Konzertbericht und Interview mit Monica Jeffries, 30.04.2015 Pumpe-Kiel

Ich habe die Band Monica Jeffries auf einem Konzert der Crüxshadows in Kiel als Support Act von The Crüxshadows kennengelernt. Schon als Monica die Bühne betrat, strahlte sie einen solch großen Elan und so eine Kraft aus, dass man -im Gegensatz zu so vielen anderen Vorbands- gar keine Lust hatte, sich noch eben was zu trinken zu holen oder ähnliches. Allein ihre Aura war schon fesselnd. Mit warmer tiefer Stimme begann sie den ersten Song und es hatte beinahe etwas hypnotisches, was auch der Rest der Leute im Raum spürte, denn das Allgemeingespräch verstummte und auch aus den hintersten Ecken kamen die Besucher zur Bühne.

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Im Duett mit Doms Growl-Parts entwickelte sich eine unfassbare Spannung, die Menschen begannen zu tanzen und mitzugehen, wie hypnotisiert. Dabei lag die Faszination auch in der Schnörkellosigkeit des Auftritts. Ein schlichtes Bühnenbild, ein Reglerpult und- bis dahin- zwei Leute in szenegerechter, doch schnörkelloser Kleidung und ihre Musik. Das war alles. Und dennoch eine solche Spannung, dass es einem die Gänsehaut über den Körper trieb. Den Höhepunkt erreichte die Spannung, als mit einem wahren Knallmoment Serena, die sexy tattowierte Rockröhre mit ihrer Gitarre auf die Bühne kam und das Duo unterstützte. on dem Moment an rastete das Publikum nahezu aus. Die Refrains schnell au die Reihe gekriegt, sang ein Teil sogar eifrig mit, während der Rest sich beinahe ausnahmslos in Tribal oder gemäßigten Cyberdanceschrittenvor der Bühne in Extase tanzte. Ein Geben und Nehmen, wie klar zu sehen war, denn in dem Maße, wie sich das Publikum auf die Band einließ, legte auch Monica mit ihren Kollegen immer noch eins drauf an Kraft.

So verging die Zeit mit dieser außergewöhnlichen und außergewöhnlich guten Band viel zu schnell vorbei und hinterließ ein maximal aufgewärmtes Publikum, das dann nur zu gerne den Merchstand plünderte, während ich versuchte, die drei zu einem kurzen Interwiev zu erwischen, was mir letztendlich auch gelang. So außergewöhnlich und individuell, wie die Band selber, stellte sich auch das Interwiev dar, so dass ich es auch hier anders wiedergeben werde, als ihr es wahrscheinlich gewöhnt seid. Ih lernte drei ausgesprochen professionelle, passionierte Musiker kennen, die voller Leidenschaft frei von der Leber weg erzählten und mir die Gelegenheit gaben, einen runden Eindruck von dem Feuer zu bekomen, das sie antreibt.

 

STEFFIE (Dark News): Ich könnte jetzt mit all den gewöhnlichen Fragen nach Musikstil usw beginnen, aber ich möchte versuchen, Euch einmal andere Fragen zu stellen, als die, die ihr jeden Tag hört. Also zuerst einmal: Mir ist aufgefallen, dass ihr für eine Band der „schwarzen Szene“ unglaublich viel Licht und Hoffnung in Euren Texten und Melodien habt. Ist das bewusst so gewählt?

MONICA: Also, ich seh es so,wo Dunkel ist, ist auch Licht, das eine funktioniert nicht ohne das andere!

STEFFIE: Sind die Texte absichtlich so gewählt, sozusagen als bewusstes Gegengewicht?

MONICA: Nein, es sind Texte, die einfach unserer Gefühlswelt entspringen.

STEFFIE: Ihr hab je nun offensichtlich eine große „Frauenpower“ in der Band. Ist es bewusst gewählt, dass ihr nicht auf den Gothic- Sirenen-Zug aufspringt, sondern stilistisch, sprachlich und auch optisch ganz eigene Wege geht?

