Marduk - Wormwood

Marduk – Wormwood (Review und Kritik)

Marduk - Wormwood
Marduk - Wormwood

Marduk – Wormwood (Review und Kritik)

Fuck me Jesus! Die Panzerdivison Marduk rollt wieder und macht mit „Wormwood“ ein weiteres mal , in der nunmehr 19 jährigen Bandgeschichte, keine Gefangenen auf ihrem musikalischen Feldzug voller Hass und Blasphemie. Wer den Vorgänger Rom 5:12 mochte, wird sich dabei besonders freuen, dass Bandchef und Kriegsfetischist Morgan Steinmeyer Håkansson auch diesmal wieder von Funeral Mist´s Mortuus gesanglich unterstützt wird. Ein Garant dafür, dass Marduk auch Anno 2009 den Platz an der Speerspitze schwedischen Schwarzmetalls nicht ein zu büßen haben, wie ihr im folgenden Review nachlesen könnt.

Das man mit Funeral Mist´s Arioch alias Mortuus einen wahren Glücksgriff am Gesang erwischt hat, dürfte Marduk Fans spätestens seit dem Vorgänger und dem aktuellen Album seiner Hauptband bekannt sein. Auch auf „Wormwood“ zeigt sich der Schwede wieder extrem ungewillt kompromisse ein zu gehen. Ekeliger, rotziger und hasserfüllter kann eine Stimme kaum klingen, was treuen Anhängern der Gruppe bei Songs wie „Nowhere, No-One, Nothing“ gar nicht erst einen Grund gibt, den ausgestiegenen Fronter Legion zu vermissen. Steinmeyer wusste damals wen er sich in´s Boot holt, und auch wenn alleine die musikalische Leistung bei vielen Tracks wie dem rockig eingeleiteten „Funeral Dawn“ schon ausreichen sollten sich das Hirn blutig zu bangen, kann eine markante Stimme mit solch hohem wiedererkennungswert schon so manches Wett machen.

Und eigentlich kann man schon ab dem dritten Song „The Fleshy Void“ mit Bestimmtheit sagen, dass dies Marduk sind wie man sie kennt. Wesentlich Innovativ klingt das Album nämlich nicht. Die Skandinavier knüppeln aus ihren Instrumenten raus was sie hergeben und lassen sich dabei nur sporadisch auf melodisches Riffing ein. Da diese Taktik der akustischen Kriegsführung nun schon seit geschlagenen 19 Jahren Anklang bei Unmegen Metalheads findet, ist es wohl nicht sehr verwunderlich, dass sich die Band nicht dazu hinreißen lässt Risiken ein zu

Marduk
Marduk

gehen und „ruhige“ Klänge wie beim, von Glockengeläute unterlegten, „Unclosing the Curse“ weitestgehend verzichtet. Letztendlich dient dieses kurze Stück wohl auch nur als Übergang zu „Into Utter Madness“, dass besonders gesanglich hervor zu stechen weiß. Mortuus klingt wie vom Satan in der Hölle selbst ausgekotzt und lässt, das eigentlich recht melodische Stück, dadurch noch wesentlich brutaler und gehässiger erscheinen. Die Double-Bass Attacken, die einem Drummer Brodesson dabei um die Ohren knallt tun ihr Übriges, Marduk tief in den Schädel des Hörers einmarschieren zu lassen.

Mit „Phosphorous Redeemer“ folgt dann einer meiner persönlichen Höhepunkte der Scheibe. Treibend, wuterfüllt und dennoch mit einem starken wiedererkennungswert und einem gewissen melodischen Einschlag, insbesondere im Riffing und den angepassten Vocals, walzt das Stück alles nieder was sich ihm in den Weg stellt. So ist es also von einem musikalischen Panzer überrollt zu werden. Und dieser scheint grade erst in Fahrt zu kommen, wenn man sich das schleppend, klagend klingende „To Redirect Perdition“ anhört. Hier wird düster und langsam vorgegangen, jedoch keineswegs weniger Brutal.

„Whorecrown“ bläst zudem in altbewährter Manier im direkten Anschluss wieder den Staub aus den Boxen obwohl grade dieses ungewöhnlich lange Stück von eingängigen Riffs getragen wird. Bei solch extremen Bands ist man Überlängen in den Songs ja kaum gewohnt und daher fast schon erleichtert, wenn endlich der nächste Track seine ersten Töne anstimmt. Da der Titel „Chorus Of Cracking Necks“ allerdings schon vermuten lässt, dass unsere Nackenmuskulatur bei zu viel „Kopfschütteln“ diesen Song nicht überleben wird, wird man nicht wirklich entlassen sondern bekommt einfach ein weiteres Mal die volle Breitseite in die Fresse. Ja, das ist der richtieg Ausdruck dafür wie man sich am Ende von „As a Garmant“ fühlt – akustisch vermöbelt und grün und blau geschlagen, aber dennoch mit einem zufriedenen Grinsen auf dem Gesicht.

Zigeunerjunge
Zigeunerjunge

Fazit: Was soll ich jetzt zu diesem Album sagen? Besitzt ihr eins der letzten Marduk Alben und mögt es? Dann solltet ihr euch Wormwood zulegen. Das Album erfüllt ohne Ausnahme das was man erwartet hatte, ohne dabei auch nur die geringste Weiterentwicklung zu zeigen. „Stagnation ist der Tod einer Band“ habe ich mal irgendwo gelesen – auf Marduk scheint dies nicht zu zu treffen, denn der (kommerzielle) Erfolg gibt den Schweden ja mehr als recht. Ich persönlich werde das Album warscheinlich in nächster Zeit noch ein paar mal hören, aber ein Dauerbrenner ist es in meinen Ohren nicht – da lege ich lieber noch mal die Panzerdivision ein. Musikalisch dennoch ohne Frage ein durchweg gutes und solides Album, dass zumindest den Vorgänger schlagen kann. Ich denke einfach, dass sich die Band durchaus weiterentwickeln könnte – schließlich können sich nur Slayer leisten das selbe Album immer wieder zu veröffentlichen.


Tracklist von „Wormwood“:

  1. Nowhere, No-One, Nothing
  2. Funeral Dawn
  3. This Fleshly Void
  4. Unclosing The Curse
  5. Into Utter Madness
  6. Phosphorous Redeemer
  7. To Redirect Perdition
  8. Whorecrown
  9. Chorus Of Cracking Necks
  10. As A Garment


( 8 / 10 )
( 8 / 10 )

Anspieltips:
> Nowhere, No-One, Nothing
> Into Utter Madness
> Phosphorous Redeemer

Erscheinungstermin:
24.09.2009

www.marduk.nu
www.myspace.com/truemarduk

About Zigeunerjunge

Check Also

U.D.O. – We Are One

In einer Zeit, in der eine Pandemie unser Leben mehr oder weniger bestimmt, sehnen sich …