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Metal und Behinderung (Interview und Vorstellung)

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Geistige und körperliche Behinderungen begegnen uns häufig im Alltag, aber auf Konzerten oder Festivals? Ein Mann der sich zu diesem Thema Gedanken gemacht hat ist Ron, der Betreiber der Seite www.new-metal-media.de. Diese Seite bietet Informationen zum Thema Metal und Behinderung, stellt Bands und Konzerte vor und ist zur Zeit die wohl einzige Informationsquelle zu diesem Thema. Wir haben uns die Chance nicht nehmen lassen Ron ein paar Fragen zu diesem Thema und seinem Projekt zu stellen und die Seite etwas vorzustellen.

SN: Welche Erfahrungen, die behinderte Menschen auf Festivals gemacht haben, kannst du mit uns teilen? Wie wurden sie „aufgenommen“?

Ron: Metal ist ein Lebensgefühl und wird unter den Anhängern der Szene gerne geteilt. Ich kann nur sagen, dass ich bisher gute Erfahrungen gemacht habe. Sehr viele Festivals lassen sich besondere Möglichkeiten für die behinderten Besucher einfallen. Es gibt zumeist gesonderte Bereiche für Rollstuhlfahrer, die guten Blick auf die Bühne bieten. Man muss zugeben, dass Metaller unter sich ziemlich tolerant sind. Ausnahmen gibt es immer, aber im Großen und Ganzen ist es voll okay.

SN: Welche Situation/welches Ereigniss war ausschlaggebend eine Homepage zu erstellen, die sich mit dem Thema „Metal und Behinderung“ befasst?

Ron: Ausschlaggebend für mich war, dass es so eine Seite noch nicht gab, und es ziemlich mühsam war Informationen zu finden, ob ein Konzert nun behindertengerecht ist, ob man ein Festival besuchen kann oder lieber nicht und vor allem wie stehen die Bands zu ihren Fans.
SN: Bist du selbst beeinträchtigt/behindert?

Ron: Ja ich bin selber behindert, und zwar psychisch und teils körperlich.

SN: Wie läuft die Zusammenarbeit bis jetzt mit den Bands und Festivals und welche konntest du mit deinem Anliegen schon erreichen?

Ron

Ron: Bands konnte ich bisher so um die 400 erreichen und zu einer Mitarbeit bewegen, diese werde ich auch nach und nach auf meiner Homepage listen. Aber es kommen immer wieder neue hinzu. Die bekanntesten sind wohl Sodom, Helloween, Axel Rudi Pell und Predatory Violence. Bei den Festivals sieht das schon etwas schwieriger aus, da wir uns bereits in der heißen Festivalphase befinden. Geholfen haben mir für den Bereich Festivals das Wacken Open Air, welches mich sehr unterstützt hat und das Bang your Head. Einige andere Festivals stehen mit ihren Informationen noch aus.

SN: Wie nehmen z.B. nicht benachteiligte Metalfans das Projekt auf?

Ron: Mein Projekt richtet sich ja an alle Metalfans und wird bisher sehr gut aufgenommen. Es gibt einige Ausnahmen, aber mit Kritik muss man eben leben.

SN: Welche Festivals/Konzerte haben sich auf benachteiligte Fans eingestellt und welche ignorieren das?

Ron: Das wohl größte Festival in unserer Gegend, also das Wacken Open Air, ist wohl auch am besten auf spezielle Gäste eingestellt. Es gibt dort gute Angebote für Behinderte und nicht behinderte Metalfans. Das klingt schon fast wie Schleichwerbung, soll aber keine sein. Zu erwähnen wäre auch das Comedy meets Metal Open Air, dessen Erlöse einem guten Zweck zugute kommen. Auf taube Ohren bin ich bei einem Festival in der Nähe von Elmshorn gestoßen, den Namen möchte ich hier nicht nennen. Aber wie gesagt solche Festivals gibt es auch. Ist aber ehr die Ausnahme.

SN: Gibt es eigentlich auch Metal-Bands mit Behinderten oder beeinträchtigten Mitgliedern?

