Korn - III: Remember who you are
Korn - III: Remember who you are

Korn – III – Remember who you are (Review und Kritik)

Korn - III: Remember who you are
Korn - III: Remember who you are

Die Nu-Metal Veteranen Korn erinnern sich. An die Neunziger, die Anfänge als Tourband im ländlichen Bakersfield und ihre ersten Erfolge mit ihrem gleichnamigen Album. Wie es bei Urgesteinen eines Genres nämlich nun einmal so ist, wird der Unmut über neu eingeschlagene Wege wohl mit jedem weiteren Album größer und die Anhängerschaft kleiner, besonders in einer Zeit, in der der verhasste Nu-Metal „tot“ ist und Metalcore die Kids in seinem Bann hält. Ob „III – Remember who you are“ auch einen alten Fan zurück zur Musik der neurotischen Kalifornier bringen kann, könnte ihr in der folgenden Rezension nachlesen.

Wer bleibt schließlich schon wenn man zurückblickt? Uninteressante Bands, die nur auf der Nu-Metal Welle mitgeschwommen sind, sind direkt in seinem Aussterben schon wieder in der Versenkung verschwunden. Die ganz Großen im Geschäft wie Slipknot, Mudvayne und wohl auch Korn überlebten zwar, aber waren nur noch Schatten ihrer selbst. Da liegt der Gedanke nah, dass die Mannen um Jonathan Davis an die alten Erfolge ihrer ersten beiden Alben „Korn“ und „Life is Peachy“ anknüpfen wollen. Aber schafft man es? Jetzt wo nur

Korn 2010
Korn 2010

noch drei Fünftel der Urbesetzung vorhanden ist?

Das Vorweg: Nein – „Korn III“ klingt nicht nach den frühen Werken. Es schlägt nicht einmal den selben Weg ein. Nach wie vor setzt J.D. mehr auf groove in seiner Stimme als auf die psychotischen Ausbrüche der Anfänge und gibt dem ganzen damit einen Akzent der eher an das (damals wohl gefloppte) Untouchables erinnert. Ein Umstand, der mich nicht aus der Euphorie reißt, denn mit Hits wie „Here to Stay“ war dies in meinen Augen eins ihrer stärksten Alben. An diesem Maßstab gemessen können Songs wie „Move On“, „Let the guilt go“ oder „Holding all these Lies“ mit ihren eingängig groovenden und hängen bleibenden Refrains dann wirklich überzeugen, aber eben nicht darüber hinwegtrösten dass Korn den Weg zurück zu ihren Wurzeln damit nur bis zur Hälfte gegangen sind. Das wirklich böse Gefühl von Wahnsinn, dass die Gruppe aus Bakersfield in ihren Liedern vermitteln konnte ist zwar noch nicht ganz verschwunden, konzentriert sich dann aber eher auf Ausbrüche wie das irre „Pop a Pill“ und „Lead the Parade“ , welches zumindest mich immer ein bisschen an die Kollegen von System of a Down denken lässt.

Instrumental bleibt man sich treu, auch wenn man nach der sehr enttäuschenden ersten Single-Auskupplung „Oildale (Leave me alone)“ wohl zurecht geahnt hatte, dass Korn sich weiter in eine rockige Richtung bewegen und „Metal“ ihnen immer mehr zum Fremdwort wird. Tief gestimmte Gitarre und Fieldy´s markanter Bass bringen frühe Anhänger wie mich kurzzeitig eine Dekade zurück und wissen daher zumindest die alten Hasen zu begeistern. Neue Fans dürfte ihnen dieses Album leider kaum bringen, da ihm die Wut alter Veröffentlichungen genau so fehlt wie Tracks mit Hitpotential wie sie auf Untouchables vertreten waren. Insgesamt ist „III – Remember who you are“ zwar ein sehr nettes Album, im Angesicht des Backkataloges aber eher eine der schwächeren Veröffentlichungen.

Fazit: Korn wissen doch noch nicht ganz wer sie sind oder einmal waren. Diesem Album fehlt es leider an vielem, sei es die Wut und Angst in den Liedern oder nur so kleine Details wie der Dudelsack oder die verborgenen Hidden Tracks die alte Fans wie ich so sehr verehrt haben. „III“ ist ungeschmückt das wofür diese Band heute wohl steht, da hilft auch kein Wechsel zum Indie-Label Roadrunner. Ich selbst habe mich schon lange mit dem Weg, den meine erste Metalband eingeschlagen hat, abgefunden und mag das Album trotz all dieser Defizite. Nicht zuletzt weil Jonathan Davis´ Stimme einfach über jeden Zweifel erhaben ist und es Spaß macht seine alten Helden zu hören. Es ist solide, hat mit den schon Erwähnten sehr starke Songs im Repertoire und läuft daher mit Sicherheit ein paar mal mehr. Und mal ehrlich – wer will schon wirklich dass eine Band, die man mal vergöttert hat stagniert und immer wieder das selbe Album rausbringt?

Titelliste von „III – Remember who you are“

  1. Uber-Time
  2. Oildale (Leave me alone)
  3. Pop a pill
  4. Fear is a Place to hide
  5. Move On
  6. Lead the Parade
  7. Let the Guilt go
  8. The Past
  9. Never around
  10. Are you ready to live?
  11. Holding all these Lies

(7,5 / 10)

Anpieltpis:
> Move On
> Let the Guilt go
> Are you ready to live

Erscheinungstermin:
Bereits erschienen

http://modlife.com/korn
http://www.myspace.com/korn

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