Konzertbericht zu Coppelius, WGT 2013

DIGITAL CAMERAPünktlich zum Samstagnachmittag des WGT hatte es aufgeklart, der allerschlimmste Matsch im Heidnischen Dorf war wieder getrocknet und die Sonne schien- ein perfekter Abend für ein Coppeliuskonzert.

Wer sind Coppelius? Die Eckdaten: Coppelius sind ein Sextett, welches sich  nach eigenen Angaben nach der Premiere von Mozarts Zauberflöte gründete, um gemeinsam „metallische“ Musik zu machen. Selbstverständlich auf klassischen Instrumenten: Zwei Klarinetten, ein Cello, ein Kontrabass und Schlagwerk. Hinzu kommt ein abwechslungsreicher Gesang, der von vier Herren der insgesamt sechs Bandmitglieder übernommen wird. Die Band selbst nennt ihren Musikstil „Heavy Wood“, aus dem sich angeblich später der „Heavy Metal“ entwickelte.

Pünktlich um 18.30 legten die fünf elegant mit Zylinder und Gehrock bekleideten Herren und ihr Butler los und eröffneten Ihr Feuerwerk aus schneller, mitreißender Musik und aktionsgeladener Bühnenshow. Es wechselten sich Klassiker wie „Risiko“ mit neuen Stücken wie „Welt im Wahn“ ab und nach kürzester Zeit war bereits der gesamte Platz im Heidnischen Dorf gut gefüllt, um dem Ereignis beizuwohnen.

Bei „Reichtum“, einem Stück, welches auf ironisch-witzige Weise Konsumkritik äußert, ließ es sich die Fanfraktion nicht nehmen, zuvor selbst designte und ausgedruckte Geldscheine auf die Bühne zu werfen. Romantisch wurde es bei den Balladen, wie „Maria“ und „Ade mein Lieb“, als die Fans die Bühne und das Auditorium in ein Meer aus Seifenblasen tauchten. Heftiger ging es bei „Escapade I“ zu. Der Song handelt von dem was passiert, wenn man zu tief ins Glasschaut. Treffender Weise verteilte der Butler zu diesem Stück Sekt an die Zuschauer- Und das nicht nur von der Bühne aus, sondern  crowdsurfend. Dass dabei der Sekt nicht lange in den Gläsern blieb, war abzusehen. Nachdem alle Gläser im Auditorium verteilt waren, schaffte er es glücklicher Weise heil auf die Bühne zurück, auch wenn es stellenweise eher so schien, als würde die Reise in den Pfützen am Bühnenrand Coppelius-1enden. Die Zuschauer bestärkten die gelungene Aktion mit reichlich Applaus. Viel zu schnell ging die Stunde vorbei und Coppelius verabschiedeten sich mit den Zugaben „Running Free“ und „Ade mein Lieb“. Darin heißt es: „Und geh ich auch, ich kehr zurück, sein es auch zehntausend Meilen“. Ein gelungener Abschluss.

Bleibt nur zu sagen: Coppelius reißen mit ihrer Musik und ihrem unkonventionellen, an Theater erinnernden Bühnenprogramm immer wieder aufs Neue die Zuschauer mit. Langweilig wird es nie. Sei es, dass sich die beiden Klarinettisten mit vituosen Soli duellieren oder der Butler dem Cellisten während des Stücks die Schuhe poliert. Dass Coppelius auch bei diesem Konzert wieder neue Fans dazugewonnen hat, zeigte sich daran, dass zwischen den bei Fanatiker üblichen „Da Capo“ Rufen, auch viele Zuschauer das klassische „Zugabe“ riefen.

Wer ein paar authentische Eindrücke in bewegten Bildern haben möchte, findet hier das Videotagebuch der Band zum WGT:  http://www.youtube.com/watch?v=BQVJj-GcK9w

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About Juno

Alter: 27 Beruf: Magister in Orientwissenschaften mit Jura und Politik, derzeit Zweitstudium Kunst-Musik-Medienwissenschaften, arbeite nebenher in einem Programmkino. Hobbies: Schreiben, schneidern, Klamotten entwerfen, orientalischer Tanz und Modern Dance, uvm. Lieblingsmusik: Von Metal und Rock bis hin zu Elektronischem sehr vieles. :)

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Vielen Dank an Helge Roewer für das zur Verfügung stellen der bilder. http://www.hr-pictures.de/