Malerin Samantha Stößer

Karlsruher Gothic Treffen – Ein persönlicher Nachbericht

Ich denke, als Erstes ist eine Entschuldigung fällig, dass dieser Bericht so lange auf sich warten lassen hat. So ist das leider, wenn, man nicht nur Redakteur ist, sondern auch selbst und ständig. Nun ist es aber endlich so weit! Hier kommt der lang ersehnte Bericht:

Am 03. August um 14.00 Uhr öffneten sich zum ersten Mal die Türen des Karlsruher Gothic Treffens. Zu Beginn war es noch recht ruhig, sodass ich die Gelegenheit nutzte, um mit 2 ausstellenden Künstlerinnen ein kurzes Gespräch zu führen.

Felicitas Kid  ist 25 Jahre als und begeistert sich schon seit dem Kinderalter für Fotografie. Seit 2009 arbeitet sie regelmäßig als Fotografin und überlegt auch, diese Schiene hauptberuflich einzuschlagen – derzeit läuft noch alles auf TFP-Basis. Auf einigen Festivals hatte sie dank Akkreditierungen bereits die Gelegenheit, Berühmtheiten der Szene zu knipsen. Ein Shooting mit Noise Noir ist in Aussicht. Wer sich näher für Felicitas‘ Fotografien interessiert oder vielleicht sogar mal mit ihr shooten möchte, kann sich ja mal auf ihrer Website umschauen: http://www.fkfotografie.net

Malerin Samantha Stößer
Malerin Samantha Stößer

Die zweite ausstellende Künstlerin, mit der ich sprechen konnte, war Samantha Stößer, eine 24 Jahre junge, begabte Malerin. Auch sie ist der Kunst schon seit dem Kindesalter Verfallen und malt mit verschiedenen Techniken, u. a. auch am Computer.  Inspirieren lässt sie sich durch bekannte Künstler wie Dalí, aber auch durch schwarze Musik und die dazugehörigen Artworks. Auch Samantha wünscht sich sehr, ihr Hobby zum Beruf machen zu können und freut sich sehr über Auftragsarbeiten. Zum Beispiel können Bands, die für ein neues Album noch ein Artwork brauchen oder ihre Texte in fantasievolle Grafiken verpackt sehen möchten, sich gern bei Samantha melden: www.psychodragon-samy.jimdo.com

Um 15.15 Uhr eröffneten Arcane Rain, eine Gothic/Dark-Metal-Band aus Karlsruhe, die gerade an ihrem Debütalbum arbeitet, die Bühne der Livemusik.

Seelennacht
Seelennacht

Zweiter Live-Act des Nachmittags waren Seelennacht, die kurzfristig für Elandor eingesprungen sind und uns ein

gestandenes Programm boten, bei dem sogar schon Material des neuen, noch nicht veröffentlichten Albums präsentiert wurde.

Weiter ging es mit Tiefenstadt, die mit ihrem dekorativen Bühnenbild aus Glühbirnen für ein schönes Ambiente sorgten und auf so verrückte Ideen kamen, wie eine Gitarre mit einem Streicherbogen zu bearbeiten…

Da ich Hunger bekam und mir draußen ein Stück vegane Pizza gönnte, verpasste ich leider die erste von drei Lesungen, die für den Abend angesetzt waren. Die zweite bekam ich allerdings mit und konnte den „Chaos-Prinz“, wie er sich selbst nennt, auch noch kurz interviewen. Michael Kühn, wie er eigentlich heißt, ist hauptberuflich Zauberkünstler und baute auch den einen oder anderen Trick in seine Lesung ein. Seit ca. 4 Jahren ist er als Autor tätig und schreibt in verschiedenen Stilen zu verschiedenen Themen, wobei er jedoch nicht auf die Schwarze Szene fixiert ist.

Still Patient?
Still Patient?

