Lustre - Glimps of glory

Lustre – A glimps of glory (Review und Kritik)

Lustre - Glimps of glory

Mit Nachtzeits Einmannberieselungsprojekt Lustre erlebt man wieder einen der zahlreichen Fälle, dass zwischen Liebe und Hass nicht mehr viel übrig bleibt. Entweder man schaltet gelangweilt bei den überlangen Ein- bis Zweiriffstücken irgendwas von Belphegor ein, oder man lässt sich in der traumwandlerischen Atmosphäre treiben, die irgendwo zwischen Summoningscher Epik und Hypothermischer Depressivität ihr zuhause findet.

Wer sich ein Lustre Album kauft, sollte sich vorher im Klaren sein, was ihn erwartet. Und zwar ein recht eng gesteckter Rahmen, aus dem nur selten einmal ausgebrochen wird. Anders als zum Vorgänger werden wir bei „Glimps of glory“ nicht mit synthetischen Glockentönen an Burzums Dunkelheit erinnert, sondern dürfen tatsächlich dank sich stets wiederholenden Keyboardteppichs eher im Bereich genannter Österreicher wiederfinden. Auch wenn Lustre die Abwechslung und die Rhythmik Summonings abgeht, so legt Nachtzeit hier eher ein behäbiges Tempo vor, welches weniger aufwühlt als einen erhabenen Trancezustand zu erschaffen. Wenn dann noch die Gesangswellen über einen hineinbrechen, ist es um einen geschehen, Dunkelheit und finstere Wehmut holen einen ein. Natürlich nur, wenn man sich auf Lustre einlassen mag.

Lustre - Nachtzeit

Immerhin wiederholt sich beispielsweise „I“ bis zur neunten Minute stetig, wechselt dann zu ambienten Wind- und Wetterrauschen und kehrt schliesslich mit den altbekannten Glockentönen zurück. Wie gesagt, der Rahmen ist sehr eng gesteckt und ob das auch in Zukunft noch so funktioniert wie bei „Glimps of glory“ wird die Zeit zeigen, doch auch dieses Album überzeugt durch seine monotone Einfachheit, reißt einen emotional mit, wenn man nicht gerade ein Schwarzmetallisches Reibeisen oder Belphegor-Fan ist. Besonders das letzte Stück „III“ erhält durch seinen nahezu reinen Ambient-Charakter ordentlich Stimmung, ist aber weit davon entfernt tatsächlich auch „Metal“ zu sein. Doch über diesen wiederum sehr engen Begriff scheint Nachtzeit mit seinen Kompositionen wahrlich auszubrechen, was den engen Rahmen seiner Stücke wieder zu etwas ganz besonderem macht.


Fazit:

Wenn ich mir im Nachhinein mein Geschreibsel zum Vorgänger „Night spirit“ so durchlese und jetzt diesen Text, so merkt man, dass sich bei Lustre nahezu nichts geändert hat und der Eindruck immer noch der gleiche ist. Einerseits kann das gut sein, doch andererseits denke ich, dass in Zukunft ein bisschen was passieren muss. Klar, atmosphärisch liegt Nachtzeit immer noch ganz weit vorn, aber da die Mittel sich stets gleichen, wird irgendwann einmal Langeweile einkehren. Doch, solange mir ein Album so gut gefällt wie „Glimps of glory“ habe ich noch keine bedenken, dass ich irgendwann einmal Probleme mit der Musik Lustres haben werde.


Trackliste:

  1. I
  2. II
  3. III



8/10

Erscheinungstermin:

20. September 2010

Lustre Myspace

De Tenebrarum Principio

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