Daniel Svensson - In Flames

In Flames – Interview mit Daniel Svensson

Daniel Svensson - In Flames
Daniel Svensson - In Flames

Am vergangenen Sonntag bot sich mir die großartige Gelegenheit mit Daniel Svensson, dem Drummer der schwedischen Melodic Death Metaller In Flames, ein paar Minuten reden zu können.

Am späten Nachmittag, ein paar Stunden vor dem Auftritt im Rahmen der Taste Of Chaos Tour 2009, traf ich Daniel Svensson auf dem Gelände der Columbiahalle in Berlin. Wir zogen uns in den Tourbus, in die äußerst bequeme Sitzecke zurück und nahmen entspannt Platz.

Heiland: Hi Daniel.

(Aus dem Hintergrund: Willst du ein Bier?)

Heiland: Ich trinke was ihr da habt.

(Aus dem Hintergrund: Das ist cool, ist Jupiler okay?!)

Heiland: Daniel, wie geht´s dir?

Daniel: Mir geht´s bestens.

Heiland: Ihr seid dieses Jahr durch die ganze Welt getourt, jetzt seid ihr zurück in Europa und heute hier in Deutschland. Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen Europa und dem Rest der Welt?

Daniel: Das ist eine große Sache. In Europa können wir unsere große Bühnenshow aufbauen, das geht außerhalb Europas nicht wirklich. Das ist der größte Unterschied. In Sachen Publikum…das ist eigentlich weltgleich das selbe.

Heiland: Gibt es etwas Besonderes in Deutschland?

Daniel: Nicht wirklich. In den USA wird mehr gemosht und in Europa stärker mitgesungen, aber im Prinzip sind unsere Fans überall sehr ähnlich.

Heiland: Vor 2 Tagen habt ihr in Antwerpen gespielt. Jetzt ist in eurem Gästebuch eine Debatte über einen „Kamera-Vorfall“ entbrannt. Kannst du mir dazu was erzählen?

Daniel: Da war ein Typ im Publikum der das komplette Konzert filmte. Der Hauptgrund aus dem wir den Song stoppten war, das unser Freund vom Fan Club vor der Bühne Fotos gemacht hat. Dann sah er diesen Typen und versuchte über die Absperrung hinweg ihm die Kamera zu entreißen. Da kam es beinahe zum Kampf und wir unterbrachen den Song einfach weil wir die Sicherheit unseres Freundes Neill gewährleisten wollten. Das war wirklich eine unschöne Sache.

Heiland: Gibt es vielleicht ein oder zwei Anekdoten von eurer Tour die du hier erzählen könntest? Etwas lustiges, nicht sowas wie diesen „Kamera-Vorfall“.

Daniel: Es ist schwierig rückblickend lustige Geschichten zu erzählen, es ist einfacher wenn man dabei ist. Es gab aber ein paar seltsame Zwischenfälle, z.B. mit der Security während den Shows, die waren wirklich schlimm teilweise. Wir mussten Songs unterbrechen, weil ein Security einen Zuschauer ins Gesicht geschlagen hat. Der Typ im Publikum versuchte über die Absperrung zu klettern, weil er völlig eingeklemmt war und in Panik geriet. Da kam der Security auf ihn zu und hat ihn einfach ins Gesicht geschlagen. Sowas ist einfach abartig. Aber was lustige Geschichten angeht…das ist hart, es ist nie lustig wenn man veruscht sowas hinterher zu erzählen.

Heiland: Bis zum heutigen Tag habt ihr bereits über 80 Shows in diesem Jahr gespielt und am Ende des Jahres werden es fast 100 sein. Ist es überhaupt möglich jeden einzelnen Auftritt zu genießen und jeden Abend Spaß zu haben?

Daniel: Ja, absolut. Das Problem ist vielmehr den Tag vor der Show zu genießen. Wir lieben es einfach auf der Bühen zu stehn, deshalb tun wir das ja auch. Niemand zwingt uns zu irgendetwas. Das Problem sind die 23 Stunden des Tages neben der Show, aber sobald wir die Bühne betreten genießen wir das definitiv.

Heiland: Und wie ist es um eure körperliche Verfassung bestellt, wird man nicht müde gegen Jahresende?

Daniel: Nicht wirklich, man gewöhnt sich daran. Es ist keine so harte Arbeit 90 Minuten auf der Bühne zu stehen. Es sieht anstrengender aus, als es ist. Im Vergleich zum Auftritt denke ich, das Bier der größere Feind ist.

Daniel Svensson in Aktion
Daniel Svensson in Aktion

Heiland: Wie bereitet ihr euch eigentlich auf eine so lange Tour vor?

Daniel: Wenn es die erste Tour zu einem Album ist, dann müssen wir natürlich viel proben, aber sonst spielen wir ein oder zwei Mal und haben die Songs drauf. Irgendwelche speziellen Rituale haben wir allerdings nicht.

Heiland: Habt ihr bei einem Event wie heute Abend eigentlich persönlichen Kontakt zu den andern Bands wie Heaven Shall Burn oder Killswitch Engage?

Daniel: Ja, die Jungs von Killswitch kannten wir schon vorher von ein paar Auftritten in den USA. Das sind echt nette Kerle. Heaven Shall Burn haben wir noch nicht getroffen, wir spielen heute das erste Mal gemeinsam.

Heiland: Gibt es heute schon Pläne für Konzerte und Festivals in 2010?

Daniel: Wir werden im Januar in Asien touren und danach den Rest des Jahres eine Auszeit nehmen um ein neues Album aufzunehmen. Hoffnetlich können wir im Sommer damit beginnen. So wie es heute aussieht spielen wir sonst keine weiteren Shows nächstes Jahr. Wir sind ja auch schon 2 Jahre mit dem Album unterwegs.

