The Red Rain
The Red Rain

Kaltlicht – The Red Rain (Review und Kritik)

The Red Rain
The Red Rain

Kaltlicht, das süddeutsche Duo, welches sich aus Anton Newerow (Programming, Vocals, Guitar, Bass, Keys) und Linda Sziklai (Violin, Vocals) zusammensetzt, wird laut MySpace maßgeblich durch Alkohol, Drogen, Nikotion, schlaflose Nächte und dem Leben selbst beeinflusst. Dies hört man dem bizarren Klangprojekt auch an, was keinesfalls negativ ist. Mit dem nun veröffentlichen und bei MySpace zum freien Download bereitgestellten Nachfolger von Mordstimmung, „The Red Rain“, ist nun ein weiteres dieser bizarren Klangkompositionen erhältlich, auf welcher sich erstmalig auch englische Tracks finden.

Neun Tracks und fast eine Stunde stellt der Silberling vor. Beachtlich!
„Feed my wounds“ nennt sich der erste Track und beginnt bereits ziemlich experimentell. Eine zunächst spärlich musikalische Begleitung, dafür eine umso deutlichere Gesangsleistung, ehe sich langsam elektronische Klänge untermischen und Anton Newerows Stimme verzerrt und Angst einflössend einsetzt, eher gesprochen als gesungen, optimal um die verzweifelte Stimmung zu übermitteln.
Mit „I killed a friend“ folgt ein Text voller paradoxer Aussagen („I killed a friend / a person i couldn’t stand“). Der Track beginnt jedoch zunächst mit einem gesprochenen, deutschen Intro, während der Gesangspart aus dem Englischen stammt. Hier zeigt sich erneut ein ähnlicher Aufbau, zunächst eine weibliche hohe Stimme, dann die verzerrten psychopatischen Gesangsparts der männlichen Fraktion „Kaltlichts“. Darunter mischen sich verzweifelte Schreie, die wohl dem umgebrachten Freund entstammen. Die verzerrten Teile des Gesangs erinnern hier stark an eine Art der Stimmmodulation, der sich bereits Künstler wie Marilyn Manson betätigten.
Es folgt der Albumtitelgebende Track „The Red Rain“, der sich zunächst aus einem musikalischen Widerhall aufbaut und dann in einen bösartig, zischenden Gesang übergeht, der die allgemein düstere, bedrohliche Atmosphäre noch makaberer gestaltet, und welcher in diesem Track deutlich dominiert, nur unterbrochen von dem gelegentlichen Summen der weiblichen Stimme.

Mit „Traumbild“ schaffen Kaltbild ein weiteres bizarres, markantes, psychisch bedrückendes Klangwerk. Das Intro ist zunächst nur gesprochen nur gesprochen und offenbart einen verwirrenden Text der zunächst ein Traumbild beschreibt ehe der Gesang, der nun die eindeutig brutale und blutige Richtung des Tracks vorgibt.
„Menschen Abscheu“ erinnert textlich an viel, Assoziationen wie Saw oder Pyromanie kommen einem in dem Kopf und passen wie schon in den zuvor gehenden Tracks gut zum Klangbild, und schaffen durch den abstoßenden Text von der unschuldigen weiblichen Stimme gesungen eine paradoxe Atmosphäre.
Es folgt der Instrumentaltrack „Nameless“, welcher sich als instrumental anspruchsvollster Track erweist, was maßgeblich an der orchestralen Beteiligung liegt.

„Phönix“ nennt sich das nächste Stück und startet mit einem verzerrt gesprochenem Intro, bevor der Refrain wieder von Linda gesungen wird. Hier zeigt sich wieder eine klare Teilung, während die eher makaberen Teile von Anton gesungen werden, übernimmt Linda die fantastischeren, unschuldigeren Teile.
Der nunmehr achte Track heißt „Fragile“ und zeigt weitaus elektrischere Elemente und außerdem eine gesunde Mischung zwischen Gesang und verzerrten gesprochenen Teilen und reiht sich wunderbar zu den anderen bizarren, makaberen Klangwerken.
„Sleeping Slaughter“ ist nun der letzte und längste Track des Albums. Dieser ist definitiv ein gelunger Abschluss, da hier noch einmal alle Geschütze aufgefahren werden. Elektrische Klänge, das Geräusch knarrender Türen, verzerrter Gesang, hoher, schöner weiblicher Gesang, deftige Beats.

Fazit:
„The Red Rain“ von „Kaltlicht“ ist ein bizarres, makaberes, melancholisches, abstoßendes, anziehendes, düsteres, elektronisches, melodisches Klangwerk, all das zugleich, da es all diese Emotionen hervorruft. Eins jedoch ist der Silberling auf jeden Fall, gelungen und daher auf jeden Fall zu empfehlen. Es ist Pflicht hineinzuhören, schon allein weil man das Album über MySpace kostenlos downloaden kann.


Tracklist:

  1. Feed my wounds
  2. I killed a friend
  3. The red rain
  4. Traumbild
  5. Menschen Abscheu
  6. Nameless
  7. Phönix
  8. Fragile Sleeping Slaughter

9/10
9/10

Anspieltipps:
Muss im Ganzen genossen werden

Veröffentlichung: Ist bereits erschienen

Kaltlicht MySpace

About Nachtfalter

Ich liebe Kreativität jeder Art, Musik, Zeichnen, Schreiben etc.

Check Also

Wave-Gotik-Treffen Leipzig – Letzter Tag – Gelungener Abschluss

Das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig färbt  jedes Jahr eine Stadt in einen musikalischen Szenemodus mit vielen …