Isolation - Closing a Circle
Isolation - Closing a Circle

Isolation – Closing a Circle (Review und Kritik)

Isolation - Closing a Circle
Isolation - Closing a Circle

Die deutschen Isolation sind kein unbeschriebenes Blatt. Zwei Demos, eine EP sowie besonders eine Splitveröffentlichung mit den australischen Austere haben ihnen einen Namen im depressiven Sektor des Black Metal eingebracht. Für ein erstes „richtiges“ Album war es daher nach fünf Jahren Bandbestehen auch allerhöchste Zeit. Und so lange man sich mit so etwas Zeit lässt, um so mehr wächst die Ungeduld und vor allem die Erwartungen der Fans. Da ist es besonders schockierend dass die Band den eingeschlagenen Weg über den Haufen geworfen hat und mit „Closing a Circle“ ein Album abgeliefert hat, das irgendwo auf Pfaden zwischen Post-Rock und Doom-Metal wandelt.

Als pure 05/15 DSBM Band haben die drei Lübecker sich zwar selbst noch nie gesehen, dennoch hat man sie immer gerne in diese Schiene gedrückt. Wie ein Befreiungsschlag wirkt der ungewöhnlich Facettenreiche Sound ihres Albums das mit dem kurzen Intro „Something and Nothing“ seinen Anfang findet. Schon der Titeltrack „Closing a Circle“ im direkten Anschluss ist so weit entfernt von den Black Metal Wurzeln wie es nur irgend möglich ist. Sänger Johannes Schmid singt weitestgehend „klar“ in einem zunächst eher unangenehm nasalem Tonfall. Wenn man sich an die Emotionslosigkeit in seiner Stimme gewöhnt hat, kann aber besonders der Refrain ziemlich überzeugen. Dass dies leider nicht über die komplette Länge der Scheibe funktioniert wird glücklicherweise dadurch ausgeglichen, dass man Instrumental wirklich vieles an vergleichbaren Bands in die Tasche stecken kann.

Isolation
Isolation

Hier versucht man merkbar an den Erfolg so genannter Dark- bzw. Depressive Rock Bands im Stil der großartigen Katatonia anzuknüpfen. Der Post-Rock Anteil ist allerdings bei weitem nicht so mächtig wie man nach der großen Ankündigung dem Trend zu dieser Art von Musik zu folgen, hätte denken müssen. Stattdessen setzt man nicht selten auf harte Gitarrenklänge wie etwa in „Fan the Flames“, die auch mal wütende Ausbrüche im monotenen Gesang zulassen, klare Bassläufe (wie in „One Day“) und vor allem – eine nahezu perfekte Hochglanzproduktion. Das Ganze walzt meist schön doomig im Midtempoaus den Boxen und ist daher meiner Meinung nach weiterhin eher dem Metal zuzusprechen. Auch wenn ein gewisser Grad an Atmosphäre natürlich nicht zu kurz kommt, immerhin gibt es mit „Nomad“ sogar ein fast 9 Minütiges Instrumental. Und das obwohl man sich offensichtlich bemüht hat mit der jeweiligen Titellänge im Rahmen gängiger Normen zu bleiben.

Abschließend sei zu sagen, dass die zehn Stücke auf „Closing a Circle“ einen Bemerkenswerten Mix aus den unterschiedlichsten Einflüssen darstellt und für jeden was dabei sein sollte der was mit den Namen Katatonia oder auch Tool anfangen kann. Lediglich der emotionslose Singsang des Herrn Schmid schockiert in (beinahe) jedem Song aufs neue. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt stellt das erste „richtige“ Album der Lübecker alles in den Schatten was ich bisher von ihnen zu hören bekommen habe.

Fazit: Bei der Ankündigung jetzt „Post-Rock“ zu spielen habe ich erst mal mit dem Kopf geschüttelt. Ich muss zugeben mit dem alten Kram der Jungs nicht viel anfangen zu können, aber ich mag es für gewöhnlich auch nicht wenn Bands ihren Stil ändern um einem Trend nachzujagen. Isolation hingegen haben aber mit „Closing a Circle“ ihren eigenen Weg gefunden, der mir nach mehrmaligem Hören unerwartet gut gefällt. Das Album ist sperrig, aber instrumental so wunderbar, dass sich ein erneutes Reinhören wirklich lohnt. Hat man sich erst einmal überwunden die Stimme zu akzeptieren (oder auszublenden) bekommt man Isolation auf einem ungewohnt hohen Niveau, und ich bin froh dem Ganzen noch einmal eine Chance gegeben zu haben. Anhänger der im Review angesprochenen Bands dürfen hier gerne ein Ohr riskieren.

Titelliste von „Closing a Circle“

  1. Something and Nothing
  2. Closing a Circle
  3. Never Enough
  4. This Moment
  5. Nomad
  6. One Day
  7. Fan the Flames
  8. There will be no Answer
  9. The Wasteland
  10. May you fare well

(8/10)
(8/10)

Anspieltips:
Titeltrack „Closing a Circle“ ist wohl am repräsentativsten.

Erscheinungstermin:
20.06.2011

http://www.myspace.com/churchofisolation

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