Myrkrith - Von Innerwelten

Myrkrith – Von Innerwelten (Review und Kritik)

Myrkrith - Von Innerwelten

Dass Black Metal in manchen Strukturen durchaus Klassische Musik zitiert, ist wohl nichts neues. Umgedreht findet sich dies, wohl auch anhand der Schwierigkeit ein Metal begeistertes Orchester zu finden, eher seltener. So sind es stets eher kleinere Ensembles oder gar Solo-Künstler, die sich aufmachen, schrammelnde E-Gitarren und donnernde Drums durch klassische Instrumente zu interpretieren. Rouven Roth, seineszeichen einziges Mitglied von Myrkrith, scheint sich dabei an Norwegen des ausgehenden letzten Jahrtausend zu orientieren und zeigt in sieben ausufernden Klavierstücken, wieviel Ideenreichtum und kompositorische Vielfalt in ihm stecken.

Myrkrith - Rouven Roth

Wobei man mit der kompositorischen Vielfalt zunächst vorsichtig sein muss, denn sämtliche Töne auf den wunderhübsch gestalteten Demo-Schwarzling wurden nicht nur vollkommen improvisiert, sondern auch live eingespielt und aufgenommen. Umso beeindruckender ist dabei die Tatsache, dass die Stücke nicht zerfahren und aneinandergestückelt klingen, sondern tatsächlich durchdacht und mit einem ordentlichen Spannungsbogen versehen. Wenn man bedenkt, dass manche Bands es nicht schaffen nach wochenlangem Durchkomponieren einen vernünftigen Song zusammenzuschustern, wirkt Rouvens Schaffen gleich noch einmal stärker auf den Hörer ein. Man sollte sich aber nicht den Illusionen hingeben, dass dabei ein fehlerfreies Werk entstanden ist, denn die Vorgehensweise von Myrkrith, lässt es zu, dass sich gelegentliche Spielfehler einstreuen, die aber den Hörgenuss kaum beeinträchtigen und den urigen Charm noch verstärken.

Interessant ist, dass die gewählten Songtitel die Stimmung der Stücke exzellent erfassen, man eine Art innere Einkehr mithilfe der Musik, die einen durch die minimalistisch instrumentale Austattung und der Überlänge der Stücke in einen tranceartigen Zustand versetzt. Nebenbei hören ist hier nicht angesagt, denn Myrkrith wirkt am besten im abgedunkelten Raum, in intimer Atmosphäre.

Fazit:

Der Ideenreichtum, die Stimmung und die Abwechslung der Stücke machen Myrkrith zu etwas ganz besonderem. Die „Einsamer Wolf“-Atmosphäre spiegelt sich nahezu perfekt wieder, einziger Kritikpunkt, der eigentlich gar keiner ist, ist für mich, dass man dem Album am Stück nur schwer folgen kann. Aber wenn man wunderbaren Ideen wie bei „Gefunden, versunken, verloren“ lauschen darf, ist das wirklich unglaublich toll. Ein Hauch von alten Dimmu Borgir, von gutem alten nordischen Metal der ausgehenden 90ern weht im Hintergrund immer leicht mit. Man stelle sich nur vor, was für ein Sturm entfacht werden würde, wenn alle Ideen von einer ganzen Band gespielt werden würden. So haben es Myrkrith geschafft eine wunderbare, teils melancholische, teils aufrüttelnde Reise in Innerwelten zu vertonen, die man immer wieder gerne hören möchte!

Trackliste:

  1. Da draussen
  2. Gefunden, versunekn, verloren
  3. Wie Blätter im Wind
  4. Spätsommernacht
  5. Ein Blick in die Ferne
  6. Im Herbst
  7. Von Innerwelten
8/10

Erscheinungstermin:

Bereits erschienen, das ursprünglich auf 100 Einheiten limitierte Demo-Album wurde mittlerweile auf 300 erweitert.

Myrkrith Myspace

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