M’era Luna – Newcomer Wettbewerb – Interview mit Molllust

MollustAuch dieses Jahr durften sich wieder Newcomer der Szene darum bewerben, das M’era Luna am 10.08. eröffnen zu dürfen.

Dieses Jahr gewonnen hat die Band Molllust, eine Leipziger Band, mit der Vision, Metal und Klassik neu zu vereinen. Und das gelingt Ihnen ganz außerordentlich.

Die Band um die klavierspielende Sängerin Janika Groß veröffentlichte am 22.09.2012 ihr Debütalbum „Schuld“. Ganz nebenbei sozusagen, entstand ein Bach-Cover-Programm, mit der die Band die Jury zu den Bachspielen 2012 in solch einem Maße überzeugen konnte, dass Sie den 1. Platz errangen.

Für Dark-News stand die Band zu einem Interview bereit:

Dark News: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Newcomerwettbewerbs, wie fühlt ihr euch. Habt ihr damit gerechnet? Was bedeutet das für euch?

Janika: Hallo erstmal und vielen Dank für die Glückwünsche! Wir sind allesamt überglücklich, den Titel davonzutragen. Darauf gehofft haben wir natürlich von Anfang an. Nachdem wir nun abgesehen von den allerersten Tagen die komplette Zeit in Führung lagen, haben wir natürlich irgendwo schon damit gerechnet, dass wir es schaffen, uns nicht mehr einholen zu lassen. Allerdings hat uns die Konkurrenz ganz schön Druck gemacht und wir haben wirklich alle Hebel in Gang gesetzt, unsere Fans zu aktivieren, damit wir am Ende nicht das Nachsehen haben. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben! Das war großartig!
Für uns bedeutet der Sieg neben dem Opener-Slot auf dem M’Era Luna und einiges an Presse, dass wir uns und unsere Musik neuen Fans vorstellen sowie Kontakte zu den Machern hinter der Kulisse der Musikwirtschaft knüpfen können. Dies wird uns dabei helfen, wieder einen Schritt voranzukommen – und wir freuen uns schon sehr darauf, was uns so alles erwarten wird!

Dark News: Wie seid ihr entstanden, was habt ihr bisher erreicht und wo wollt ihr noch hin / Was sind eure Ziele?

Janika: Ausführlich kann man die Bandgeschichte auf unserer Webseite nachlesen, hier die Kurzfassung: Ich hatte eine musikalische Idee, habe dafür die passenden Musiker gesucht und diese über Aushänge, Gespräche und kleine Zufälle schließlich gefunden. Wir haben uns also vor der Bandgründung nicht bzw. sehr flüchtig untereinander gekannt. Seit Dezember 2011 sind wir auf den Bühnen unterwegs. Ein paar Erfolge konnten wir seitdem schon vorweisen. Zunächst sind da unsere beiden CDs, auf die wir sehr stolz sind. „Schuld“ ist unser Debütalbum, bestehend aus 11 Eigenkompositionen. „Bach con fuoco“ ist unser Bach-Spezial, eine EP mit vier Stücken. Diese ist ganz eng mit einem weiteren Erfolg verknüpft: Wir haben im letzten Jahr die BachSpiele gewonnen. Wir konnten die Jury mit unseren Opera Metal-Versionen der Bachwerke überzeugen. Außerdem sind wir vom Flying Music Circus als einer der vielversprechendsten lokalen Acts gekürt und eines unserer Stücke auf einem Vinyl-Sampler verewigt worden, um die sächsische Musikkultur in die Welt zu tragen.
Wo es hingehen soll? Ganz klar voran! Wir arbeiten eifrig daran, die Welt mit unserer Musik bekannt zu machen und werden ausprobieren, wie weit sich damit kommen lässt. Das große Ziel ist, von der Musik mit der Band eines Tages leben zu können – denn um das Ganze richtig anzupacken, braucht die Musik sehr viel Zeit. Das ist mit anderen Jobs nur schwer zusammenzubringen – aber irgendwovon muss man schließlich auch seine Brötchen bezahlen.

Dark News: Ihr habt in der Vergangenheit öfter auf Veranstaltungen gespielt, die mit dem großartigen Komponisten Bach zu tun haben.  Warum und wie seid ihr ihm verbunden?

