Nastrandir – Prayer of Earth (Review und Kritik)

Prayer to Earth
Prayer to Earth

Wer soviel Kritik einheimst, und trotzdem weiter macht, der könnte echtes Potential besitzen. Aber all das klappt nicht, wenn nicht auch auf diese gehört wird. Nastrandir scheinen sich die vielen miserablen Kritiken zu ihrem ersten Album Zwischen Horizonten zu Herzen genommen zu haben. Auf dem am 31.Juli des Jahres erschienen Prayer to Earth beweisen die sechs Holsteiner, dass  sie mehr drauf haben, als bisher gezeigt.

Die eine Stunde und 4 Minuten lange Scheibe wartet mit 8 Höhepunkten auf. Im Vergleich zum Vorgänger-Album hat sich jede Menge geändert. Weniger Folk als zuvor, mehr Doom als zuvor, und eine Menge mehr guter Musik, damit trumpft Nastrandir diesmal richtig auf.

Schon der Opener und Titelgeber Prayer to Earth kommt krachend und energiegeladen daher. Ein für das Album typisch langes Instrumental leitet ein, schnelles Tempo treibt voran und lässt sich auch vom Gekreische des Sängers und Bass-/Gitarristen Grimnir auch nicht bremsen. Mit diesem starken Start setzen Nastrandir Zeichen in neue Gefilde.

Etwas schwerer und mit marschierenden Klängen kommt Track Nummer zwei daher. When I’ll die wartet mit tiefern Tönen auf und beweißt Vielfalt, schnelle Stimme wechselt zu langsamer, ein Männerchor bestreitet den Track. When I’ll die führt somit weiter, was der Opener begann: ein grandioses Werk.

Mit schleppenden Gitarren kommt der erste deutsche Track Fäuste aus Stein daher. Es wird melancholischer, zwischendurch lebendiger, Gitarren mischen vielfältig mit. Und trotzdem zählt dieser Titel schon zu einem der schwächsten Teile des Albums.

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Bloodred Horizons kommt etwas mystischer und melodischer daher. Das Keyboard findest erstmal merkbar Einsatz, doch wird schnell von den wichtigeren Instrumenten abgelöst. Darauf folgt ein Wechsel zwischen melchancholisch doomigen Parts und lebendigeren schnellen Teilen.

Mit einem ähnlich ruhigen Beginn folgt Evernight. Hier startet gleich der schleppende Teil. Erdrückend schwer setzt  eine Doom Metal – typischen männlichen Gesangsstimme ein. Doch nach einer Weile folgen auch hier wieder schnellere Noten, und das Growling darf ebenso wenig fehlen.

Frei startet langsam aber leicht, wird dann aber schneller und von Screams und Growlings durchzogen. Klares Gitarrenspiel und chorale pagan-mäßige Gesänge durchbrechen das Stück regelmäßig. Disharmonische Gitarren geben dem deutschen Track eine besondere Note.

Mit Rise of Runes wird noch einmal Spannung in die Scheibe gebracht. Der längste Titel des Albums kommt mit marschierenden Klängen daher, klingt schon in der ersten Minute nach einem echten Vorzeige-Titel & Ohrwurm-Track. Sich im Tempo immer weiter steigernd, kommt der eher folkige Refrain daher, und endet in einem langanhaltenden Ton. Der zweite Teil des Titels wird ruhiger und bekommt Begleitung von Panflöte, ruhigem Gesumme und Streichinstrument. Mit diesem Track beweisen Nastrandir, dass sie auch trotz neuer Technik immernoch am Pagan Metal festhalten können, und dies in guter Qualität.

Mit einem Cover endet Prayer to Earth. Von Bathory übernommen, bieten die Lübecker hier einmal etwas grundverschiedenes zu den bisher gebotenen Titeln. Meiner Meinung nach übertrifft das Cover seinen Vorgänger bei weitem. Zwar kommen Nastrandir mit Gods of thunder of war and of rain schon beinahe etwas powermetallisch daher, doch die sonst nicht so schnellen Riffs und Töne beweisen, dass Nastrandir nichtnur in ihrem Genre was drauf haben.


Fazit: Mit ihrem zweiten Album übertrafen Nastrandir um Längen, was ihnen bisher zugemutet wurde. Das schwächste zu vermerkende Werk ist Frei, und selbst hier sind relativ viele gute Akzente gesetzt. Der ständige Tempo- und Stimmungswechsel lässt keines der Werke trotz minimaler Länge von 6:53 Minuten (das Bathory-Cover sei außen vor gelassen) langweilig werden. Mit Prayer to Earth haben sich Nastrandir nun einen wohlverdienten Namen im Pagan & Doom Metal gemacht. Und selbst mich, die Doom Metal eigentlich nicht hören kann, haben einige Stücke bei weitem mehr überzeugt, als beispielsweise Des Kriegers Reise oder Nastrandir vom Vorgängeralbum. Im reinen Vergleich wären es für den Zweitling der Band 10 Punke. Doch unabhängig von der vorherigen Leistung kann noch aufgewertet werden. Somit verdienen sich Nastrandir gute 8 Punkte.


Tracklist:

  1. Prayer to Earth
  2. When I’ll die
  3. Fäuste aus Stein
  4. Bloodred Horizons
  5. Evernight
  6. Frei
  7. Rise of Runes
  8. Gods of thunder of wind and of rain (Bathory-Cover)

( 8 / 10 )
( 8 / 10 )


Anspieltipps:

Prayer to Earth
Evernight
Rise of Runes

Veröffentlicht: 31.Juli.2009


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