Lemmy Kilmister - White Line Fever

Lemmy Kilmister – White Line Fever (Review und Buchkritik)

Lemmy Kilmister - White Line Fever
Lemmy Kilmister - White Line Fever

Sex, Drugs & Rock´n Roll! Wie oft hat man diesen Lebensstil schon in Verbindung mit Motörhead Frontmann Lemmy Kilmister hören müssen? Aber wie könnte man die Biographie eines Mannes, der sein ganzes Leben dem Rock verschrieben hat und dessen exzessive Lebensweise ihn erstaunlicherweise immer noch nicht ins Grab getrieben hat, besser auf den Punkt bringen?
Lemmy hält schon eine gefühlte Ewigkeit die Rock´n Roll-Fahne hoch und er scheint nicht Müde zu werden. Grund genug einmal sein bisheriges Dasein in einer bunten Mischung aus Biographie, Anekdoten und Lebensweisheiten festzuhalten.

Zusammen mit Janiss Garza nahm sich Lemmy, eigentlich Ian Fraser Kilmister, schließlich dieser Aufgabe an und im Jahre 2004 zierte eine erste Auflage von „White Line Fever“ dann endlich die deutschen Ladentheken.
Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Bela B. über dessen Funktion, außer vielleicht der Steigerung der Auflage, ich mir nicht recht sicher bin. Um die Bedeutung des Urgesteins Kilmister für den heutigen Rock zu zeigen, hätte man meiner Meinung nach jemanden passenderes finden können. Aber nun gut.

Lemmy Kilmister
Lemmy Kilmister

Los geht es dann mit ein paar biographischen Einzelheiten über den am 24.Dezember 1945 zu früh geborenen Jungen, dessen Vater sich früh aus dem Staub machte und dessen Mutter ihn allein in Newcastle, England großzog. Was bereits hier auffällt und was sich auch durch das Ganze Buch zieht, sind seine Anekdoten mit denen er immer wieder vom roten biographischen Faden ausbricht.

Amazon - SchattenschleierDennoch erfährt man auch so genug aus seiner Jugend. Dass er schon da kein Heiliger war, sollte schnell zu erkennen sein, denn der kleine Lemmy vertrieb sich auch wohl mal die Zeit damit, am Strand mit Dynamit zu spielen oder sich heimlich in Mädchenpfadfinderlager zu schleichen. Er liebte die weiblichen Geschöpfe dieser Erde halt schon von Anfang an und das betont er auch immer wieder in seinem Schreiben. Unterstützte er immerhin so einige Musikerinnen oder arbeitete mit ihnen zusammen wie z.B. Girlschool, Nina Hagen oder The Plasmatics.
Um die Mädchen zu beeindrucken, nahm Lemmy auch das erste mal eine Gitarre in die Hand. Als diese dann auch noch verlangten, dass er etwas spielen müsse, begann er schließlich sich mit dem heimischen Saiteninstrument auseinanderzusetzen.

Lemmy Kilmister
Lemmy Kilmister

Es folgen seine Erlebnisse positiver und negativer Art in diversen Bands wie den Rocking Vicars, Opal Butterfly und Hawkwind bis er im Jahre 1975 letzten Endes sein eigenes Projekt namens Motörhead gründete.
Getreu seines Lebensstils hatte er zu dieser Zeit bereits reichlich Erfahrungen mit Drogen gemacht. Doch zu sehen wie jemand, der denkt sich Kokain zu Gemüte zu führen, an einer Vergiftung durch Rattengift stirbt und eine Vergiftung die ihn fast ins Grab getrieben hätte, machen den Rocker zumindest für Drogen aus der Spritze unempfänglich.

Nach einem lockeren Plausch über diesen Lebensabschnitt wirkt die Zeit bei Motörhead, über die er nun spricht  und die Geschichten über die Entstehung der einzelnen Alben nun etwas aneinandergereiht und wie unter Zeitdruck entstanden. Seine immer wieder eingeworfenen Anekdötchen und sein Klagen über die meisten Labels und dessen inkompetenten Mitarbeiter lassen das Ganze aber nicht zu trocken werden.
Und da wären ja auch noch die Fotos. Teils privat teils von Auftritten und Fotoshootings. Auf jeden Fall aber eine hübsche Auswahl, die Herr Kilmister in verschiedenen Lebenslagen zeigen.

Es hätte sicherlich keiner besser eine Biographie über Ian Fraser schreiben können als er selbst. Viele wissen seinen Charme und sein riesiges Maß an Würde, das er mit sich rumträgt, zu schätzen, aber erleben kann man es nur durch Lemmy selbst.

Torsten "MetzCore" NoffzFazit: Dieses Buch ist durch und durch Lemmy! Seine rohe Erzählweise und Lebensweisheiten geben einem das Gefühl, er habe das Buch locker von der Leber geschrieben und glücklicherweise hat nichts diesen Charme herausgefiltert. Apropos Leber. Seinem whiskeygetränkten Lebensstil geht dieses Urgestein natürlich auch heute noch nach. Egal ob Motörhead Fan oder nicht, wer Lemmy mag wird auch diesen Schinken mögen. Auf das sein toxischer Körper noch lange unter uns wandeln möge.


Format:
Broschiert (320 Seiten)

Verlag:
Heyne

ISBN:
978-3453675254

Homepage:
www.imotorhead.com

( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

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