Nydvind – Sworn to the Elders (Review und Kritik)

Nydvind - Sworn to the Elders

Nydvinds Debüt Eternal Winter Domain liegt mittlerweile 7 Jahre zurück und nun beglücken uns die vier metallischen Franzosen mit ihrem zweiten Silberling, betitelt mit Sworn to the Elders. Doch wie schlägt sich die Grande Nation im Jahr 2010 in Sachen Metal?

Bei Betrachtung der Promo-Fotos auf der Band-Homepage mag mancher sich fragen, ob der kurzhaarige, seriös wirkende junge Mann in der Mitte sich nur versehentlich auf die Bilder gemogelt hat, doch erstaunlicherweise ist genau dieser potentielle Bankangestellte namens Richard Loudin derjenige, der für ein erfreulich buntes Potpourri an Gesang bei Nydvind zuständig ist.

Nydvind schicken den Zuhörer während acht Tracks auf knapp 60 Minuten Spielzeit auf eine düstere, mythisch-melancholische Reise, die mit einem bedrohlichen Intro, der manchem Zuhörer sicherlich die eindrucksvollen Landschaftsbilder diverser Fantasyverfilmungen in Erinnerung ruft, ihren Anfang nimmt.

Nydvind

Die Songs sind trotz ihrer Länge – zehnminütige Stücke sind keine Seltenheit – kurzweilig und verdienen es, vollständig angehört zu werden. Nicht zuletzt die gesangliche Mannigfaltigkeit Loudins ist dafür verantwortlich. Seien es Clean-Vocals, Black Metal-Gekeife oder knurrende Parts – Loudins Spektrum ist breit und überzeugt. Die Songs überraschen allesamt mit einer großen Varietät an Tempo, und sollten nie nach den ersten 20 Sekunden beurteilt werden. Der Hörer, dem Bran Barr ein Begriff ist – drei der vier Mitglieder Nydvinds komplettieren die siebenköpfige Celtic War Metal-Combo – weiss sicherlich, wovon die Rede ist.

Besonders hervorzuheben unter den acht Tracks sind drei Titel:

Der dem Album gleichnamige Track 4, Sworn to the Elders, schickt den Zuhörer durch regelrecht mantraartigen Gesang in andere Sphären, um dann sein volles Potential durch die kraftvolleren Vocal- und Drumparts zu offenbaren.

Track 5, Upon the Throne of North, schließt mit einprägsamen Gitarrenparts an, und wird von einem gesprochenen Part im Mittelteil und Chorälen komplettiert. Auch hier wird wieder enorm das Kopfkino angeregt, das Bild von einem schnellen Reiter auf weiter, karger Flur passt perfekt zum kraftvollen Sound.

Auf Track 7, Icewinds Unleashed, vermengt sich gar eine weibliche, sanfte Stimme im Refrain mit Loudins kraftvollem Gesang, und wieder einmal zeigt sich, dass Nydvind auf einem einzigen Track den Spagat von Blastbeats, über eingängige Gesangsparts, hin zu einem akustischen Abschluss bewerkstelligen können. Und das mit Bravour!

Die Produktion klingt insgesamt kraftvoll und ausgewogen, auch hier hat das Label TrollZorn erneut gute Dienste geleistet und enttäuscht sicherlich keinen Audiophilen.

Fazit:

Was hier mit Northern Heathen Metal betitelt wird, lässt sich durch seine erfreulich große Variabilität nicht eindeutig in eine Schublade pressen, wird aber sicherlich großen Anklang bei den Metalheads finden, in deren CD-Player oder Playlist sich öfter Viking Metal á la Månegarm und Konsorten findet , und auch Fans von den schon erwähnten Bran Barr sollten sich dieses Werk keinesfalls entgehen lassen.

Trackliste:

  1. Gates To A Distant Past
  2. Son Of Fire
  3. To Enter The Realm Of The Ravenlord
  4. Sworn To The Elders
  5. Upon The Throne Of North
  6. Nordic Dawn
  7. Icewinds Unleashed
  8. The Godless

(9 von 10)

Anspieltipps:

Sworn To The Elders, Upon The Throne Of North, Icewinds Unleashed

Erscheinungsdatum:

29.01.2010

Links:

Nydvind auf Myspace , Offizielle Homepage

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