Nebunam - Nebunam EP

Nebunam – Nebunam EP (Review und Kritik)

Nebunam - Nebunam EP
Nebunam - Nebunam EP

Nebunam – Nebunam EP (Review und Kritik)

Der Karge Welten Kunstverlag hat es sich zur Aufgabe gemacht Musik mit Atmosphäre und Geist zu veröffentlichen und man muss beeindruckt feststellen, dass es ihnen bisher wirklich gelungen ist ein mehr als interessantes Line-Up auf die Beine zu stellen. Eine der Bands heißt Nebunam und hat vor nicht allzu langer Zeit ihre selbstbetitelte Debut-EP bei eben diesem Label heraus gebracht.

Das vierzehnminütige „A winter’s tale“ ist bereits vor fünf Jahren auf Nebunams einziger Demo erschienen. Nach einem kurzen Meeresrauschen-Intro legt der Song durch den Auftaktschrei M.s angestachelt schleppend los. Ein recht kompetent programmierter Drumcomputer unterstützt dabei B.s interessante Gitarrenarbeit. Man schwebt in anderen Sphären, wird in einen winterlichen Strudel hinabgezogen. Ein gelungener und vor allem eigenständiger Auftakt für das Stück. Nach viereinhalb Minuten wandelt sich das Bild, der leise Schneefall wird zu einem Schneesturm und der Song nimmt Fahrt auf. Leider geht dabei etwas von der Eigenständigkeit verloren und man begibt sich nach Skandinavien Ende der 90er Jahre. Durchaus gut gespielt, mit tollen Melodien versehen und abwechslungsreich gestaltet sich der weitere Verlauf bis man mit experimentellen Gitarrentönen wieder zurück leitet und den Anfangspart bis zum Schluss wiederholt. Ein wirklich gelungenes und abwechslunsgreiches Stück Musik, welches mit vielen kleinen Details aufwarten kann. So könnte es weiter gehen.

Die Ernüchterung folgt dabei auf dem Fuß. „Sturm“ kann zu Beginn kaum Stimmung aufbauen, so wirkt diesmal der Konserventrommler bei den Blasts weit weniger in den Song eingebettet, sondern hämmert störend elektronisch durch die Gegend. Die Gitarrenriffs sind zwar weiterhin recht sphärisch verklärt, können gegen den Drumcomputer aber kaum ankommen. Es dauert sechseinhalb Minuten, bis sich das Duo wieder auf seine Stärken besinnt und dem Song die Wendung hin zum eher depressiven Black Metal angedeihen lässt. Sofort ist man wieder von der Atmosphäre gefangen, der Sturm ist vorüber und man wandert durch die Trümmer, die dieser hinterlassen hat. Dieser Schlusspart rettet das Stück noch einmal und das Ende der 25 minütigen EP ist daher versöhnlich.


Iskharian

Fazit:

Viel Licht und etwas Schatten könnte man sagen. Wenn sich Nebunam beim nächsten Mal auf ihren großen Stärken noch etwas mehr besinnen würden, wäre ich richtig begeistert. Die langsamen, sphärischen Parts sind wirklich stark, die Blasts leider überhaupt nicht, was ich zum Großteil dem Drumcomputer zuschreibe. Was bleibt ist ein genialer Song und ein zur Hälfte guter. Rein hören sollte man aber auf alle Fälle einmal und ich bin mir sicher, dass uns bei der nächsten Veröffentlichung etwas Großes ins Haus steht.


Trackliste:

  1. A winter’s tale
  2. Sturm


( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltipps:

– A winter’s tale

Erscheinungstermin:

05/2008


www.karge-welten.de

www.myspace.com/nebunam


About Iskharian

Check Also

Stone Sour besser denn je: Hydrograd

Vor 25 Jahren hat Slipknot Frontmann Corey Taylor Stone Sour gegründet. Auch wenn es eine …

  • Rostig

    Das Review trifft wahrlich den Nagel auf dem Kopf.
    Genau dasselbe ist mir während des Hörens der Scheibe auch durch den Kopf gegangen.

  • Kettenhund

    Klasse Review, ich werde auf jeden Fall mal in die CD reinhören