Necrophobic - Death to All

Necrophobic – Death to All (Review und Kritik)

Necrophobic - Death to All
Necrophobic - Death to All

„Blackened Death Metal“ ist ein äußerst schillernder Begriff. Das Genre vereint die Thematik des Black Metals mit dem Tempo und den ausgefeilten Gitarrenklängen des Todesmetalls und baut somit eine Brücke zwischen diesen beiden Abteilungen der extremen Musik.
Und genau dort passt die schwedische Band „Necrophobic“ insofern hervorragend hinein, dass sie ihre lyrische Seite auf dem Black Metal und ihre musikalische Seite auf dem Death Metal aufbauen. Wir wissen ja inzwischen, dass sich die 5 Schweden gerne viel Zeit für die Produktion ihrer Alben lassen. Zwischen ihrem letzten Album „Hrimthursum„, welches nebenbei bemerkt nicht einfach auszusprechen ist, und „Death to All“ sind wiedermal 3 Jahre vergangen. Könnten sie an den Erfolg der Vorgängeralben anknüpfen? Lies weiter.


Death to All“ ist eine Medaille mit 2 Seiten. Die Texte bauen, wie „Blackened“ es auch bereits andeutet, hauptsächlich auf satanische Themen auf. Dies mag einerseits dem Genre komplett entsprechen, jedoch rückt es das Werk in ein beinahe satirisches Licht, wenn in jedem Titel Klischees wie „666“ vorkommen.
So beginnt die Platte mit dem Ersten von vielen Lückenfüllern: „Celebration of the Goat„. Technisch ausgereift, Gesang schmiegt sich dem Songsystem an – dennoch wirkt es überladen und krampfhaft böse und satanisch. Wie der Titel es bereits sagt, handelt der Text von der Verehrung der Ziege als satanisches Symbol. Leider einer der Songs, die nicht wirklich reinpassen wollen und dann doch mit etwas Besserem ersetzt hätten werden können.

Anschließend, nach dieser leichten Einstiegsenttäuschung, erscheint ein Highlight in der Dunkelheit des Albums: „Revelation 666„. Zwei Adjektive werden reichen, um es zu beschreiben: Treibend und böse. Der Gitarrenklang passt umso besser zum Gesang und setzt gegen Ende sogar noch ein Solo an, welches sich recht gut anhört. „Revelation 666“ schlägt den vorausgegangene Enttäuschung um Längen und bietet einen Song zum Mitgröhlen.

Sänger Tobias Sidegård
Sänger Tobias Sidegård

Leider folgt wiedermal ein Lückenfüller, der auch aus dem Grund des ersten Songs nicht sonderlich passend ist. Alleine der krampfhafte Name wirkt aufgesetzt: „La Santisima Muerte„. Wollen Necrophobic nun multikulturell sprechen? Wer weiß… gelingen tut es ihnen aber nicht.
Komisch, bildet sich da ein Muster? Lückenfüller, gut, Lückenfüller,… Gut? Stimmt! „For those who stayed satanic“ ist eine hymnisch-himml…höllische Reise für den Hörer, die Gitarren klingen beinahe hypnotisch. Es hört sich fast wie eine Danksagung an alle satanisch angehauchten Leute an. Sie wollen böse wirken – und sie schaffen es auch. Einer der guten Songs der Platte.


Einen verhältnismäßig ruhigen Song stellt „Wings of Death“ dar. Hier beginnt das Spiel mit entspannten Riffs. Natürlich ist es nicht wirklich ruhig und entspannt – nur, wenn man es mit dem Rest vergleicht ist es eine wohlverdiente Pause für den getriebenen Fan.
Leider, leider ist es wieder eine Welle von Lückenfüllern bis zum letzten (Titel-)Song, „Death to All„. Ein knalliges Abschlussfeuerwerk erhellt den Horizont des Hörenden und verabschiedet diesen.

Wie bereits oben erwähnt, hat das Album 2 Seiten. Einerseits sind es wirklich gut klingende Songs, andererseits besitzt die Songlist gerade mal 8 Songs, was eher an eine EP, als an ein Album erinnert. Von diesen 8 Tracks sind nochmal 3 oder 4 mehr Lückenfüller als passende Inhalte. Hätte man diese sinnvoll eingebunden, wäre ein wahres Meisterwerk entstanden.


Skaal
Skaal

Fazit: Mit „Death to All“ kommt das schwedische Quintett ihrer Genrebezeichnung sehr nahe, das muss man ihnen wohl lassen. Zudem sind die 8 Songs durchweg gut produziert, so gehen Gitarrenspiel, Gesang und Atmosphäre eine musikalische Symbiose ein.
Genannt werden muss aber die Tatsache, dass die Trackliste erschreckend kurz ausfiel. 8 Songs sind meines Erachtens nach zu wenig für ein ernsthaftes Album dieses Genres und hätte ruhig länger sein können. Oder wenigstens wären das Album mit dem Ersetzen von passenden Songs besser dran gewesen.


Nun, auf das nächste Album werden wir noch einige Jahre warten müssen, wie bisher auch. Wer also Fan des Genres oder von Necrophobic ist bzw. gerne mal in diese Richtung eintauchen möchte, ist hier sicherlich nicht völlig verkehrt.

Trackliste:

  1. Celebration of the Goat
  2. Revelation 666
  3. La Santisima Muerte
  4. For those who stayed Satanic
  5. Temple of Damnation
  6. The Tower
  7. Wings of Death
  8. Death to all


( 6,5 / 10 )
( 6,5 / 10 )

Anspieltipps:
Revelation 666, For those who stayed Satanic, Death to All

Veröffentlichungsdatum:

29.05.2009


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