Faun's Edenbild

Interview mit Faun zum neuen Album Eden

Faun's Edenbild

Vor Kurzem ist Fauns neues Album Eden erschienen, und da bietet es sich natürlich an, die Faune vor ihrer in die Anders- äh Festivalwelt noch eingehend zu befragen. Was dabei herauskam lest Ihr hier:

SN: Hallo und Danke, dass ihr euch die Zeit für ein Interview genommen habt. Zeit scheint ihr ja wirklich wenig zu haben, wenn man sich euren Konzertkalender so ansieht. Sommersaison ist Toursaison, oder wie seht ihr das?
Die Sommerfestivals zu spielen ist ein ganz besonderes Gefühl…unter freiem Himmel, wo die Musik sich ohne räumliche Grenzen ausbreiten kann, dazu die ausgelassene Ferienstimmung des Publikums, das macht uns schon sehr viel Spaß.
Wir sind ja in den letzten beiden Jahren auch im tiefsten Winter mit unserem Acoustic-Programm getourt und das waren wunderschöne, persönliche Konzerte der stilleren Art – da sind die Sommerfestivals schon etwas völlig anderes!


SN: Beim Konzert in Positz habt ihr euren Gästen bestimmt einige Songs vom neuen Album vorgestellt. Wie kam das  Ganze  an?

Es ist immer wieder beflügelnd, neue Lieder dabei zu haben.
Die Band ist wie frisch verliebt sozusagen, und das springt einfach oft als Funke auf das Publikum über.
Nun war ja das Konzert auf dem Rittergut Positz eines der wenigen Sommerkonzerte, auf denen wir das reine Akustikprogramm spielen.
Wir haben demnach auch die neuen Lieder, die auf „Eden“ mit Niels elektronischen Einflüssen verschmelzen rein instrumental vorgetragen.
Es war ein lauer Sommerabend in diesem herrlichen Ambiente des Gutshofes und umrahmt von Rosenranken kamen unsere Lieder beim Publikum spürbar gut an – es wurde noch bis spät in die Nacht mit uns gefeiert…

SN: Die Lieder des Konzeptalbums sind ja schon sehr vielfältig und anspruchsvoll, ist das alles live umzusetzen, was die Band im Studio produziert hat?

Ich denke, theoretisch ist jedes Lied auf der Bühne durchaus umsetzbar. Vielleicht nicht mit allen Gesangstimmen und da die Anzahl unserer jeweiligen Arme leider auf zwei begrenzt ist in diesem Leben würden wir beispielsweise auch nicht drei Flöten gleichzeitig spielen können, das steht sicher fest. Aber auch in einer live-Version könnten meiner Überzeugung nach alle Lieder der CD bestehen. Wir werden natürlich dennoch eine Auswahl treffen, da auch unsere alten Hits gern gehört werden. Zu einem fünf-Stunden-Konzert konnten wir uns bis dato noch nicht entschließen…
SN: Bei diesem Album wurden sehr viele Künstler, sowohl visuell als auch musikalisch in das Projekt miteinbezogen. Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit diesen? Wart ihr sofort auf einer Wellenlänge?

Es gibt so etwas wie Anziehung zwischen verschiedenen Kunstformen, wenn sie sich auf ähnliche geistige Räume beziehen. Zu jedem der Künstler, die auf dem neuen Album ihren Platz gefunden haben gibt es eine besondere Beziehung und die Sympathie war und ist in jedem Falle auf beiden Seiten vorhanden. So hört Brian Froud nach eigenen Worten gerne Faun beim Zeichnen und in vielen Fällen haben wir uns gegenseitig auf diese Weise künstlerisch und auf sehr persönliche Art und Weise inspiriert.

SN: Wie kamt ihr auf die Idee mit dem mehrsprachigen Booklet? Ein Tribut an eure internationalen Fans?

Natürlich ist das ein Tribut an die immer größer werdende internationale Hörerschaft. Es ist uns wichtig, zu den Liedern die Hintergründe zu vermitteln und daher hat es schon seit dem Album „Licht“ eine englische Übersetzung der Texte in unseren Booklets gegeben.

SN: Mit dem Album sprecht ihr ja ein sehr pikantes Thema an. Geht es euch mehr um die Beschreibung der fantastischen Anderswelt, oder findet sich da auch ein wenig Augenmerk auf dem Sündenfall?

Der älteste Reiz in der (christlichen) Menschheitsgeschichte ist verknüpft mit so vielen Fragen. Wir wollten diesem Thema folgen und uns in die Erforschung des Apfels und seinen vielschichtigen Bedeutungsebenen hineinwerfen, musikalisch wie auch geschichtlich. Die Anderswelt, die Welt der Wesenheiten, zu der auch ein Faun gehört, dessen Verbindung zur Sinnlichkeit des Apfels, dann die Gestalt des Gehörnten in der christlichen Welt, das sind alles hochinteressante Themengebiete, an denen sich die Schlange in unserer heutigen Glaubenswelt oftmals in den Schwanz beißt.

SN: Wie soll es nun weitergehen? Wird Faun in Zukunft immer viele Jahre an ausgefeilten Alben sitzen, oder bekommen die Fans auch wieder etwas Kurzweiliges zu hören?

Im Jahr 2012 ist Fauns zehnjähriges Jubiläum. Zu diesem freudigen Anlass wird es sicher kurzweiliges von uns zu hören geben – aber in welcher Form…das bleibt vorerst unter dem Überraschungstüchlein verborgen 🙂

SN: Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören euch.

Vielen Dank für diese wirklich interessanten Fragen!

Interviewführung: Stefan „Spjelke_Ulv“ Helwig

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