Novalis deux - Ghost over Europe

Novalis deux – Ghosts over Europe (Review und Kritik)

Novalis deux - Ghost over Europe
Novalis deux - Ghosts over Europe

Novalis deux – Ghosts over Europe (Review und Kritik)

Dass man in den Bereichen des Dark bzw. Apocalyptic Folks auch einmal ohne politisch motivierter und provozierender Symbolik auskommen kann, beweisen Novalis Deux und liefern uns mit „Ghost of Europe“ ein abwechslungs- und stilreiches Album, welches geschickt die engen Grenzen einer Genrebezeichnung sprengt und mit eingängigen Songs zu gefallen weiß.

Beginnt „Put on your shoes“ noch mit Baustellengeräuschen und dem störenden Treiben einer Stadt, schickt uns die Band mit den ersten warmen Akustikgitarren- und Keyboardklängen auf den Weg. Zieh deine Schuhe an, geh nach Draußen und vor allem mit offenen Augen durch die Welt! Eine nette kleine Neofolk Nummer, mit schönem Chorgesang und treibenden Percussions.

Doch kaum war man unterwegs freut man sich doch wieder auf die warme Stube und „Homecoming“ vergnügt den Hörer mit beschwingten Melodien. Der Song ist durchaus auch Tanzflächen tauglich, verbindet er doch Elemente aus Wave und Folk und versprüht bisweilen auch etwas Country Atmosphäre, was durch den Gesang noch verstärkt wird.

Das Titelstück „Ghosts over Europe“ beginnt erst still mit Pianotönen, Akustikgitarre und Schlagzeug setzen ein und steigert sich gegen Ende hin zu einem atmosphärischen Rock-Stück. Hier trumpft auch das allgegenwärtige Violinenspiel richtig auf und setzt spannende Akzente in dem melancholisch rockenden Schlusspart.

Diesem Instrument wurde mit „Sleeping violin“ ein eigener Song gewürdigt und die Violine darf das ruhige Stück umschlängeln, um dann zu zeigen, dass es auch als Soloinstrument seine Berechtigung findet. Wavelastiges Drumming und tragende Keyboardflächen führen das Stück zum Höhepunkt. Vielleicht das emotionalste und schönste Stück des Albums.

Novalis deux
Novalis deux

Schon fast Folk rockig geht es dann bei „The clown“ zu, beginnt es zunächst mit Schallplattenknistern, entführt es dann mit Vaudeville Klavier in einen schmissigen Folk Song. Das (zumindest meiner Ansicht nach) etwas schon zu oft da gewesene Clown-Thema stört bei diesem Stück keinesfalls und so geht auch „The clown“ recht schnell vorbei.

Einen weiteren emotionalen Höhepunkt stellt „Passing by“ dar, erinnert es an die Leichtigkeit des ein oder anderen Deine Lakeien Stückes, um dann mit dem dramatischen vorgetragenen Refrainpart dem Song eine erdrückende Schwere angedeihen zu lassen. Dieser Wechsel beeindruckt und gibt dem Song einen eigenen starken Charakter.

Das Ende des römischen Reiches wird monumental mit Marschier-Samples in „Rome“ eingeleitet. Klagender Gesang, im Hintergrund von einem Männerchor begleitet, harte Gitarren und ein entfesselt aufspielendes Drumming läuten den Untergang ein.

One step“ beginnt elektronisch, verwandelt sich in eine ansprechende wavige Nummer, die aber leider etwas die Höhepunkte vermissen lässt und so zwar ganz nett aus den Boxen tönt, aber die Qualität der Songs zuvor schwerlich halten kann.

Ebenso verhält es sich mit „World in flames„, wiederum wirklich nett, aber leider fast zu nett für eine Welt in Flammen, plätschert das Stück an einem nur vorbei. Es fehlen leider die Ecken und Kanten, die die Stücke zuvor einfach besaßen.

Das letzte Stück „Your hell“ weiß dann wieder etwas mehr zu fesseln, spielen Novalis deux ein schönes melancholisches Neofolk Stück, welches das Album gut ausklingen lässt.


Iskharian
Iskharian

Fazit:

Ein gutes Album, welches etliche verschiedene Elemente zu einem stimmigen Ganzen verbinden kann, stellenweise etwas zu poliert klingt, fast schon etwas brav. Instrumental aber hervorragend umgesetzt und gerade Stücke wie „Passing by“ und „Rome“ bleiben lange im Kopf hängen.




Trackliste:

  1. Put on your shoes
  2. Homecomming
  3. Ghosts of Europe
  4. Sleeping violin
  5. The clown
  6. Passing by
  7. Rome
  8. One step
  9. World in flames
  10. Your hell

( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltipps:

Passing by, Rome, Ghost of Europe

Erscheinungstermin:

04.07.2008

Novalis deux Myspaceseite

About Iskharian

Check Also

Stahlmann – Kinder der Sensucht

Stahlmann sind wieder zurück. Zwei Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung legen die Musiker mit „Kinder …