Magnitudo 8 – Lucro Chimica (Review und Kritik)

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Magnitudo 8 - Lurco Chimica

Bei Magnitudo 8 handelt es sich um das Powernoise-Projekt des Italieners Elfire, der laut Presseinfo bereits in der Black-Metal-Szene einschlägige Erfahrungen sammelte. Seltsamer Stilwandel, okay, aber jeder kann ja zum guten Geschmack bekehrt werden, wobei Powernoise immer so eine Sache ist. Viele Bands sind schlicht langweiliges und simpelstes Utz-Utz und wissen nur durch einen guten Geschmack bei der Auswahl von Filmsamples zu überzeugen, andere wiederum schaffen es, mit ihrer Musik sowohl Tanzbein als auch Hirn anzuregen und sogar Atmosphäre zu erzeugen. Clubhits landet in dem Bereich ohnehin jeder Aas, dafür ist das Publikum leider anspruchslos genug. Namen wie SAM, xotox oder SHNARPH! sind aus der Szene gar nicht wegzudenken, doch nur einige (die gerade genannten zum Beispiel) sind tatsächlich relevant. Magnitudo 8 sind es wenigstens teilweise.

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Magnitudo 8

Komplett filmsamplefrei geht es hier zu Werke, monoton und tanzbar. Bassdrum auf die 4, überflüssigen Schnickschnack wie Melodie oder Struktur in die Tonne und losgeutzt – Eigentlich so wie jede beliebige 08/15-Band, die gerade auf den fahrenden Zug Powernoise aufspringt. Und die ersten paar Songs gehen voll in die Tonne. Komplett wiedererkennungswertfreies und sinnleeres Geschranze, das in jedem schlechten Club gespielt wird. Diesen Kurs fährt Magnitudo 8 aber zum Glück nicht weiter. Nach einer etwas durchschnittlichen ersten Halbzeit beginnt er, vom stupiden Geschranze wegzugehen und auf etwas wie Atmosphäre zu erschaffen, was ihm verdammt gut gelingt.

Düstere Melodien und zwar immer noch böllernde, aber nicht mehr nervige Beatsalven markieren den anderen, mir weit sympathischeren Teil des Projekts. „Coma“ besticht trotz Überlänge durch starke Melodiefetzen und baut durch geschickte Strukturierung des Songs gute Atmosphäre auf und bleibt immer tanzbar. Ähnlich geht es weiter mit dem ebenfalls starken Titelsong „Lucro Chimica“, der das Gespür Elfires für düstere Atmosphäre nochmals zeigt. Auch „Dataipnotic“ und „Fe37“ bestechen durch feine, düstere Klänge und sollten keinen Genrefan kaltlassen.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Ein Werk mit Höhen und Tiefen. Dachte ich zuerst, das Album wird ein kompletter Schuss in den Ofen, belehrte mich die zweite Hälfte eines Besseren. Statt dem langweiligen Geschranze besinnt man sich auf gute atmosphärische Elemente. Diese machen die CD doch noch hörbar. Heraus kommen einige Highlights wie der Hit „Coma“ oder „Lucro Chimica“, aber auch viel extrem stumpfer Nebenschrott, der den guten Eindruck der guten Songs kaputthaut. Schade eigentlich – Noch bieten Magnitudo 8 keinen Spaß über die volle Distanz, aber was nicht ist, kann schließlich noch werden. Wenn es mehr Atmosphäre zu bieten hat, darf es gerne wiederkommen. So ist es aber nur okayer Powernoise mit einigen Höhen und vielen Tiefen, den nur Hardcore-Fans und Musikredakteure in voller Länge hören werden.

Tracklist:

  1. Scatter
  2. Antrace
  3. Tortura
  4. 235U
  5. Under Presscure
  6. Poison Rain
  7. Coma
  8. Infectious Area
  9. Dataipnotic
  10. Compulsive Noise
  11. Fe37
5/10
5 / 10


Highlights:

– Coma
– Dataipnotic
– Fe37

Veröffentlichungsdatum: 20.04.2009

www.myspace.com/magnitudo8

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