Metallica - Death Magnetic

Metallica – Death Magnetic (Review und Kritik)

Metallica - Death Magnetic
Metallica - Death Magnetic

Mit DEATH MAGNETIC erwartet uns wohl eines der zwiespältigsten Alben dieses Jahres: Während sich DieHard METALLICA Fans schon das ganze Jahr über die Finger wund lecken voller Vorfreude, erwartet der Rest der Metal-Gemeinde wohl keinen weiteren Meilenstein der Musikgeschichte á la MASTER OF PUPPETS.

Wer soll es den vier Jungs auch verübeln? Nach einigen der großartigsten Langspielern die dieses Genre mit RIDE THE LIGHTNING, MASTER OF PUPPETS oder dem berühmten BLACK ALBUM hervor brachte, wäre es anmaßend zu behaupten, alle weiteren Scheiben würden automatisch auf diesem Niveau mitspielen. Im Umkehrschluss bedeutet es allerdings auch nicht, dass jede neue Platte von vornherein als schlecht abgetan werden darf. Leider ist es jedoch so, dass bereits mit den Veröffentlichungen in den 90er Jahren METALLICA mit jedem Album ein wenig mehr an Konsistenz und wirklicher Glaubwürdigkeit verloren haben. Das Ganze fand seinen Höhepunkt mit ST. ANGER, dessen Produktion an sich allerdings, durch den fast 2-Jährigen Alkoholentzug von Frontmann JAMES HETFIELD, unter einem denkbar schlechten Stern stand. Mit DEATH MAGNETIC wollte man sich nun eindrucksvoll in der Musikwelt zurückmelden und dabei das alte, teils schon verloren gegangene Soundgefühl wiederfinden. Sonderlicher weise besetzte man den Posten des Produzenten nicht mit BOB ROCK, sondern holte sich RICK RUBIN an Bord, der in der Vergangenheit bereits mit SLIPKNOT und SLAYER zusammen arbeitete.

Mit THAT WAS JUST YOUR LIFE schallt schließlich der erste Song aus den Boxen und man staune: Er hört sich richtig gut an. Anfänglich steigern sich die instrumentalen Einlagen immer weiter zu einem grundsoliden Akkord und einem facettenreichen JAMES HETFIELD in Bestform. Nach etwas mehr als sieben Minuten hat man endlich wieder das Gefühl ein richtiges, neues METALLICA Album zu hören. Diese anfängliche Euphorie wird allerdings schnell verblassen, wenn man ein paar Titel weiter bemerkt, dass man es gerade mit dem absoluten Höhepunkt der Platte zu tun hatte. Wieder einmal packen die Jungs aus der Bay-Area ihren Langspieler picke-packe-voll mit 7-10 Minuten Tracks, die kaum einen progressiven Ansatz zeigen und daher schnell ermüdend und eintönig wirken. Auch der Versuch, den Klassiker THE UNFORGIVEN mit einem dritten Teil zu beerben oder wieder einmal die Welt mit einem fast 10-minütigen Instrumental namens SUICIDE & REDEMPTION zu beglücken, schlägt fehl.

Dachte man noch während des Refrains von THAT WAS JUST YOUR LIFE, die Verzerrungen im Gesang wäre ein wissentlich eingesetztes Stilmittel, so wird man im weiteren Verlauf des Albums eines Besseren belehrt: Mit der Produktion von DEATH MAGNETIC hat sich nämlich keiner der Verantwortlichen mit Ruhm bekleckert. Die Songs wirken allesamt nicht richtig abgemischt und komplett fertig gestellt. Fans haben bereits mit dem erstellen eigener Remixe begonnen und in ihrer Frustration sogar eine Petition gestartet, in der sie das komplett neue Mastering der Songs von METALLICA fordern. Das betretene Schweigen von Band und Produzent zum diesem Thema ist allerdings das Traurigste an der ganzen Sache. Der fürs Mastering verantwortliche Ton-Ingenieur TED JANSEN distanzierte sich bereits von DEATH MAGNETIC und nahm die Platte nicht mal in seine Produktions-Biografie auf.

Markus "presGomacho" Knaupe

Fazit: Wer kann nicht von sich behaupten totaler METALLICA Fan zu sein? Daher ist es umso trauriger, dass man als hart arbeitender Metal-Fan, Profi Musikern, die schon seit mehr als 20 Jahren im Geschäft sind, für ein solch schlecht produziertes Album Geld geben soll. Leider machen es noch genug Fans und man kann ihnen nur wünschen, dass sie mit DEATH MAGNETIC glücklich werden. Für jeden, der kein beinharter METALLICA Fan ist, gilt bei diesem Album: Finger weg!

Tracklist von Death Magnetic:

  1. That Was Just Your Life
  2. The End Of The Line
  3. Broken, Beat & Scarred
  4. The Day That Never Comes
  5. All Nightmare Long
  6. Cyanide
  7. The Unforgiven III
  8. The Judas Kiss
  9. Suicide & Redemption
  10. My Apocalypse

Release: 12. September 2008

Anspieltips:
– That Was Just Your Life
– The End Of The Line
– The Day That Never Comes

Homepage: www.metallica.com
mySpace: www.myspace.com/metallica


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  • FlyingShadow666

    Ausser Lied 7 *The Unforgiven III* finde ich das Album nicht so berauschend.

    Hatte mir irgendwie mehr davon versprochen.

  • Zigeunerschnitzel

    @FS666 – The Unforgiven III ist das SCHLIMMSTE was darauf zu finden ist.

    Naja – eine gerechte Bewertung… und sehr gutes Review. Ich mag genau einen Song auf der ganzen Scheibe :/ traurig was aus denen geworden ist.

  • Bob

    Die Scheibe ist wirklich schlecht abgemischt. Das hat mich zunächst auch sehr enttäuscht. Deutlich zu hören ist jedoch, dass hier die größte Metalband aller Zeiten am Werke ist. Klar hat James nicht mehr die Stimme wie früher, wohl aber die Ideen. Der schlechteste Song ist mit Abstand „That was just your Life“, ab da steigert sich das Album his zum absoluten Hammersong „all Nightmare long“. Super sind auch noch Track 3,4 und 7. Eine bessere Produktion hätte hier ein Hammeralbum entstehen lassen können. Dennoch entschädigt mich das Album allemal für den Kauf von St. Anger.