hören, gerade die Vocals von Alexander und Irene sind überzeugend und wandlungsfähig und somit sowohl für ruhige Balladen, als auch für rockige, harte Metalsongs tauglich. Was mich jedoch stört ist, dass erstere Eigenschaft der Stimmen nicht genutzt wird und die Melodien teilweise doch sehr an In Extremo und ähnliche Mittelalterbands erinnern.

Trackliste:

  1. Auf der Flucht
  2. Nordwind
  3. Dein Stern
  4. Narrenweib
  5. Sehnsucht
  6. Illusion
  7. Drachenreiter
  8. Einsam
  9. Frühlingsreigen
  10. Spielmann
  11. Zeit
  12. Zauberspruch
  13. Wächter der Nacht
7,5/10
7,5/10


Anspieltipps:

Auf der Flucht, Nordwind.

Erscheinungsdatum:

9. November 2009

Ignis Fatuu auf MySpace

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