Passend zur Jahreszeit: Winter Storm – Within The Frozen Design (Album Review)

WS-coverWinter Storm sind eine britische Symphonic Metal Band, die 2008 gegründet wurde und schon mit Größen wie Alestorm, Sirenia, Theatres Des Vampires, To Mera und Sarah Jezebel Deva zusammengearbeitet hat. Das Quintett ist jetzt mit dem dritten Studioalbum am Start, welches am 2. Dezember 2013 veröffentlicht wurde. Was das neue Werk zu bieten hat, soll im Folgenden rezensiert werden.

Winter Storm (nicht zu verwechseln mit Winterstorm!) sind eine dieser Bands, bei denen man sich beim ersten Hören fragt, warum zum Henker man noch nie etwas von ihnen gehört hat! Wir leben derzeit in einer Ära, in der eine Musikrichtung recht populär ist, die in manchen Szenekreisen schon spöttisch als „Trällerelsen-Metal“ abgetan wird. Gemeint sind Bands mit einer opernhaft bis poppig singenden Frontfrau, bei denen sich in der Tat nur wenige durch echte Eigenständigkeit abzeichnen – und Winter Storm sind definitiv eine davon!

12 Tracks füllen 55 Minuten Spielzeit und werden vom atmosphärischen Instrumental-Intro „Cold Creations“ eingeleitet.

Danach geht es gleich zur Sache. Bei „Wasted Feelings“ wird uns gleich ein Vorgeschmack auf das geboten, was sich eigentlich durch die ganze Scheibe zieht: Anspruchsvolle Arrangements mit einer gekonnten Mischung aus gediegener Melodik und zum Kopfschütteln einladendem Geknüppel, zahlreiche Rhythmuswechsel mit gekonnten Schlagzeugbreaks, gezielt eingesetzte Keyboard-Flächen, ausgereifte Gitarrensoli und eine äußerst kraftvolle, selbstbewusste klassische Alt-Stimme, die sich auch in rockigen Lagen zu bewegen weiß! Wow! Was für ein Einstieg!

Der dritte Song, „Symmetric Flow“ nicht ganz so brachial wie die beiden Songs davor und erfüllt somit einen weiteren wichtigen Punkt für eine gute Bewertung eines Albums: Abwechslungsreichtum. Und das gelingt der Band definitiv! Auch wenn im Songaufbau oft ähnliche Strukturen verwendet werden, ist die Komposition jedes Mal anders. Kein Song klingt wie der andere.

So beginnt Track Nr. 5 zum Beispiel mit einer cleanen Gitarre und ist im Allgemeinen eine etwas langsamere Nummer mit emotionalen Melodieläufen. Aber stillsitzen können sie wohl doch nicht: Im Gitarrensolo werden sie wieder schneller, um nicht etwa den Eindruck zu erwecken, man orientiere sich an klassischen Rockballaden 😉

Das Interlude „Broken World“ in der Mitte des Albums versetzt uns mit den Klängen eines gezupften Saiteninstruments und fröhlichen Streichern in eine gleichzeitig gemütlich als auch bedrohlich wirkende winterliche Stimmung und wird dann von einem ebenfalls etwas weniger schwermütigen aber äußerst epischen Song, „Universal Design“ abgelöst.

Ebenfalls extrem episch und sehr düster wird der nächste Track, „Gatekeeper“ eingeleitet, der bis zur Hälfte schwermütig WS1und brachial bleibt, um dann zwischendurch mal richtig abzurocken und dann wieder in Schwermut zu verfallen. Sehr gelungene Mischung mit gekonntem Einsatz eines mystischen Keyboard-Interludes!

Von dem Song „Dark Awakening“ könnt ihr euch selbst ein Bild machen, denn ich habe ihn hier als Video verlinkt.

In dem 7 Minuten langen und somit längsten Stück des Albums, „Waves of Misery“ wird sich einmal rein instrumental ausgetobt und mit „The Frozen Siren“ schließt dieses grandiose Album leider schon ab.

Fazit:

Was soll ich sagen, außer, dass ich vom Hocker gerissen wurde?! Frontfrau Hannah ist die einzige mir bekannte Frontfrau, die nicht in der Sopran-, sondern in der Alt-Stimmlage singt und dazu noch viel Variationsvermögen (mal opernhaft, mal rockig) mitbringt, sondern erregt noch durch eine weitere Besonderheit Aufmerksamkeit: Sie dürfte eine der wenigen weiblichen Lead-Gitarristen am Metal-Himmel sein. Hut ab! Lead-Gitarre spielen und dazu noch eine derart anspruchsvolle Gesangsperformance hinzulegen, verdient echt Respekt! Aber auch das Gesamtkonzept, das diese Band hier hinlegt, ist einfach Spitzenklasse! Volle 10 von 10 Punkten!

Trackliste:

  1. Cold Creation
  2. Wasted Feelings
  3. Shadow Waver
  4. Symmetric Flow
  5. Afraid To Speak
  6. Beneath The Mystery
  7. Broken World
  8. Universal Design
  9. Gatekeeper
  10. Dark Awakening
  11. Waves Of Misery
  12. The Frozen Siren
[asa]B00GVAP7D8[/asa]

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

Check Also

Stone Sour besser denn je: Hydrograd

Vor 25 Jahren hat Slipknot Frontmann Corey Taylor Stone Sour gegründet. Auch wenn es eine …