Illdisposed - To Those Who Walk Behind Us

Illdisposed – To Those Who Walk Behind Us (Review und Kritik)

Illdisposed - To Those Who Walk Behind Us
Illdisposed - To Those Who Walk Behind Us

Viele Vertreter härterer Gangarten des Metal fühlen sich verpflichtet diese Härte auch konsequent in ihren Auftritten und ihrer Musik umzusetzen. Oftmals sind auch Einflüsse aus anderen Stilarten nicht gern gesehen. Illdisposed gehören bekanntlich nicht zu einer solchen Gruppierung und zeigen dies auch erneut mit ihrem neuem Output „To Those Who Walk Behind Us“.

Auf ihrem nunmehr 11. Studioalbum zeigen Illdisposed, dass sie ihrer Linie treu bleiben. Zwar haben sie die Experimente, welche auf den letzten beiden Alben zu hören waren, wieder zurückgeschraubt, aber dennoch eine gehörige Portion Groove eingepackt.

So zeigt schon der Opener Blood on your Parade, dass Illdisposed in der Lage sind sehr melodischen und groovigen Death Metal zu spielen. Wer nun aber denkt, dass durch die rockigen Einflüsse die Härte komplett vergessen wird, irrt.  Sänger Bo Summers versteht es auch in diesem Gefilde die Künste des harschen Gesangs voll auszuspielen und den Songs einen eigenen Touch zu verleihen.

Grade wenn man sich als Höhrer an die etwas „ruhigeren“ Lieder gewöhnt hat, schlägt der dritte Track des Albums zu und macht deutlich, dass man auch anders kann. Just Come And Get Me beginnt mit harten Riffs, Schlagzeuger Michael Enevoldsen malträtiert sein Instrument und schliesslich setzt nach einiger Verzögerung auch der gewohnt tiefe Gesang ein. Deutlich härter als die Vorgänger verliert aber auch Just Come And Get Me nicht an Melodiösität. Generell scheint das Album erst ab Track drei richtig fahrt aufzunehmen.  In den folgenden Tracks findet sich immer mehr Hass und Härte, welche immer seltener von Melodien unterbrochen werden.

Die Band
Die Band

Beim fast Titeltrack To Those Who Walk Behind Me schien die Band doch noch schwach geworden und dem Drang etwas experimentelles in den Track zu legen nachgegeben zu haben. So ist über das gesamte Lied ein gewisses „Brummen“ wahrzunehmen, welches sich später als Elektroeinfluss herausstellen soll. Hier ist anzumerken, dass eben dieses „Brummen“ recht störend ist, da es durchaus als hintergründiges Rauschen der Box zu deuten sein kann.

Mit dem nachfolgendem Track If All The World… werden wieder mehr Melodien mit eingepackt. So wird der Höhrer hier mit Midtempo Riffs und ordentlichem Drumming ins nächste Lied geführt, welches sich aus dem eigentlichen Stil des Albums abheben soll. My Number Is Expired kommt im Intro noch recht lebendig rüber, verliert aber zwischenzeitlich an Druck und der Song wird recht doomig mit gesprochenen Textpassagen. Die letzten drei Tracks sind wieder in gewohnter Manier, jedoch jeder mit seinem eigenem Charme. Als Beispiel sein das Outro der etwas anderen Art bei Johnny und  der dänische Gesang und die Elektroeinflüsse bei Nu Gik Det Lige Sa Godt genannt.

Fazit:

nilgoun
nilgoun

Mit To Those Who Walk Behind Us haben Illdisposed wiedereinmal ein sehr abwechslungsreiches Album geschaffen, welches durchaus etliche Stunden im Player verweilen kann ohne Langweile aufkommen zu lassen. Kaum eine andere Band kann so verschiedene Einflüsse so gekonnt in Szene setzen und dabei trotzdem ihrer Musik treu bleiben wie Illdisposed dies tun. Einziger Kritikpunkt in meinen Augen ist, das vorhin erwähnte „Brummen“. Alles in allem eine sehr gute Produktion und eine Kaufempfehlung für alle, die etwas experimentellem Death Metal nicht abgeneigt sind.



Tracklist:

  1. Blood On Your Parade
  2. For The Record
  3. Just Come And Get Me
  4. Seeking Truth – Telling Lies
  5. Sale At The Misery Factory
  6. To Those Who Walk Behind Me
  7. If All The World…
  8. My Number Is Expired
  9. Johnny
  10. This Unscheduled Moment
  11. Nu Gik Det Lige Sa Godt

Wertung:

9/10
9/10

Anspieltipps:

Blood On Your Parade

Seeking Truth – Telling Lies

Nu Gik Det Lige Sa Godt

Veröffentlichung:

28.09.2009


Illdisposed Myspace

Illdisposed Homepage


About nilgoun

Check Also

*Copyright by Michael Roob

Vorlieben, Macken und Jugendsünden – Elli Berlin im Interview!

Laut, ausdrucksstark und verdammt heiß – so zeigt sich Frontfrau Elli Berlin von „Null Positiv“ …