Musikalisch ging es mit Still Patient? weiter, für die dies das zweite Konzert nach 14 Jahren Pause war – wobei nur 2 der Gründungsmitglieder noch dabei waren und zwei Neuzugänge mit auf der Bühne standen. Den vier Jungs merkte man ihre Bühnenerfahrung auch an, die Bühnenshow war wirklich gekonnt! Auch diese Band stellte neues Material vor und erklärte sich später noch zu einem Interview bereit. Die Ergebnisse dieses Interviews sind größtenteils bekannt bzw. auf den Internetseiten der Band nachzulesen. Derzeit arbeiten sie an ihrem neuen Album, das im Januar herauskommen wird. Auffällig war, dass sie keinen Schlagzeuger hatten, sondern das Schlagzeug aus einer großen Dose laufen ließen. Dies habe lediglich pragmatische Gründe, erklärten sie – ein komplettes Drumset sei so umständlich zu transportieren.

Der nächste Act waren Mundtot, die unsere Ohrem mit solidem Gothic Rock verwöhnten, leider mit etwas wenig Bühnenshow – dafür mit vielen offenen Fragen wie: Warum liegt da eigentlich eine Ananas? Warum

Lost Area
Lost Area

hat der Keyboarder eine Maske auf… wer die Antwort kennt, weiß, warum ich mich nicht zu fragen traute *grins*

Als Vorletztes traten Lost Area auf die Bühne und heizten dem Publikum ordentlich ein. Großartige Songs, großartig

performed – was soll man mehr dazu sagen? Perfekte Show!

Der dritte Leser des Abends, Ric-Q Winther,  hatte die an sich gute Idee, die Lesung aufgrund der, trotz Ventilatoren, großen Hitze in der Halle nach draußen zu verlegen – leider ohne Mikro, sodass man nur schwer verstand, was er vorlas. Die Brocken, die ich mitbekommen habe, reichen jedoch aus, um einen kurzen Einblick zu bekommen: Wer ein Freund von Tabubrücken durch möglichst inflationären Gebrauch von Fäkalsprache gepaart mit anderen Ekel- und Psychofantasien ist, sollte sich die Werke des Autors ruhig mal zu Gemüte führen.

:silizium:
:silizium:

Krönender Abschluss des Abends: Silizium! Mastermind Mario trug nicht nur seine energiegeladenen Stücke vor sondern gab auch einige deutliche Statements seinerseits zum Thema „Gothic“ und „Schwarze Szene“ ab und verloste eine CD. Mario schenkte mir im Anschluss einige Minuten seiner Zeit für ein sehr anregendes Gespräch. Zunächst erklärte er, dass „Silizium“ er sei und nicht die restlichen Personen, die da mit ihm auf der Bühne stehen – nicht aus Geltungsbedürfnis sondern, weil er häufig unter Beschuss seiner Kritiker gerate und auch allein für das einstehen wolle, was „Silizium“ aussagt. Abgesehen davon wurde noch intensiver das Thema „Gothic, dessen Ursprünge und Entwicklung“ besprochen. Immer wieder schön zu wissen, dass es doch noch viele Menschen in der Schwarzen Szene gibt, die die Hintergründe kennen und einen richtigen Hang zur Schwarzromantik und auch der Philosophie, Ethik und Ästhetik, die hinter Gothic steht. Ich bot Mario an, seine eigenen Texte auch auf den Dark News zu veröffentlichen und würde mich über diese Bereicherung sehr freuen.

Fazit:
Ich vergebe jetzt einfach mal Punkte für einzelne Unterkategorien:
Organisation: 9/10 (kleine Zeitverzögerungen, aber die sind ja nicht selten)
Verköstigung: 10/10 (alle Wünsche bedient und unglaublich gut organisierter Pizzaservice!)
Preis: 8/10 (schon etwas teuer, aber verständlich, schließlich müssen die Unkosten gedeckt werden)
Programm: 10/10 (sehr abwechslungsreich und außergewöhnlich)

Man kann zuversichtlich sein, dass dieses erste KGT nicht das letzte gewesen sein wird, denn es war doch recht gut besucht und auch wirklich gut geplant. Ich werde auf jeden Fall das nächste Mal wieder hingehen! Hut ab vor Mirjam und Mike, die dieses tolle Event mit ganzem Einsatz auf die Beine gestellt haben!

 

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

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  • Dar Klord

    Besser spät als gar nicht …und gut geworden ist der Bericht doch auch. Selbst wenn man nicht dort war kann man den Event in Teilen bildlich nach empfinden, das reicht doch! Danke 😀 8)