MONICA: Tun wir das? Nein, im Ernst, wir sind einfach so, wie wir sind, wie wir uns auf der Bühne wohlfühlen. Wichtig ist, dass wir Spaß haben, dann hat das Publikum auch Spaß. Ich bin schon in der Szene, seit ich ungefähr sechzehn bin. Begonnen habe ich im „PC69“ (ehem. Disco in Bielefeld) , wo ich dann auch später kleine Auftritte hatte und auch einige kleinere Produktionen für Bands. Auch später noch im „Ringlokschuppen“ (Anm.: Hier gaben auch schon Bands wie die Toten Hosen und New Model Army Konzerte). Ich bin sozusagen in den Anfängen der Szene groß geworden, geprägt durch Bands wie z.B. BAUHAUS, was auch äußerlich prägend war.

STEFFIE: Ist etwas von damals noch heute bekannt?

MONICA: Nicht wirklich, aber es hat mir ermöglicht, mein Equipment für Monica Jeffries zu finanzieren.

STEFFIE: Dom, Du bist so der Mann für growl und Technik?

DOM: Ja, so könnte man sagen. Ich komme aus der etwas….härteren…Richtung. Mein Projekt *FearTecH* kommt aus der dark elektro Richtung. Gemeinsam mit Monica habe ich dann zwei Songs aufgenommen, unter anderem „the road ahead„. Wir haben versucht, die Gegensätze von uns beiden zu vereinen und es hat gut funktioniert.

MONICA: Er ist wie ein großer Bruder!

STEFFIE: Serena, wann und wie kamst du denn dazu? Ihr klingt ja so gut eingespielt und harmonisch…

MONICA: (nach einigem hektischen Überlegen mit den anderen beiden, einigem Rehnen und grübeln) Ende März 2015, also erst vor wenigen Wochen, hatten wir eine Cooperation mit Project Pitchfork. Serena ist die Freundin von Scheubi und so lernten wir uns kennen.

STEFFIE: Serena, dein Auftritt hatte ja schon eine Art Paukenschlagmoment. Du bist ja nun auch nicht gerade ein Püppchen, sondern auch eine echte Powerfrau. War das geplant?

SERENA: Überhaupt nicht! Das ist meine Art. Ich bin so eine Art „Gothic- Pink“. Ich würde auch meinen Musikstil so eher in die Richtung „neue deutsche Härte“ schieben. Das bin ganz ich.

STEFFIE: Die Dynamik, die ihr auf der Bühne habt, hat ja zumeinen etwas mitreißend- hypnotishes, zum anderen aber weckt es hier und da schon etwas Kopfkino bezüglich „zwischenmenschlicher Verbindungen jeder Art“. Stört Euch das?
ALLE: Nein, gar nicht! Die Hauptsache ist, dass wir die Menschen mit unserer Musik erreichen und glücklich machen. Wie sich das ausdrückt, ist jedem selbst überlassen. Wir haben damit kein Problem.

STEFFIE: Da ihr hier nun zu dritt steht, ihr veollendet gegenseitig eure Sätze, spielt zusammen: Soll Monica Jeffries zukünftig als Band gesehen werden, oder bleibt es dennoch ein Soloprojekt?

MONICA: Ja, wir sehen uns schon als Band.

STEFFIE: Und der Name?

MONICA: Der Name bleibt auf jeden Fall. Es hat viel Zeit und Kraft gekostet, Monica Jeffries zu etablieren, das wollen wir jetzt nicht kaputt machen. Was evtl irgendwann einmal vorstellbar wäre, wäre etwas wie „Monica Jeffries and Band“ oder so, aber kein völlig neuer Name.

STEFFIE: Und innerhalb der Band? Herrscht Monarchie, oder Demokratie?

