Kontrast - Vision und Tradition

Kontrast – Vision und Tradition (Review und Kritik)

Kontrast - Vision und Tradition
Kontrast - Vision und Tradition

Ein neues Kontrast Album? Da habe ich mich schon lange drauf gefreut, guter Elektro mit guten Texten, Hits wie Einheitsschritt oder Nr. 1 in der Hölle und dazu 4 Jahre Pause steigern natürlich die Erwartungen an die neue Scheibe.


Das erste Lied versetzt einen direkt in die 80er Jahre, und das mit Ohrwurmpotenzial. „1 2 3 wer war mit dabei“ es werden viele Dinge aufgelistet die in den 80er Jahren aufkamen (Alf, A-Team, BigMäc im Styroporkarton) mit dem Hinsweis „80er Jahre ihr fehlt mir sehr“ aber auch nicht ohne zu fragen „80er Jahre wart ihr wirklich so toll, ist der Becher der Erinnerung halb leer oder halb voll?“

Nach diesem grandiosen Auftakt, welcher sicherlich das ein oder andere mal in einer Disco laufen wird, folgt mit Durchbruch Kontrast typisch das Thema Kommerzialisierung der schwarzen Szene, ähnlich wie schon die bereits erwähnte „Nr. 1 in der Hölle“ mit einen etwas härteren und dunkleren Beat. Auch dies darf von mir aus gerne öfters in den Clubs laufen.

Mit dem nächsten Lied Lichtbildkunst bekommt man ein wenig das was auf dem Cover schon zu sehen ist, nämlich Erotik, der bekannte männliche und eine erotische Weibliche Stimme (laut Presseinfo gesungen von Nebelgeist, wer auch immer hinter diesem Synonym stecken mag) wechseln sich hier ab. Die Passagen ohne Gesang erinnern mich immer ein wenig an das Casio VL-1 (ihr erinnert euch? „Da da da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht“) und Welle:Erdball.

Nach nun 3 gute Laune Liedern braucht es einen Kontrast, hat sich Kontrast gedacht. Also wurde mit Was ist das Ziel? ein sehr ruhiges Lied welches nach dem Sinn des Lebens fragt als nächstes auf die CD gepresst. Dies kann mich allerdings genauso wie die nächste Kosmonautenmelodie nicht überzeugen. Letzteres ist ein Lied für verliebte, mit solchen kann ich generell nicht viel anfangen.

Es folgt jetzt ein harter Kontrast, so langsam ergibt der Band Name einen Sinn, denn Für immer vorbei behandelt genau das, woran man bei dem Titel schon denkt, nämlich das Ende einer Beziehung, also ähnlich wie es mit „Freiheit?“ auch schon vertont wurde. Dieses Lied hat aber eine deutlich positivere Grundstimmung in der Musik, weiß Musikalisch also zu überzeugen, Textlich naturgemäß wohl eher weniger etwas für Leute die die Kosmonautenmelodie mögen.

Wie heißt das Album noch gleich? Achja Vision und Tradition nun also das Titelgebende Lied, erwartet habe ich etwas schnelles ähnlich wie Durchbruch, welches auf Party gespielt werden könnte, es folgt aber ein eher ruhiges Lied welches aber auch nicht schlecht ist. Eigentlich sogar recht gut, aber wohl kein Lied, welches man außerhalb des Albums hören wird.

Nun wird mit Deutsches Lied das obligatorische „Rechts ist böse“ Lied angestimmt an welches wohl keine Band mehr vorbei kommt, es ist zwar Musikalisch und auch Gesanglich sehr gut, schön düster und hart, aber das Thema ist wirklich ausgelutscht, es besteht auch nicht viel Potenzial in einem solchen Lied, alles wissen es bereits und die Rechten werden sich das Lied wohl sicher nicht anhören und denken „oh stimmt, ist eigentlich eine blöde Einstellung die ich habe“. Es besteht auch keine große Möglichkeit etwas zu singen, was andere nicht schon gesungen haben, außer man möchte auf der nächsten CD der NPD landen. Aber ansich ein sehr gutes Lied welches bei mir öfters mal laufen wird.

Nach diesem düsteren Lied braucht es scheinbar eine kleine Verschnaufspause, den mit Oranienburg wird auf Gesang verzichtet und eine Athmosphärische Melodie eingestreut, vielleicht ist es aber auch nur die Ruhe vor dem Sturm der da lauert. Denn bei Dunkle Gestalten musste ich erstmal nachschauen ob wirklich noch Kontrast läuft, ich dachte erst es läuft ein remix von „KiEw“s „Feierabend“. Sehr Kontrast untypisch aber auch im Bereich des Industrial weiß Kontrast zu überzeugen. Dürfte aber wohl nicht jedermanns Geschmack sein, wer aber am erwähnten „Feierabend“ von KiEw gefallen findet, dürfte auch hier gefallen finden.

Moogland ist wieder ein Instrumental, da ich aber Wert auf Texte lege, und dieses Lied nichts besonderes ist kann man es auch gut überspringen. Als hätte Kontrast geahnt, was ich hier schreibe wird mir Nebelschwaden wieder ein Kontrast gesetzt, denn hierbei handelt es sicher weniger um ein Lied, als eine Erzählung mit Geräuschuntermalung passend dazu. Fließend geht es über zu Der Prophet, welcher auf gewisse Weise das Thema Religion und Fortschritt behandelt.

Mit Im Ätherwellenstudio gibt es leider keinen krönenden Abschluss, sondern in meinen Ohren langweiliges gedudel, gepaart mit nervig verzerrtem gesprochenen Text.

Diskutant
Diskutant

Fazit:

Mit 80er Jahre, Durchbruch, Für immer vorbei, Dunkle Gestalten aber auch Deutsches Lied sind genügend Lieder vorhanden, welche ich nicht mehr missen möchte.  Als Bonus gibt es mit Nebelschwaden noch eine Art Hörspiel.

Tracklist:

  1. 80er Jahre
  2. Durchbruch
  3. Lichtbildkunst
  4. Was ist das Ziel?
  5. Kosmonautenmelodie
  6. Für immer vorbei
  7. Vision und Tradition
  8. Deutsches Land
  9. Oranienburg
  10. Dunkle Gestalten
  11. Moogland
  12. Nebelschwaden
  13. Der Prophet
  14. Im Ätherwellenstudio
( 7 / 10 )

Release: 24.10.2008

Anspieltips:
– 01 80er Jahre
– 02 Durchbruch
– 10 Dunkle Gestalten

Homepage: www.einheitsschritt.de/

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