Ron: Das Thema Behinderung gilt immer noch als Tabu, gerade was psychische Behinderungen betrifft. Leider wird fälschlicherweise immer Behinderung mit Schwäche gleichgesetzt. Wenn man aber mit Bands in Kontakt tritt, dann haben viele Bekannte, Fans oder Verwandte die behindert sind. Als Band selber fällt mir im Moment nur Station 17 ein, die in früheren Jahren Rock und Heavy Metal gemacht haben und heute eher in den Elektro und Experimentalbereich gehen.
SN: Wie denkst du, geht eine „misanthropische“ (bzw. sich so gebene) Szene, wie die des Black Metals mit dem Thema um, bzw. hast du da schon Erfahrungen gemacht? (Oder kurz: gab es auch negative Erfahrungen?)

Ron: Zu diesem Thema kann ich nur sagen, je misanthropischer sich die Bands geben, um so sozialer sind sie. Ich denke mal, dass bei einigen Bands mehr das Image dadurch gepflegt wird. Viele Black Metal Bands kennen das Problem mit speziellen Fans selber oder haben in ihrem Bekanntenkreis Behinderte. Schlechte Erfahrungen habe ich bisher nur selten gemacht. Ich wurde schon für mein Projekt kritisiert, so nach dem Motto „Man braucht nicht noch eine Metal Seite im Internet“. Solche Aussagen nehme ich dann zur Kenntnis, lasse aber meine Besucher entscheiden ob man meine Seite braucht. Persönlich bin ich noch nicht angegriffen worden.

SN: Was erhoffst du dir durch das Projekt zu erreichen?

Ron: Ich hoffe mit dem Projekt Behinderte und nicht behinderte Metaller zu erreichen und beide Seiten für den anderen zu sensibilisieren. Ich möchte Bands auf ihre speziellen Fans aufmerksam machen und vor allem möchte ich eine Möglichkeit bieten Festivals zu besuchen und den Leuten die sich mit ihrer Behinderung nicht sicher sind, die Angst zu nehmen. Ich lebe in der Annahme, dass viel mehr Behinderte Festivals besuchen möchten, dieses sich aber nicht trauen, weil sie die Gegebenheiten nicht kennen.

SN: Hat das Projekt bis jetzt schon viel Aufmerksamkeit ernten können?

Ron: Ja ich bin zufrieden mit den Besucherzahlen und ihr seit ja auch auf mich aufmerksam geworden.

SN: Hast du noch ein paar abschliessende Worte für unsere Leser?

Ron: Erstmal danke ich für die Chance, dass ich mein Projekt vorstellen durfte. Ich hoffe auf zahlreiche Besucher und natürlich auch auf Kritik und Lob. Vielen Dank fürs Lesen und wir sehen uns hoffentlich auf dem nächsten Konzert, Festival oder sonst wo…….

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Wir möchten uns nochmals für das Interview bedanken und hoffen, dass das Projekt weiter gedeiht und wächst und möglichst viele Menschen erreichen wird.

Dieses Interview führte für Sie: Johannes „Kettenhund“ Buß

About Kettenhund

Mir wurde hier erlaubt meine bescheidene Meinung über Musik zu äussern, dieses geniesse ich auch freudestrahlend und ich vollsten Zügen. Ich bin 22 Jahre jung und lebe im schönen Emsland in einem abgeschiedenen und weltfremden Dorf das ich hier nicht näher beschreiben muss.

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  • Wird auch Zeit das in dieser Angelegenheit auch mal was passiert!!!! cheers and KEEP MOVING RON!!!!!! YOU RULE!!!!!

  • Hi Metalheads,

    jeder gesunder Metalfan sollte sich darüber im Klaren sein, daß auch er sehr schnell durch einen Unfall oder eine Krankheit im Rollstuhl landen kann, oder anderweitig pflegebedürftig wird. Deshalb finde ich Rons Arbeit klasse und erweise ihm meinen aufrichtigen Respekt. Weiter so Ron, U Rule !!!

    Metallischer Gruss, Dj “ Iron “ Andy

  • Pingback: StiftungsSphäre Villa Donnersmarck » Blog Archive » Sommerthema: Barrierefreie Musikfestivals()

  • Hi all! Since we’re Italian, we really can’t understand a word….however, we really wanted to thanks Ron for wearing a T-shirt of PHENIUM!

    Thanks man, you’re a true friend!!

    KEEP ON BANGIN‘!!!!

  • Super Bericht. Unterstützungswert!