Ministry- AmeriKKKant

„Ministry“ standen immer für ihre Ideale und ihre Vorstellungen einer Gesellschaft ein. Insbesondere Frontmann Al Jourgensen ist ein Freund der offenen Worte und so wurde es einmal wieder Zeit die gesamte Wut über die Zustände in ihrem Heimatland herauszulassen. Dabei soll „AmeriKKKant“ nicht als Anti-Trump Album verstanden werden, sondern lediglich die Frage aufwerfen, ob man in dieser Art und Weise miteinander umgehen sollte.
Ein apokalyptisches Intro, irgendwo zwischen Realität und „Game of Thrones“, verziert mit Zitaten von Donald Trump erschafft einen düsteren Eindruck in dieses Machwerk. Es geht tiefer hinab mit „Twilight Zone”. Man spürt förmlich den 7. Kreis der Hölle durch die Boxen auf sich zukommen. Tieffinster und wütend zeigen sich „Ministry“ mit diesem Statement. Brachial und aggressiv wird es bei „Victims Of A Clown“. Endlich eine kompromisslose Abrechnung mit einer Gesellschaft, die an sich selbst zugrunde gehen wird. Klare Songstrukturen und eine eindringliche Botschaft veredeln diesen Track. Die Quittung für einen US-Wahlkampf, den man in dieser Form noch nicht erlebt hat, überreicht die Band in Form von „We’re Tired of It“. Brachial und unmissverständlich zeigen „Ministry“ die Missstände in ihrem Heimatland auf. Eine schnelle Nummer, der man sich einfach nicht entziehen kann. Mosh-Pits und Circle-Pits sind bei diesem Beitrag garantiert. Wohin der Rüstungswahn führen wird, ist derzeit nicht abzuschätzen. „Ministry“ vermuten eine sexuelle Besessenheit und so erklärt sich auch der Titel „Wargasm“. Eine geschickte Wortkombination, die sich wie ein roter Faden durch die gesamten Lyrics der Band zieht. Mit „Game Over“ wagen die Herren eine düstere Zukunftsvision und geben der Menschheit kaum noch eine Überlebenschance. Knallharte Gitarren und ein ungewöhnlicher Songverlauf zeichnen den Weg in die Apokalypse vor. Mit „AmeriKKKa“ wird noch einmal Bilanz gezogen. Eine gnadenlose Abrechnung mit dem Ku-Klux-Klan, der in Amerika immer noch großen Einfluss hat. Die unweigerliche Frage stellt sich auch am Ende des Albums: Wollt ihr in einer solchen Gesellschaft leben? Haltet ihr die Umstände für tragbar?
Fazit: „Ministry“ waren noch nie für seichte Unterhaltung bekannt. „AmeriKKKant“ sticht durch bitterböse Kritik und echter Wut aus den bisherigen Veröffentlichungen allerdings heraus. Mit ihrem unverwechselbaren Industrial-Metal Stil hat die Band das passende Handwerkszeug an der Hand, um sich dieser schwierigen Thematik zu widmen. Ein interessantes Album, das man sich allerdings eher in einer ruhigen Stunde zu Gemüte führen sollte.

Tracklist:
1. I Know Words
2. Twilight Zone
3. Victims Of A Clown
4. TV 5-4 Chan
5. We’re Tired of It
6. Wargasm
7. Antifa
8. Game Over
9. AmeriKKKa
Bandwebseite: http://ministryband.com/
Label: Nuclear Blast (Warner)

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