Mechanical Moth – Rebirth (Review und Kritik)

mechanical moth_rebirth cover
Mechanical Moth - Rebirth

Irgendwie strange, so ein Industrial-Album mit Blues- und Soulgesang. Könnt ihr euch nicht vorstellen? Ne, bis gerade konnte ich das auch nicht. Dann stampfte „Dance Revolution“ vom neuen Mechanical Moth-Album „Rebirth“ durch den Raum, bei dem Neu-Sängerin Ivy vom Nebenprojekt Spirit of D. (Aha!) ihre eindrucksvolle Visitenkarte abliefert. Pauschal ließe sich das wunderbar als Dark Electro und Gothic on Verbindung mit Soul-Gesang beschreiben und das ganze mit den älteren, electrolastigeren L’Âme Immortelle oder einer Industrialesken Ausgabe von Blutengel vergleichen, doch das täte sowohl Ivys toller Stimme als auch der Musik von Mechanical Moth Unrecht, denn beide haben einiges zu bieten.

Dass auf „Rebirth“ der Gesang und die Stimme so sehr im Vordergrund stehen – Für Industrialbands ja sonst eher untypisch – Macht das Album auf der einen Seite eingängiger als auch schwieriger zu erschließen, da man sich wirklich einhören muss, um alle Details, die Soundtüftler Tandrin versteckte, zu entdecken. Die Musik, die sich als Mischung von Die Form, Mechanical_Moth_01Suicide Commando oder den bereits erwähnten L’Âme Immortelle beschreiben lässt, bastelt ein sowohl tanzbares als auch gut anhörbares Fundament für die Stimme Ivys. Das Album liefert mit dieser tollen Kombination sowohl Futter für Herz und Ohren als auch Tanzmuskel.

Nicht nur durch die teilweise seltsamen Einflüsse. So klingt „Feenzauber“ fast schon wie ein Gospel mit Electrohintergrund. Das ist zunächst zwar gewöhnungsbedürftig, aber weiß doch nach einer kurzen Einhörphase zu gefallen. Teilweise erinnert das sogar ein wenig an Samsas Traum zu Zeiten, als sie noch gut waren. „Dance Revolution“ erinnert an eine elektronische Ausgabe von Evanescence und „Elegy“ weiß mit dezenten Rockeinflüssen zu überzeugen. In diesem Spannungsfeld zwischen Rock, Electro und Soul bewegt sich das Album auf teils vertrautem und teils komplett anderem Gebiet als dem, was man in der Szene gewohnt ist. Toll ist auch der abschließende Track „Crimson Theme“, der sogar mit Hackbrett-Tönen aufwartet.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Und in diesem Spannungsfeld bewegen sich die Songs also zwischen Tanzflächenknallern („MDK“) und gefühlvollen Balladen, die einen leichten bis mittelschweren Gospeltouch vorweisen („Feenzauber“) und dabei kein bisschen kitschig klingen. Insgesamt ein starkes, abwechslungsreiches, aber auch nicht durchgängig richtig gutes Album, weil einige Songs recht unauffällig vorbeirauschen, was den guten Gesamteindruck ein wenig trübt. Dennoch eine starke Leistung und auch mal was anderes. Für enttäuschte L’Âme Immortelle- oder Blutengelfans, denen ihre ehemaligen Lieblinge zu kommerziell und poppig geworden sind, ist das Album aber auf jeden Fall eine sichere Bank.

Tracklist:

  1. Dance Revolution
  2. Cathedral
  3. Black Queen Style
  4. Zealot
  5. Look Behind You
  6. Feenzauber
  7. Elegy
  8. Velvet Dancer vs. der Kammersänger
  9. Dying is a lonely Game
  10. Passion
  11. MDK
  12. Fiend
  13. Crimson Theme
7 / 10
7 / 10

Veröffentlichung: Bereits veröffentlicht

www.mechanicalmoth.de
www.myspace.com/mechanicalmoth

Anspieltipps:

– Feenzauber
– Crimson Theme 
– Dance Revolution
– MDK

About Fenriz

Check Also

Videorelease: Agonoize – The Fall

Depressionen – Dämonentanz in der eigenen Seele. Lautlose Schreie…. verstecktes Weinen… verstummte  Emotionen… Mittlerweile eine …