Lowe - Evolver

Lowe – Evolver (Review und Kritik)

Lowe - Evolver

Lowe sind eine schwedische Synthie-Pop-Band, die schon seit 2002 besteht. Evolver ist das 5. Studioalbum des Trios, auf dem sie ihrer Musik eine leicht düstere Note verleihen und sich somit Genregrößen wie Depeche Mode nähern. Welches Potenzial die neun Songs haben, wird im Folgenden bewert.

Der Opener Alpha Bravo ist ein guter Song zum Eingewöhnen mit einfühlsamem Gesang, langsamem Beat und sanften Keyboards.

Bei Mirage ist der Beat schon etwas schneller. Der Sound dieses Tracks lässt ziemlich deutlich den Einfluss von Depeche Mode erkennen. Rhythmus und Klangfarben erinnern an People Are People.

Schon bei diesen ersten beiden Songs fällt die stilistische Besonderheit auf, dass immer mal wieder Gesangspausen eingelegt werden, in denen sich Keyboarder Tobias Ersson mit seinem abwechslungsreichen Spiel austoben kann.

Breathe In Breathe Out ist ein schneller und gut tanzbarer Song, aber dennoch sanft. Die Synthies erklingen hier auch mal in dunkleren, raueren Klangfarben. Der Gesang ist stellenweise zweistimmig und der Refrain hat eine eingängige Melodie, die man im Ohr behält.

Die Melodie von Adorable ist ein bisschen weniger fröhlich als die der vorherigen Songs. Hier wird sogar eine kunstvolle Unterbrechung gemacht, in der aus mysteriösen Synthies eine verzerrte Stimme ertönt, bis der Bass, gespielt von Rickard Gunnarsson, mit seinem Riff wieder einsetzt, gefolgt von den anderen Spuren und dem Gesang.

Live To Love ist wieder ein gut tanzbarer Song, wenn auch ruhiger als Breathe In Breathe Out. Hier fällt erst so richtig die kompositorische Finesse auf. Häufig kommen unerwartete harmonische Auflösungen. Die Klangfülle der Instrumente wird geschickt reduziert, um Spannungen zu erzeugen und Akzente zu setzen. Leo Josefssons Gesang ist schön abwechslungsreich und geht immer mal wieder in die Höhen. Auch weiß er mit der gesanglichen Ausdrucksweise zu variieren.

Wir sind jetzt bei der Mitte des Albums angelangt und bisher ist der Stil sehr einheitlich. Es klingt insgesamt alles gut, könnte aber auch für Synthie-Pop manchmal rhythmisch ein bisschen abwechslungsreicher sein.

Lowe- Sythie-Pop-Trio aus Schweden

Der nächste Song, Half The Double Speed, macht seinem Titel alle Ehre. Es handelt sich um eine langsame Ballade, die sich auch mal ein bisschen aus dem Schema löst, sowohl musikalisch als auch textlich: Während die Songtexte sich bisher hauptsächlich um das Thema Liebe drehten, ruft dieses Stück, wie der Titel schon vermuten lässt, dazu auf, sich auch einmal eine Pause zu gönnen und zu entspannen – am Besten mit so einem Song in den Ohren…

Alone In The Dark wendet sich dann wieder der Liebe zu. Gewollt dumpfe Klänge der Instrumente leiten den Song ein, der sich mit gesteigerter Intensität entfaltet. Bei diesem Track haben die Musiker spielerisch ein wenig experimentiert: Verschiedenste Klangfarben werden mal untermalend harmonisch, mal überraschend disharmonisch in verschiedenen Höhen eingesetzt, während der Gesang ziemlich stabil und gleichmäßig bleibt.

Bei Forever legt sich Leo noch einmal richtig ins Zeug und Tobias verleiht der Ballade mit atmosphärischen Synthie-Melodien eine besonders gefühlvolle Note. Der Stil wechselt von gefühlvoll über mystisch bis hin zu leicht mechanisch und kühl. Auch der Gesang ist hier wieder abschnittsweise zweistimmig und wird abschnittsweise auch geflüstert.

Auf der zweiten Hälfte des Albums sind die Songs also insgesamt ein wenig ruhiger und getragener als auf der ersten Hälfte.

EdT ist letztendlich die perfekte Wahl für den Abschlusssong: Extrem ruhig, ohne Schlagzeugbeats, nur mit „Pochen“ im Hintergrund. Die Textpassagen, werden in verschiedenen Sprachen (Englisch, Französisch und Deutsch) gesungen.

Fazit:

Kompositorisch ist dieses Werk auf jeden Fall gelungen. Die harmonische Komplexität sorgt für gehobene Qualität. Rhythmisch könnte das Album ein wenig abwechslungsreicher sein, aber langweilig oder eintönig ist es dennoch nicht. Die Klänge sind sehr atmosphärisch und die Stilmittel und Klangfarben gekonnt eingesetzt. Einige Songs erinnern ein wenig an Depeche Mode, ohne dabei wie ein Abklatsch zu klingen, da der Gesang doch ziemlich eigenständig ist. Gesamtbewertung: 8 von 10 Punkten.

Tracklist:

1. Alpha Bravo
2. Mirage
3. Breathe In Breathe Out
4. Adorable
5. Live To Love
6. Half The Double Speed
7. Alone In The Dark
8. Forever
9. EdT

(8 von 10)

Erscheinungsdatum:

Bereits erschienen

Anspieltipps:

Alpha Bravo, Adorable, Alone In The dark

Links:

Offizielle Homepage

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

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