Murw - in de Mond van Het Onbekende Wacht Een Oceaan
Murw - in de Mond van Het Onbekende Wacht Een Oceaan

Murw – in de Mond van Het Onbekende Wacht Een Oceaan (Review und Kritik)

Murw - in de Mond van Het Onbekende Wacht Een Oceaan
Murw - in de Mond van Het Onbekende Wacht Een Oceaan

Das Beste an holländischen Black Metal Bands ist ja eigentlich, dass sich in dieser Sprache einfach alles zum schreien lustig anhört. Wie selbst Kaya Yanar schon so treffend feststellte, würde selbst ein niederländischer Terrorist nicht böse sondern eher urkomisch wirken sobald er den Mund aufmacht. Das merkwürdige Wörtchen Murw bedeutet auf deutsch zum Beispiel „weich“ und eigentlich ist das sogar schon eine ziemlich treffende Umschreibung für den ungewöhnlich warmen und facettenreichen Klang. dem einen das Quintett mit ihrem nunmehr sechsten Demo „in de Mond van Het Onbekende Wacht Een Oceaanbeschert.

Atmosphärisch muss es sein – und zwar auf Teufel komm raus! Hinter dem kunstvollen Coverartwork und dem bedeutungsschweren Titel der sich in etwa mit „In der Mündung des Unbekannten wartet ein Ozean“ übersetzen lässt, verbergen sich fast 50 Minuten des wahrscheinlich abwechslungsreichsten und melodiebewusstesten „DSBM“ den ich bisher hören durfte. Mit dem Titel „Intro & Vuilnisbelt“ beginnt man direkt eine erwartungsvolle Grundstimmung aufzubauen. Das „Intro“ ist dabei das ruhige knistern eines lauschigen Lagerfeuers, dass zunächst sogar noch über die

Murw
Murw

ersten einsetzenden Riffs des eigentlichen Songs in den Vordergrund gemischt wurde.

Bei den folgenden sechs Titeln lässt die Band dann keine Möglichkeit ungenutzt dem Album eine eigenwillige Klangwand zu bescheren. Von Soli bis hin zu Akustik-Klängen im Stück „In Kind Dedication“ wird alles einmal ausprobiert und im Werk der Holländer untergebracht, was die dichte Atmosphäre, die sich überwiegend auf die Gitarrenarbeit und Synthie-Teppiche stützt, zu untermauern weiß. Grade der Gitarrenklang sei hier positiv hervorgehoben, denn der ist alles Andere als der genretypische Einheitsmatsch. Tatsächlich erinnert er stellenweise sogar stark an Rockmusik der 70er Jahre. Auf den Gesang wird dabei offensichtlich keinen großen Wert gelegt, denn die Stücke verlieren sich gerne mal in in langen progressiven Passagen, die völlig ohne die kehlige Krächzstimme ihres Sängers F. Kerkhoff auskommt, und sie auch wirklich nicht nötig haben.

Die Gruppe ohne Biographie oder sonstige Hintergrund-Infos hatte das komplette Album bereits in 2007 in Eigenproduktion auf CD und Tape veröffentlicht. Die mir vorliegende Promo ist allerdings eine von ihrem neuen Label „Heidens Hart“ neu gemasterte Version, die eigentlich mit optimaler Produktion daherkommen sollte. Tatsächlich aber weist sie immer noch gewisse Lücken und Klangunterschiede zwischen den Stücken auf, die den Spaß an Murw etwas zu schmälern wissen. Doch selbst wenn hier nicht immer alles Glasklar aus den Boxen tönt – Murw ist eine Reise in progressive Sphären Wert.

Fazit: Dass aus Holland nicht nur (musikalischer) Käse kommt wissen wir ja spätestens seit Urfaust. Murw kann ich natürlich nicht mit dem Dou mit dem Erfolgs-Abonnement vergleichen, aber zumindest liegen Ähnlichkeiten bezüglich ihrer Eigenständigkeit nahe. Denn Murw ist definitiv kein 08/15 DSBM – vielmehr würde ich das hier als progressiven Black Metal mit starkem 70er Rock-Einfluss bezeichnen. Etwas Vergleichbares bekommt man in der Ecke selten zu hören – ein Album, dass sich nicht auf untalentiertes „ich-wäre-gerne-Varg-Vikernes“ gekreische stützt, sondern fähige Musiker bietet, die dem Album auch als bloßes Instrumental eine Daseinsberechtigung einräumen würden. Jetzt noch ein bisschen was an der Produktion gefeilt, und unnötige Längen interessanter gestalten und die Band wird richtig groß.

Titelliste von „in de Mond van Het Onbekende Wacht Een Oceaan“

  1. Intro & Vuilnisbelt
  2. Shape A Suffering Stature And Exclaim It
  3. Geen Weg Meer Terug Dus Recht Door Zee
  4. Emotienood
  5. In Kind Dedication
  6. In Woe
  7. In De Mond Van Het Onbekende

(8/10)
(8/10)

Anspieltips:
Hört das ganze Album!

Erscheinungstermin:
Wiederveröffentlicht in 2010

http://www.murw.info/

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