Requiem

Mantus – Requiem (Review und Kritik)

Requiem
Mantus - Requiem

Ganz ehrlich: Ich bin nicht ganz unbefangen an dieses Werk herangegangen, da ich noch unter dem Einfluss des überaus langweiligen Werkes eines anderen Schindler-Projekts, Black Heaven‘s „Negativ“, stand. Und auch Mantus haben sich bei mir nicht sonderlich hervorgetan, weswegen ich die Rezension des Albums immer wieder vor mir hergeschoben habe, geschweige denn Sepia, bei denen gerade die Vocals von Martin Schindlers Schwester Tina, bei Mantus unter Thalia firmierend, mir die Zehennägel hochrollen ließen. Alles in Allem keine so tolle Voraussetzung für Objektivität. Aber wollen wir dem jüngst unter die lebenden Toten zurückgekehrte Projekt eine Chance geben.

Mantus
Mantus

Was auch immer in den Interviews von Darkwave gefaselt wird, ist mir schleierhaft, denn das Werk ist- Bis auf wenige Einschübe- eigentlich stinknormaler Gothic Metal, der immer latent an Samsas Traum (Oh Luna Mein), Unheilig oder die neueren Lacrimosa erinnert – Also schwere Riffs, teilweise elektronisch unterlegt, mit viel Orchester- und Klaviersynthies. Dies gelingt ganz nett, ohne ein konstant hohes Niveau zu erreichen oder große eigene Akzente zu setzen, ein Manko, das sich durch alle mir bekannten Veröffentlichungen der dunklen Geschwister zieht, genau wie diverse gesangliche Mängel. Während Martin sich teilweise ganz gut schlägt, kann ich mit der kalten und hohen Stimme von Thalia gar nix anfangen. Wenn das an Sonja Kraushofer oder Lisa Gerrard (Dead Can Dance) erinnern soll, hat sich die gute Dame bei der Wahl ihrer gesanglichen Vorbilder definitiv eine zu hohe Messlatte gesetzt, denn statt wohliger Melancholie – Oder Gefühlen generell – transportiert sie nichts. Wem auch immer das gefällt, mir klimpert die Frau auf den Nerven. Immerhin singt sie nur selten, z.B. auf dem textlich keine gruseligen Klischees auslassenden „Ein letztes Mal“.

Was an sich schade ist: Auch wenn die Songs nichts großartiges neues bieten, sind sie durchaus mit „nett“ auszuzeichnen, gerade, wenn es etwas härter zur Sache geht. So in etwa im Opener „Untergang“, wo sogar Schwesterchens Stimme mal nicht so sehr nervt wie gewohnt. Dass diese straighte Richtung nicht durchgehalten wird, ist schade: Viel zu häufig verliert sich die Band aber in Details oder Epik, wie z.B. dem nicht nur ausgelutschten, sondern totgedudelten „Lacrimosa“-Chorgesängen im Titelsong „Requiem“, oder schlecht geklauten Riffs von wahlweise Paradise Lost, Samsas Traum, den großen Vorbildern Lacrimosa oder Unheilig. Irgendwie erinnert mich das alles eklatant an ein Do-It-Yourself-Darkwave-Set oder Setzkasten-Gruftrock oder ein Insider-Ratespiel. Deswegen fällt es mir auch schwer, irgendwelche Highlights hervorzuheben: Zu sehr ähneln sich manche Songs, zu oft denkt man „Hey, das kenn ich doch!“.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Wenn dieses Album, wie z.B. vom Orkus proklamiert, das Beste der Band sein soll, dann möchte mich mit den Frühwerken nicht beschäftigen. Auch wenn ich Mantus eine gewisse Eingängigkeit nicht abspreche, finde ich dieses „Requiem“ einfach viel zu flach. Es hat, bis auf die grausame Stimme Thalias, so gut wie keinen Wiedererkennungswert. Viele Songs gehen ins Ohr und verschwinden fast genauso schnell wieder. Insgesamt also durchwachsen und absolut durchschnittlich. Auch mit diesem Album kann ich mir den Kultfaktor der Band kaum erklären. Vielleicht ist es ja wie bei den Crüxshadows: 3 bis 4 Hits und die Fans durch Touren bei der Stange gehalten. Mehr als 5 Punkte sind beim besten Willen nicht drin.




Tracklist:

  1. Untergang
  2. Still
  3. Sterne
  4. Grösser als die Sonne
  5. Für Immer
  6. Ein letztes Mal
  7. Bei mir
  8. Labyrinth der Zeit
  9. Letzte Tränen
  10. Requiem
  11. Klang der Stille
  12. Massiv
( 5 / 10 )
5 / 10

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