Luster - Night Spirit

Lustre – Night Spirit (Review und Kritik)

Luster - Night Spirit
Lustre - Night Spirit

Die Welt kann so einfach sein, vor allem die musikalische. Meist sind es doch nicht die großen, überbordenden und ausschweifenden Konzepte, die einen bewegen, sondern es schafft vielmehr das auf das nötigste beschränkte Rezept den Menschen in seinem Innersten zu erreichen. Eine Art archetypische Gefühlsregung, welche sich in der Musik in seiner vollen Größe entfaltet. Dass ausgerechnet das noch recht unbeschriebene schwedische Blatt Lustre für solche stille innere Euphorie sorgen kann, stand wohl bei kaum einem auf der Rechung.

Dabei ist Nachtzeit, so der Name des einzigen Protagonisten Lustres, bisher schon recht umtriebig gewesen und dürfte vor allem durch sein Engagement bei Kim Carlssons morbiden Schwarzmetall Kommando Hypothermia als Session-Drummer auf sich aufmerksam gemacht haben. Wie der Name des Albums verspricht darf man auf „Night Spirit“ dem mystischen Geist der Nacht lauschen in einer sehr spiritistischen und ursprünglichen Form. Die allseits vorhandene Monotonie der beiden überlangen Stücke nimmt den Hörer gefangen und lässt ihn so schnell nicht mehr los. Hier heißt es wieder, sich darauf ein- und vor allem fallenlassen, denn durch das nebenbei hören gehen einem zu viele Aspekte der Musik Nachtzeits verloren.

Lustre - Nachtzeit
Lustre - Nachtzeit

Wenn man grobe Vergleiche ziehen möchte, lägen einem Burzums allgegenwärtiges „Dunkelheit“ und eine leichte Affinität zu den Werken Summonings nahe, doch ist der Weg Lustres atmosphärisch ein anderer. Das schleppende Drumming legt den Grundstein für die eher als Klangteppich fungierenden Gitarren, die eigentlichen Melodien werden durch zerbrechliche Keyboardtöne verwoben. Das eher selten auftretende stark verhallte Kreischen erbringt sein übriges für eine ungeheuer dichte finstere Atmosphäre. Sehr zum Vorteil gereicht es „Night Spirit„, dass es auf eine sehr anständige Produktion blicken darf. Jedes Instrument ist in seiner minimalistischen Art gut heraus zu hören und versprüht ein Gefühl von Macht und Erhabenheit. Die Grenzen Lustres sind recht eng gesteckt, so wirkt „Night Spirit“ nicht in jeder beliebigen Stimmung. Es sind entweder tiefe Melancholie oder das Gefühl dunkler Größe erforderlich um das Album in vollen Zügen genießen zu können.


iskharian3Fazit:

Night Spirit“ ist schon eine Überraschung geworden. Zum einen überrascht die Tatsache, dass Lustre ein noch recht neues Projekt ist, was man aufgrund des stimmigen Konzeptes nur schwer erahnen kann, zum anderen überrascht es, dass es Nachtzeit mit wirklich einfachsten Mitteln schafft den Hörer einzunehmen. 40 Minuten erhabenste Nachtverehrung.


Trackliste:

  1. Part 1
  2. Part 2

( 8 / 10 )
( 8 / 10 )

Anspieltipps:

Das Album als Ganzes

Erscheinungstermin:

Bereits erschienen

Lustre Myspace

De Tenebrarum Principio Homepage

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