Kauan - Kuu

Kauan – Kuu (Review und Kritik)

Kauan - Kuu

Die russischen Dark Metal Doomer Kauan haben sich ja mittlerweile auch im westlicheren Europa einen Namen gemacht, zuletzt mit der wunderbaren Coverversion von Summonings Long lost to where no pathway goes, welches mit Abstand den stärksten Song auf der Tribute-Platte And in the darkness bind them darstellte. Dass man diese Qualität auch mit dem reinen eigenen Schaffen halten kann, beweisen die meist finnisch textenden Russen mit Kuu eindrucksvoll.

Wenn man dummerweise des Finnischen nicht mächtig ist, womöglich wie der Großteil unserer Leser, kann man vielleicht das Wörtchen „Kuu“ gerade noch als „Mond“ übersetzen, worum es jedoch konzeptuell tatsächlich geht, erschließt sich mir leider nicht, auch wenn beispielsweise die Verpackung des Albums als versendeter Brief nicht neu anmutet. So haben in den letzten Jahren beispielsweise Opeth und A forest of stars auf dieses fast schon altertümliche Motiv zurückgegriffen. Musikalisch muss man das russische Duo aber zu ganz anderen Gefilden als die genannten Bands zählen. Nicht nur die namensgebenden Tenhi (deren Debut bekanntlich Kauan genannt wurde) dürfen als Einfluss genannt werden, vielleicht auch eher ruhigere Bands wie Nucleus Torn haben bei Kuu wohl etwas abfärben dürfen.

Kauan

Harte Gitarren wird man (fast) vergeblich suchen, größtenteils besteht die Musik aus Klavier, Violine, Schlagzeug, ein bisschen Elektronik und dem einnehmenden Gesang Anton Belov und versprüht dabei ein leicht minimalistisches Flair. Das schleppende Schlagzeugspiel setzt die schwebende Atmosphäre gut in Szene. Keine Note wird  verschwendet, alles wirkt genau geplant und durchkomponiert. In diese Musik kann man sich völlig fallen lassen, die richtige Stimmung natürlich vorausgesetzt. Abwechslung gibt es auf den ersten Blick nur selten, doch je länger man sich mit Kuu beschäftigt desto vielschichtiger werden die vier überlangen Stücke. Glücklicherweise nicht verkopft, sondern mit dem ganzen Herzen dabei und wenn man den letzten fünf Minuten von Suora liila sydänkärya lauscht, möchte man regelrecht in dieser frostigen Klangwelt versinken. Gerade in diesen Momenten möchte sich Burzums Dunkelheit immer wieder in den Geist einschmeicheln.

Fazit:

Völlig kitschbefreit und vor allem herrlich selbstbewusst werfen die finnischen Russen ein Album auf den Markt, welches einen innehalten lässt. Wunderschöne Musik, welche genügend innere Bilder erzeugt um auch ohne Verständnis der Texte einiges an Wirkung zu zeigen. Eine rundum gelungene dreiviertel Stunde herrlichster Traumreisen erwartet euch!

Trackliste:

  1. Tähtien Hiljainen Laulu
  2. Kauniin Kuun Sävelen
  3. Ikuinen Junan Kulku
  4. Suora Liila Sydänkäyrä
8/10

Erscheinungstermin:

26. Juni

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