Negura Bunget – Maiestrit (Review und Kritik)

Negura Bunget - Maiestrit

Die im Jahre 1995 gegründete rumänische Band NEGURA BUNGET gilt seit Jahren als   Vorzeigebeispiel für tiefsinnige Spiritualität im schwarzmetallischen Sektor. Mehrere Jahre mussten die Fans auf neue Aufnahmen warten, aber nun ist es endlich soweit und die Rumänen lassen erneut von sich hören. Ob sich das lange Warten gelohnt hat, erfahrt ihr hier.

Über vierzehn Jahre hinweg, schlug das Herz der Formation, bestehend aus Hupogrammos, Sol Faur und Negru, unerbittlich. Meilensteine wurden gesäht und im Jahre 2006 erreichte die Truppe ihren damaligen kreativen Zenit namens  „Om„.

Im Sommer 2009 wurde öffentlich das Ende der Zusammenarbeit zwischen dem Schlagzeuger Negru und seinen beiden Mitstreitern bekannt gegeben. Hupogrammos und Sol Faur verließen die Band und gründeten DORDEDUH, während Negru unter dem altbekannten Namen weiterhin seine Kreativität ausschöpft (wie am aktuellen Album „Virstele pâmîntului“ eindeutig zur Schau gestellt).

Hier haben wir es nun mit der letzten Veröffentlichung unter dem ursprünglichen Line-Up zu tun und somit dem Vermächtnis der „alten“  NEGURA BUNGET.  Die Neuinterpretation des 2000er Werks „Maistru Sfetnic„. Wie immer, ist es sehr schwierig, das musikalische Schaffen der Rumänen in Worte zu fassen. Bereits nach den ersten Sekunden legt sich ein Schleier der Finsternis um den Hörer. Die Atmosphäre ist zutiefst intensiv, sodass man sich geistig tief in den schier endlosen, unberührten Wäldern Transsilvaniens befindet.

Es sei vorweg gesagt, dass jedes Instrument in seinem eigenen Kosmos agiert, was zusammen ein einzigartiges und vorallem schwarzes Klanguniversum ergibt. Es dominieren mehrspurige elektrische  Gitarren das Geschehen, hinterlegt von finsteren Keyboard-Chorälen und -streicher, sowie auch merkwürdige und psychedelische Synthesizereffekte, welche sich aber wunderbar in das Gesamtkonzept der Platte einfügen.  Die omnipräsenten Gitarrenläufe sind teilwese sehr progressiv gehalten, können aber auch sehr rau und primitiv durch das Dickicht brechen.

Negura Bunget

Auch was die Melodieführung angeht, macht den Rumänen so schnell keiner etwas vor, denn es werden in originellen Maßen folkloristische Einflüsse mit der Black Metal-Wucht verwoben. Wie gewohnt ist Negrus charakteristisches Schlagzeugspiel sehr abwechslungsreich. Neben beeindruckender Cymbal-Arbeit und rituell anmutenden Schamanentrommeln überzeugt der gute Mann im Mid-Tempo, als auch in den oft sehr schnellen Passagen. Der Bass wurde, wie es im Schwarzmetall eher selten vorzufinden ist, im Mix hervorgehoben und agiert deutlich hörbar neben den anderen Instrumenten.

Besonders bemerkenswert ist unter anderem auch Hupogrammos‘ mächtige Stimme auf „Maiestrit„. Diese ist in ihrem Spektrum sehr abwechslungreich geraten und man spürt zu jeder Sekunde die Leidenschaft, mit der der Sänger und Multiinstrumentalist seine Lyrik zum Ausdruck bringt. Egal ob es sich um schwermütige, verzweifelte Schreie oder wütendes und grimmiges Brüllen handelt, diese Stimmbänder haben auf jeden Fall Wiedererkennungswert! Klargesänge sind eher selten vorzufinden, fesseln aber mit dem unterlegten Echo den Hörer und entführen ihn tief in die schemenhaften Karpaten.

Die Folklore-Anteile sind in diesem Werk nicht so stark vertreten, wie beispielsweise auf „Om“ oder „‚N‘ Crugu Bradului„, finden aber dennoch Platz in diversen Einleitungen der überlangen Songs und natürlich in den beiden Akustikversionen zweier Lieder, welche Sol Faur und Hupogrammos nach dem Split extra für die Neuaufnahme aufgenommen haben. Diese Bonussongs verzaubern durch ihre melancholische Veträumtheit und ruhige Kraft, die ihnen innewohnt, und schließen das Album in würdiger Art und Weise ab.

Die Produktion ist sehr rau, warm und organisch gehalten und unterstützt die erzeugte Atmosphäre an allen Ecken und Enden.

Das Einzige, was es an dieser Neuinterpretation zu bemängeln gibt, wäre wohl eine gewisse Eintönigkeit, welche sich, aufgrund  des Mangels an Höhepunkten, die z.B. den Vorgänger unsterblich machten, mit der Zeit einzustellen vermag. Dies sollte jeden Jünger der Band und generell jeden Schwarzmetaller, der genrefremden Einflüßen offen steht, aber nicht daran hindern, sich das Album nach Hause zu holen und in die Klanglandschaften NEGURA BUNGETs einzutauchen.

Fazit:

„Maiestrit“ ist definitiv ein würdiges Vermächtnis des Trios und läutet das Ende einer Ära ein, welche mit Sicherheit nicht in Vergessenheit geraten wird (bzw. sollte).  NEGURA BUNGET schaffen es mit Bravour, die spirituelle, ursprüngliche Essenz in progressiver Manier so zu zelebrieren, wie es noch keine Gruppe vor ihnen getan hat. Für Freunde traditionellen Black Metals mit Hang zum Progressiven ein schlichtes MUSS.

Trackliste:

  1. Vremea locului sortit
  2. În-zvîcnirea apusului
  3. A-vînt în abis
  4. Al locului
  5. Bruiestru
  6. Plecâcinuea mortii
  7. A-vînt în abis (akustische Version)
  8. Plecâcinuea mortii (akustische Version)

9/10

Anspieltipps:

Komplettes Album!

Erscheinungsdatum: 15.03.2010

Links: Negura Bunget Myspace, Negura Bunget Homepage

About >puregatory<

Ich bin ein Mensch für den Musik eine wichtige Rolle im Leben spielt.... wie heisst es so schön ... da wo Worte nicht mehr weiter wissen, setzt die Musik ein .. da ist was wahres dran. Ich schreibe gerne , lese, fotographiere. Schreibe selber Gedichte und Songtexte für diverse Künstler. Sich weiter zu entwickeln finde ich sehr wichtig , denn ich bin der Meinung still zu stehen macht einen auf Dauer krank. Wer irgendwelche Fragen an mich hat, kann mich gerne kontaktieren.

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  • wintermute

    Hmm, schade dass die an Nikolaus in Pratteln durch irgendeine generische „Klangmatsch-Band“ ersetzt wurden, sonst hätte ich mir die nicht erst heute angehört. Klingen tatsächlich nicht schlecht.

    Abgesehen davon: der Link auf die myspace-Seite hat ein „http//“ zuviel.

  • Iskharian

    Ich finde die Neueinspielung relativ sinnlos, immerhin ist das ursprüngliche Album immer noch zu bekommen und gefällt mir vom Mix her auch besser, interessant ist eher das neue Album, denn das setzt da an, wo Om aufhörte, was man nach dem Mutglieder-Tumult nicht wirklich erwarten konnte.

    Das mit den Links sei SLM verziehen, war seine erste Arbeit, danke für den Hinweis, wird verbessert^^