Marduk - Iron Dawn
Marduk - Iron Dawn

Marduk – Iron Dawn (Review und Kritik)

Marduk - Iron Dawn
Marduk - Iron Dawn

Die Panzer werden wieder aufgefahren – Schwedens Black Metal Export Nr. 1, Marduk, ist zurück. Wenn auch nur für schlappe 13 Minuten in Form einer etwas merkwürdig gestalteten EP mit dem Titel „Iron Dawn.“ Das Quartett um Bandchef Morgan Steinmeyer Håkansson braucht allerdings auch dieses mal nicht viel mehr als drei gewohnt brachiale Stücke für ihre akustische Kriegsführung. Treue Anhänger werden sicher auch trotz des gelben Artworks zugreifen und können im folgenden schon vorab lesen wie ihre Boxen diesmal malträtiert werden.

Wobei es da eigentlich nicht so viel zu erzählen gibt… wie gewohnt preschen die Schweden ohne Rücksichtnahme auf´s evtl. schon geschädigte Gehör drauf los, und geben einem bei „Warschau II: Headhunter Halfmoon“ direkt die

Marduk
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volle Breitseite. Der Titel lässt es bereits vermuten: Marduk versuchen gar nicht erst neue Wege zu beschreiten – ganz im Gegenteil, man richtet sich viel mehr nach früheren Erfolgen. Und welches Album galt (zu unrecht wie ich finde) als ihr bestes? Genau – die Panzerdivison. Was liegt da also näher, als der kurzen Scheibe auch dieses mal ein Kriegsszenario als Konzept zur Seite zur Stellen? „Böse“ deutsche Titel wie „Wacht am Rhein: Drumbeats of Death“ dürfen da genau so wenig fehlen wie Blastbeat-Attacken und ein sich auskotzender Mortuus am Gesang.

An das Funeral Mist Aushängeschild hatte man sich ja schon nach den letzten drei Studioplatten gewöhnen können, und so stellt sein Gesang irgendwo zwischen ekeligem Sprechgesang und harschen Ausbrüchen auch dieses mal ein besonders Highlight in dem fast durchgehenden Brett aus Drumgewittern, sterielem Klang und wenigen Melodiemomenten dar. Lediglich der dritte Titel Prochorovka: Blood And Sunflower“ sticht durch sein deutsches Volksmusik-Intro und seine doomig schleppende Atmosphäre ein kleines bisschen hervor. Ob das ganze wirklich einer eigenen Scheibe würdig war sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Anhäger der vorangegangenen Alben „Wormwood“, „Rom 5:12“ und „Plague Angel“ werden definitiv nicht enttäuscht, denn sie bekommen die gewohnte Kost ohne irgendwelche Experimente. Mir persönlich ist das zu wenig. Sammler und Fans sollten allerdings schnell sein, wenn sie eine der auf 500 Stück limitierten Platten ergattern wollen.

Fazit: Der letzte Song klingt als hätte man den Krieg hinter sich – Feindesland in Schutt und Asche gelegt. So ungefähr fühle ich mich nach den 13 Minuten dieser Scheibe. Was war das? Ein Blitzkrieg? Ich kann an dieser Stelle nicht einmal abstreiten dass die Musik gewohnt ordentlich und solide ist – aber eben auch absolut nichts überraschendes. Spätestens nach „Wormwood“ wusste ich bis ins kleinste Detail schon was mich beim Einlegen dieser EP erwarten würde. Fans werden die paar Euro riskieren und nichts falsch machen. Warum das ganze nicht auch auf ein komplettes Album gepasst hat erschließt sich mir allerdings nicht.

Titelliste von „Iron Dawn“:

  1. Warschau II: Headhunter Halfmoon
  2. Wacht am Rhein: Drumbeats of Death
  3. Prochorovka: Blood and Sunflowers

( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltips:
Erübrigen sich bei knapp 13 Minuten Spielzeit wohl.

Erscheinungstermin:
27.05.2011

http://www.myspace.com/truemarduk

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