Negura Bunget – Poarta de Dincolo (Review und Kritik)

Negura Bunget – Porta de Dincolo

Tiefsinnige Spiritualität im schwarzmetallischen Sektor sagt man den rumänischen Negura Bunget schon lange nach. „Eine spirituelle Reise zu den Möglichkeiten unserer inneren Existenz, reflektiert in den Welten über und jenseits, auf unseren geistigen und körperlichen Existenz […]“. So kündigen sie selbst ihre 4 neuen Tracks, auf der 28 minütigen EP „Poarta de Dincolo“, welche Ende April erscheinen wird, an. War das letzte Album „Vîrstele Pamîntului“ noch eine enge Kombination aus spirituellen Klangwelten, folklorischen Einflüssen gespickt mit atmosphärischen Blackmetal Passagen, so blieb den Rumänen bei Ihrem neuen Album „Porta de Dincolo“ so manch atmosphärisches Element  auf der Strecke.

Am dominantesten ist der Gesang auf einem rohen Niveau. War er auf dem Vorgänger Album noch als sehr abwechslungsreich zu betiteln, muss man leider sagen, dass es nun einer monotonen Hörbuchvortrag gleicht. Nicht das es fehl am Platz wäre, doch öffnen mir die Vocals auf diesem Wege nicht wirklich den Zugang zu einer spirituellen Reise, wenn die einzige Variation ein etwas  gröberes Graulen ist. Gilt dies hauptsächlich für die ersten beiden Songs, so wird beim dritten Track „Frig in Oase“ mal ganz auf Gesang verzichtet und lediglich ein zischendes Flüstern führt uns auf den Weg zum Tor der anderen Seite. Doch was hör ich auf dem letzten, und zum Album gleichnamigen Track “ Poarta de Dincolo“; dort schmeichelt einem im ersten Teil des Songs eine weiche, schläfrige Stimme, wie ich es zuletzt von den Franzosen Alcest gehört habe. Aber auch diese Passagen werden dann doch wieder vom nun fast schon Gebrülle eingeholt.

Negura Bunget

Instrumental wird wie gewohnt auf sanfte, lange atmosphärische Keyboardpassagen vertraut. Legen diese am Anfang und Ende fast aller vier Tracks noch einen schwarzen Schleier um uns, so wird es mit Beginn des Gesangs doch eher als, sich einbrennendes und etwas nerviges, dominierendes Störgeräusch empfunden. Es ist vielleicht nicht so hart wie es sich anhört, doch wurden diese eigenartigen musikalischen Elemente, auf dem letzen Album, doch wesentlich besser und bedachter verwendet.

Genießen kann man dann doch, wenn am Anfang von  „La Marginea Lumi“ vorher sich noch Flöten und Hörner sich zum musikalischen Aufbau wiederfinden.  Und mit „Frig in Oase“ werden die Ankündigungen Ihrer Reise dann doch gerecht, wenn man siebeneinhalb Minuten lang mit verträumten Synths und Hackbrett in eine nicht ganz dunkle Parallelwelt hineingezogen wird.

Fazit:
Mit großen und erwartungsvollen Worten wird das letzte Album unter dem Label code666 angekündigt und man muss leider sagen, dass sie dem nur ansatzweise gerecht werden. Hätte man noch etwas Zeit investiert, hörten sich die Stücke vielleicht nicht so unvollendet an, ist man doch von den vorherigen Alben imposanteres gewöhnt. Trotzdem  ist zu bedenken, dass es sich ja auch lediglich um eine EP handelt, welche doch im Ganzen einen soliden Eindruck hinterlässt. Hörenswert ist es allemal. Hat man denn etwas mehr erwartet, wird man trotzdem ganz gewiss nicht enttäuscht.

(6/10)
(6/10)

Tracklist:
1. Hotar
2. La Marginea Lumi
3. Frig in Oase
4. Poarta de Dincolo

Erscheinungsdatum: 25. April 2011

Links: www.negurabunget.com, www.myspace.com/negurabunget

About zutrinken

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    gibt es einen Grund für dies haltose und auch fälschliche Anschuldigung? (als diese Empfinde ich es)

    Wir haben diese MCD – wie auch alles anderen Sachen die wir Rezensieren – von den Plattenlabels oder Promofirmen bekommen. So auch in diesem Fall und es hat daher nichts mit einer geleakten Version zu tun.

    Es würde mich interessieren worauf dieser Kommentar nun abzielen sollte.

  • Wo ich mittlerweile doch mal über Youtube reinhoeren konnte, kann ich dem Review aber irgendwie nicht zustimmen. Die einzige Variation im Gesang im ersten Song z.b. ist „gröberes Growlen“? Was ist dann mit den diversen cleanen Passagen? Oo

  • Edit: Wo ich grade merkte, dass es zwei Versionen gibt, gehe ich einfach mal von der längeren aus, da diese „weniger Variationsreich“ zu sein scheint, dennoch würde ich der Kritik an den Vocals definitiv nicht zustimmen! Vor allem nicht, dass diese Vocals keinen Eintritt in eine spirituelle Reise ermöglichen würden.

    Achja: Ändert mal den Titel ab, das Werk heisst „Poarta de Dincolo“ 🙂

  • Haha – failed!
    Ich habe das mal eben gefixt, peinlicher Tipp-Fehler und mir war der auch nicht aufgefallen 😀

    Mir hat die EP und der Gesang eigentlich auch ganz gut gefallen.