Janika: Leipzig ist Bachstadt – und damit wird hier auch kein Komponist so sehr geehrt wie er. Mit einem Mozart- oder Brahmsprogramm hätte man uns vermutlich nicht auf den entsprechenden Veranstaltungen hier spielen lassen. Unabhängig davon haben wir jedoch einen großen Respekt vor seinem Schaffen und das, was er in der Welt der Musik erreicht und uns hinterlassen hat. Allerdings wäre es etwas zu viel gesagt, ihn als einziges Vorbild von uns zu bezeichnen. Ich bin besonders stark durch die Klangsprache der Romantik geprägt und entsprechend fließen viele Stilmittel von dort auch in meine Kompositionen – irgendwo ist also mit Sicherheit auch ein Stückchen Rachmaninow, Brahms und Dvorak bei uns zu finden.

Dark News: Wen wollt ihr mit euer Musik erreichen?

Janika: Alle aufgeschlossenen Menschen, die unsere Mischung aus Klassik und Metal anspricht. Ob diese alt oder jung sind, Goth, Metaller oder Klassiker, Europäer oder Asiat ist uns dabei ehrlich gesagt ziemlich egal. Ich freue mich über die doch recht verschiedenen Zuhörer in unserem Publikum. Musik kennt keine Grenzen, und das ist gut so!

Dark News: Könnt ihr von euren Einnahmen schon leben? Oder was macht ihr nebenberuflich um über die Runden zu kommen? (zwinker)

Janika: Davon sind wir leider noch ziemlich weit entfernt. Wir arbeiten noch daran, überhaupt unsere Ausgaben zu refinanzieren, Studioproduktionen sind schließlich nicht ganz billig und wir legen bei allem, was wir tun, wert auf eine hohe Qualität. Im Gegenteil, wir finden immer wieder neue Posten, um Geld in das Projekt zu stecken – als nächstes ist unsere Bühnentechnik dran, damit wir uns bei den Live-Shows mehr bewegen können und nicht durch Kabellängen und Standmonitore in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. Wir haben fast alle einen anderen Beruf studiert bzw. sind dabei. Ich habe meinen Beruf ziemlich zurückgestellt, um das Organisatorische für die Band bewältigen zu können sowie die Songs zu schreiben. Der komplette Übeaufwand und die Proben liegt bei uns allen nach Feierabend – wir haben also oft lange Tage und die Zeit für Hobbys und dergleichen ist recht eingeschränkt.

Dark-NewsWie würdet ihr euren Musikstil beschreiben? Einfach nur Opera Metal?

Janika: Eigentlich müssten wir es Metal-Klassik nennen, aber immer wieder neue Genres zu erfinden macht denke ich nicht viel Sinn und klassischer Metal ist schon mit einer anderen Bedeutung belegt. Bei uns ist die Klassik eben nicht nur Hintergrunddeko, sondern mindestens gleichwertig zum Metal.

Dark-News: Welche Bands haben euch musikalisch am meisten beeinflusst?

Janika: Mein stärkster Einfluss sind klassische Komponisten der Romantik. Therion und das alte Nightwish mit Tarja waren für mich aber Inspirationsquellen um meinen eigenen Stil zu finden.

Dark-News: Welche Musik hört ihr privat?

Janika: Das ist ganz unterschiedlich und natürlich auch nicht bei jedem Bandmitglied gleich. Eine hohe Schnittmenge liegt auf Dvorak, Disillusion und Tool. Generell dominieren wohl Klassik, Prog-Rock und Metal.

Dark-News: Wo kann man euch live sehen? Ist eine größere Tournee geplant?

Janika: Eine größere Tournee ist momentan nicht geplant, aber wer weiß, was sich noch so ergibt, wir würden nicht nein sagen. In näherer Zukunft gibt es uns natürlich in Hildesheim auf dem M’Era Luna, in Leipzig, Halle, Rostock und Kiel zu hören.

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an alle Fans für die großartige Unterstützung – wir freuen uns, euch auf einem unserer Konzerte zu treffen!

Dark-News verlost zusammen mit Molllust ein Bandshirt. Schreibt uns an verlosung@dark-news.de und beantwortet bis zum 20.07. folgende Frage: Wann wurde Molllust gegründet?

Dark-News wünscht dieser Band weiterhin viel Erfolg. Wir sehen uns auf dem M’era Luna.

 

Foto: Frank Helbig

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