Monolith - Cover

In Mourning – Monolith (Review und Kritik)

Monolith - Cover

Oft möchten Künstler Botschaften mit ihrer Musik übermitteln und greifen dabei auf vielfältigste Stilmittel zurück. Dabei werden nicht selten alle Möglichkeiten dem geneigten Hörer etwas zukommen zu lassen ausgenutzt. So könnte es auch bei dem folgend vorgestellten Werk, der schwedischen Progressive Death Metaller In Mourning, einen offensichtlichen Hinweis auf den Inhalt der Scheibe geben. Benannt ist der Silberling mit dem Titel Monolith, was soviel bedeutet wie „Stein aus einem Stück“. Doch ist auch die, uns dargebotene, Musik monolitisch? Wir werden sehen!

Blickt man auf die Anfangstage der Formation ins Jahr 2000 zurück wird man merken, dass zu Anfang noch ein typischer Gothic Metal-Sound von der Band präsentiert wurde. Offensichtlich war man nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis und begann sich weiter zu entwickeln und anderen Einflüssen hinzugeben. So kam es, dass sich der Stil der Band immer weiter veränderte, bis man in melancholisch, düsteren Gefilden des Metalls landete. Nach fünf Demos erschien im Jahre 2008 schließlich ihr Debutalbum Shrouded Divine und sie fuhren damit viel Lob und Ehr‘ ein. Nach dem kleinen Schwenk in die Vergangenheit bleibt also die Frage, ob sie es geschafft haben an den Erfolg anzuknüpfen, oder ob sie daran gescheitert sind ihr Debüt zu übertreffen.

Begonnen wird mit einem recht ruhigem, melodischen Riff, welches durchaus aus der Feder Mikael Åkerfeldts (Sänger, Gitarrist und Komponist der Progressive Metal Band Opeth) stammen könnte. Kurze Zeit später wird mit mehr Druck eingestiegen und auch die ersten Vocals schallen bald durch die Boxen. Könnte man an dieser Stelle noch denken, sich im Album vergriffen zu haben, da die Vocals so unartikuliert geshoutet durchaus an Metalcore erinnern, wird das Gefühl spätestens nach dem einsetzen der Growls verdrängt. Ungewohnt und gewagt bleibt die Mischung der Gesangstimmen im Opener For You To Know wohl auch bei jedem weiterem Durchhören, verliert aber den Schockeffekt des ersten Hörens. Was bleibt ist ein gutes, progressives Stück metallischer Musik.

Der erste Song spiegelt, bis auf die gewagten Shouts am Anfang des Liedes, das komplette Album durchaus würdig wieder. Die Vocals bewegen sich generell eher im grunzigen Bereich, teils, leicht an Graveworm angelehnt, im schnellen wechseln von sehr tiefen Tönen und höherem Gekeife. Melodisch sind die Songs durch eine Mischung von schnelleren, Melodic Death Passagen und schon sehr doomigen Abschnitten gekennzeichnet und erinnern nicht selten an Werke des genannten Mikael Åkerfeldts und damit auch an Opeth selbst. Doch nicht nur Graveworm und Opeth kann man als Einfluss vernehmen, auch Amorphis ähnliche Cleanpassagen oder leidendes Growling wie bei Draconian spicken die Songs und mischen sich wunderbar unter den bandeigenen Stil.

Der Silberling mit den acht Songs bietet euch rund 57 Minuten Abwechslung im Rahmen der progressiven, melancholischen Musik. Kein Song fällt wirklich aus dem Rahmen und dennoch wird genug Raum geschaffen um jedem für sich seine Daseinsberechtigung auszusprechen. Wirklich schön sind jedoch die kleinen Kontraste des Albums beschaffen, so zum Beispiel der Übergang des sehr ruhigen, doomigen The Smoke zum kraftvolleren A Shade Of Plague. Zu guter letzt sei anzumerken, dass die Produktion des Albums sehr gut gelungen ist. Jedes Instrument ist differenziert rauszuhören und keines drängt sich in den Vordergrund so, dass sich dem Musikgenuss nichts mehr in den Wege stellt.

Fazit:

nilgoun

In Mourning haben mit ihrem zweiten Werk Monolith eine gute Arbeit abgeliefert, denn die Kompositionen sind doch sehr stimmig. Der Genuss des Albums wird aber leider, zumindest auf Dauer gesehen, etwas getrübt. Zum Einen kann man feststellen, dass kein wirklich ohrwurmverdächtiger Titel dabei ist und zum Anderen verlieren die Songs nach mehrmaligem hören etwas von ihrem anfänglichen Glanz. Für Liebhaber der etwas schwergängigeren Musik ist die Scheibe aber definitiv ein Ohr wert. Abschließend sei zu sagen, dass In Mourning ihren Monolithen durchaus erschaffen haben, wenn gleich auch einige Stücke (in Form der Kritikpunkte) herausgebrochen sind, und dadurch das Gesamtbild etwas getrübt wird.



Tracklist:

  1. For You To Know
  2. Debris
  3. The Poet And The Painter Of Souls
  4. The Smoke
  5. A Shade Of Plague
  6. With You Came Silence
  7. Pale Eye Revelation
  8. The Final Solution (Entering The Black Lodge)

Wertung:

7/10

Anspieltipps:

The Smoke, With You Came Silence

Veröffentlichung:

25.01.2010

Internetpräsenz:

Homepage

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