ALLE abwechselnd: Es herrscht schon eine Demokratie. Bisher war es eher so, dass Monica die Titel geschrieben hat, aber zukünftig soll sich das mehr und mehr ändern. Jeder von uns hat seine Spezialität. Als Serena dazukam, spielte sie mir einfach einige Titel auf ihrer Gitarre vor und wir erkannten sofort, dass sie ganz genau wusste, was sie tat und wie sie sich auf die Titel einstellen konnte. Ebenso Dom an den Reglern und mit seiner Stimme, er weiß auch ganz genau, was es braucht, um den Song rund zu machen.

DOM: Wir sind alle starke Individualisten, aber dennoch gibt es kein Problem damit, in allem den besten Weg gemeinsam zu finden. Die Zusammenarbeit von uns ist eine Art organischer Prozess. Wir entwickeln uns gemeinsam, weil jeder von uns genau weiß, was er kann und dabei wächst die Dynamik stetik. Inzwischen haben wir schon gemeinsame Leder erarbeitetund es lief wirklich gut mit uns.

MONICA: So etwas wie Streit gab es bei uns noch nicht. Klar zickt man sich manchmal an, wenn man müde ist, aber es gab noch keine richtigen Streitgespräche.

STEFFIE: Das klingt nach überaus großem Respekt und Vertrauen dem anderen gegenüber! Ist das so?

ALLE nicken: Auf jeden Fall. Sonst wäre es sehr schwierig. Respekt sich selbst, den Freunden und aber auch der Agentur gegenüber. Aber auch das Vertrauen da rein, dass jeder von uns sein Bestes für die Band gibt und ncht versucht, sich in den Vordergrund zu spielen. Und dass klappt auch.

STEFFIE: Crüxshadows ist ja nun eine weltbekannte Band. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

MONICA: Wir sind bei der selben Plattenfirma und einem klugen Kopf ist schließlich aufgefallen, dass wir uns gut in dieser Position machen würden. So kam das.

STEFFIE: Habt ihr Angst, Lampenfieber oder ähnliches, wenn ihr vor Crüxshadows auftretet? Es sind ja immerhin ziemlich große Fußstapfen…

MONICA: Nein, Angst haben wir gar nicht. wir sind ja nun auch nicht mehr völlig unbekannt. Es sind auch total liebe, nette Leute von Crüxshadows, wir haben keinen Grund zu solchen Gedanken.

DOM: Es ist eher so, dass wir es noch gar nicht richtig fassen können!

MONICA: Es gilt den Crüxshados an dieser Stelle auch noch ein großer Dank an dieser Stelle für diese Gelegenheit.

STEFFIE: Und wo sehen wir Euch als nächstes?

MONICA: Berlin, Zwickau, Göttingen, Magdeburg, Hamburg, Belgien und Polen, auf dem Europa Festival. Darauf freue ich mich a meisten, denn ich bin in Polen geboren. Extra für diesen Zweck habe ich einen Song in meiner eigenen Sprache, polnisch, gebrannt. Den wollen wir da gemeinsam singen.

Richtig gerne würden wir auch mal ein Festival in Deutschland spielen, aber leider kam da noch keine Nachfrage.

STEFFIE: OH, ich hoffe, dass sich diese Chance bald bietet, das wäre super!Danke für das Interwiev und eure Geduld.

 

 

 

 

 

 

About Steffanie Hilbig

Moin,moin, ich bin die Steffanie Hilbig aus dem schönen Norden. Biologische 36 Jahre alt, über meinen geistigen Alterszustand gebe ich allerdings kein Statement ab. Nachdem das schöne Bayern mich nach der 10. Klasse mit dem schwarzen Löffel im Joghurt entließ-allgemein auch Realschulabschluss genannt, habe ich auf Stipendium Werbegafik und Design studiert. Trotz meiner Arbeit als Assistenz Tanzlehrerin und der zeit, die ich singend auf der Bühne oder boxend in der Halle verbracht habe, waren jeden Tag ein paar Minuten für das Schreiben übrig. Seit ich sieben Jahre war,ist das meine Passion und gipfelte bereits in verschiedenen veröffentlichten Projekten.

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