Heiland: Auch keine Festivals im Sommer?

Daniel: Nein. Wenn wir ein super Angebot bekommen, dann vielleicht, aber generell wollen wir versuchen die Auszeit einzuhalten. Wir waren die letzten beiden Sommer schon mit „A Sense Of Purpose“ unterwegs, wir wissen nicht ob die Leute das noch einen dritten Sommer hören wollen. Wir werden sehen.

Heiland: Du hast gesagt, ihr plant ein neues Album. Ist vielleicht auch eine neue DVD in Planung und gibt es schon irgendetwas konkretes zu dem anstehenden Album?

Daniel: Nein, das einzige was wir wissen ist, das ein neues Album geben wird, aber wir haben keine Ahnung wie es klingen wird, wie es aussehen wird oder was es sonst beinhalten wird. Wir schreiben niemals Musik während wir auf Tour sind. Wir beenden die Tour, nehmen uns etwas Zeit und gehen ins Studio um ein Album aufzunehmen. Wir wissen nicht mehr, als das es ein Album geben wird, welches wahrscheinlich 2011 erscheint.

Heiland: Können wir wieder mit Zusatzmaterial rechnen, wie es schon „A Sense Of Purpose“ dabei war? Es war echt sehr cool sich das anzusehn.

Daniel: Nicht nochmal in der selben Art, aber…wir werden sehen.

Heiland: Ich denke, spätestens nach „The Soundtrack To Your Escape“ kamen unter euren Fans Stimmen auf die meinten ihr würdet zu soft werden und die Themen würden sich so stark ändern. In der Vergangenheit hat Anders über die Zukunft der Menschheit geschrieben und gesungen, oder beispielsweise ging es auf dem Konzeptalbum „Whoracle“ um den Untergang der Zivilisation. Auf euren neueren Scheiben stehen doch mehr persönliche Dinge im Vordergrund und man hört von Anders deutlich häufiger klaren Gesang. Denkst du ich sehe das richtig und wie würdest du den Kritikern diese Entwicklung erklären?

Daniel: Ich glaube, die ersten Beschwerden kamen schon nach „Reroute To Remain“. Ich meine, wir haben doch keine Interesse daran immerwieder das selbe Album zu machen. Wir müssen die Songs über 100 Mal pro Jahr spielen und müssen mit ihnen leben. Wir müssen stolz auf unsere Songs sein. Manche Leute behaupten wir wären Sellouts oder sowas, aber ich denke, es wäre doch viel sicherer ein Album aufzunehmen bei dem man sich im Klaren darüber ist, das es den Fans gefallen wird. Wir machen die Musik, die uns gefällt und wenn diese dann den Leuten gefällt ist das eine super Zugabe. Ich glaube den Leuten gefallen unsere Alben, denn wir bekommen jedesmal mehr und mehr Fans. Es sind nur wenige Leute, die da im Internet aufschreien. Die große Mehrheit steht zu uns und dafür sind wir sehr dankbar.

In Flames
In Flames

Heiland: Ihr seid also nach wie vor völlig uneingeschränkt in der Wahl der Songs die ihr schreibt, oder gibt es irgendeinen Druck erfolgreich sein zu müssen?

Daniel: Nein und den gab es auch nie. Vom ersten Tag an haben wir gesagt, das wir die völlige Kontrolle über den künstlerischen Teil von In Flames haben müssen. Das haben wir deutlich gemacht und es hat immer bestens funktioniert. Wir müssen überhaupt nichts tun. Wir können tun und lassen was wir wollen, das ist einfach perfekt. Ich weiß, das es Bands gibt die Probleme haben, aber wir gehören nicht dazu.

Heiland: Ihr seid immer super in den Charts positioniert, ihr gewinnt jedes Jahr Auszeichnungen und Preise. Wie wünschst du dir und wie denkst du, das es mit In Flames in den nächsten 5 bis 10 Jahren weitergeht?

Daniel: Ich wünsche mir das wir uns weiterhin so entwickeln und immer größer werden, aber ich denke…lass es mich so sagen…Wenn es heute vorbei wäre mit In Flames, dann wäre ich unheimlich dankbar für alles was wir erreicht haben und all die großartige Unterstützung durch unsere Fans. Alles von jetzt an ist nur ein Bonus. Wir haben nicht nur Glück gehabt, auch wenn das sicher dazu kommt, aber es ist vor allem harte Arbeit. Wir sind sehr sehr dankbar für die Position in der wir uns heute befinden. Natürlich wünsche ich mir immer mehr, aber wenn es heute vorbei wäre, dann wäre ich zufrieden, weil ich, als wir angefangen haben, nie gedacht hätte, das wir so weit kommen würden mit dieser Art von Musik. Das ist einfach cool.

Heiland: Dann danke ich dir für das nette Gespräch und würde dich bitten noch ein paar Worte an eure deutschen Fans zu richten.

Daniel: Ich nutze die Gelegenheit mich bei allen Fans in Deutschland für die tolle Unterstützung in den letzten Jahren zu bedanken und ich hoffe wir sehen uns wieder auf Tour in 2011!


About >puregatory<

Ich bin ein Mensch für den Musik eine wichtige Rolle im Leben spielt.... wie heisst es so schön ... da wo Worte nicht mehr weiter wissen, setzt die Musik ein .. da ist was wahres dran. Ich schreibe gerne , lese, fotographiere. Schreibe selber Gedichte und Songtexte für diverse Künstler. Sich weiter zu entwickeln finde ich sehr wichtig , denn ich bin der Meinung still zu stehen macht einen auf Dauer krank. Wer irgendwelche Fragen an mich hat, kann mich gerne kontaktieren.

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