Cover: Baustoff

Patenbrigade: Wolff – Baustoff [Popmusik für Rohrleger] (Review und Kritik)

Cover: Baustoff
Cover: Baustoff

Seit 1998 existiert sie – die Patenbrigade: Wolff, bestehend aus Brigadier Sven Wolff und Brigadeleiter Lance Murdock. Ihre Liebe zu schwerem Baugerät, insbesondere gigantischen Turmdrehkränen, dürfte mehr als zehn Jahre nach der Gründung kein Geheimnis mehr darstellen. Erst recht, nach dem 2007 eine Maxi dem meist aus Gittermasten bestehendem Baugerät gewidmet wurde. Hier nun kommt die Musik „für Rohrleger“ – mit vielen warnenden Beispielen für Arbeitsunfälle auf Baustellen oder mit Beteiligungen von Baugeräten.

Das Album zeigt sich akustisch von gewohnter patenbrigadistischer Natur. Wie auf Baustellen kommen auch hier leichtes neben schwerem Gerät zum Einsatz. Mal läd der Beat zum verträumten Mittänzeln ein, mal fahren die Brigadisten schweres EBM-Geschütz auf.

Patenbrigade: Wolff
Patenbrigade: Wolff

Thematisch handelt „Baustoff [Popmusik für Rohrleger]“ in neun der 19 Tracks von Unfällen im Baustellenalltag. Neben Intro „Aufbau“ und Outro „Abbau“ kommen noch acht Songs, teilweise mit namenhafter Unterschützung dazu: André Hartung von Sero.Overdose, Stefan Leukert (The Decades), Nadine Stelzer (Nadena), Antje Schulz von In Strict Confidence oder Alexander Pitzinger (Painbastard), um nur einige zu nennen.

Dass „Baustoff [Popmusik für Rohrleger“] kein Album im klassischen Sinne ist, dürfte klar sein. Die vertonten Unfallberichte bzw. -meldungen sind zwischen den Songs verteilt, ohne dass ein System erkennbar ist. Die reine Musiklaufzeit beträgt gerade einmal eine gute halbe Stunde. Die verbleibende halbe Stunde ist durch die mit Hintergrundklängen versehenen, rezitierten Meldungen gefüllt.

BassTierchen
BassTierchen

Fazit: Sicher mahnen die Meldungen, stets mit Köpfchen an die Arbeit heran zu gehen. Überzeugen kann mich „Baustoff [Popmusik für Rohrleger]“ aber leider nicht.  Musikalisch ein weiteres Werk patenbrigadistischer Klangerzeugung – doch selbst der Stellenweise eingestreute Humor kann mich nicht dazu bewegen, patriotische Punktzahl zu vergeben.




Tracklist:

  1. Aufbau
  2. Das Kraftfeld (feat. André Hartung)
  3. IM: Benecke (feat. Dr. Mark Benecke)
  4. Fehler 404 (feat. Stefan Leukert)
  5. Unfall mit Folgen (feat. Dr. Mark Benecke)
  6. My Mountain (feat. Nadine Stelzer)
  7. Luftzerlegungsanlage LZA (feat. Dr. Mark Benecke)
  8. Never Neverland (feat. André Hartung)
  9. Arbeit an der Oberleitung
  10. Sun after the Rain (feat. Julia Bayer)
  11. Dreh mir die Zeit zurück (feat. Antje Schulz)
  12. Anklage: Blitzschlag (feat. Dr. Mark Benecke)
  13. Voyage (feat. Antje Dieckmann)
  14. Erstickt im Freien (feat. Dr. Mark Benecke)
  15. Popmusik für Rohrleger
  16. Betondecke (feat. Dr. Mark Benecke)
  17. Abrissbude (feat. Alexander Pitzinger)
  18. Die Walze (feat. Dr. Mark Benecke)
  19. Abbau

7/10
7/10

Veröffentlichungsdatum: 04. Dezember 2009

Anspieltips:

  • My Mountain
  • Popmusik für Rohrleger

Patenbrigade:Wolff bei Myspace

Patenbrigade: Wolff im WWW

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6 comments

  1. Sind dir die Texte wieder mal zu anspruchsvoll?

  2. wo der anspruch is möcht ich mal gern wissen xDD

    ich find das einfach unnötig, unglücksmeldungen noch zu vertonen. darüber hinaus, finde ich auch nicht, dass es gelungen is, als gesamtwerk. steht da ja auch (indirekt).

    wenn du solches programm toll findest, kauf dir doch die bild, da steht zwischen all dem mist und panikmache auch viel über unglücke drin. und wenn auch nur ein renter bei glatteis ausgerutscht is, die bild macht ne sonderauflage über mangelnde erfüllung der winterdienst-plichten draus… verstehst wo ich hinaus will?

    is ja toll dass der vorgsetzte die lage erkannt und damit den tot seiner beiden arbeiter abgewendet hat. aber a) hätte man sich vorher gedanken drüber machen können und b) wen interessierts? es is verdammt noch mal die pflicht von kollegen und vorgesetzten, auf kollegen und andere beschäftigte zu achten. nur als Team kommst du sicher durch den arbeitsalltag.

    ich steh dazu, dass ich schon besseres von P:W gehört habe. punkt 😉 aber so doll sind die texte auch nicht, wie ich finde.

    MvlG

  3. „Popmusik für Rohrverleger“…ich musste schmunzeln…

  4. „Die reine Musiklaufzeit beträgt gerade einmal eine gute halbe Stunde…“ he he, zählen die Zwischenstücke nicht als Musik oder kanst du einfach nicht zählen?

  5. Zitat:Sicher mahnen die Meldungen, stets mit Köpfchen an die Arbeit heran zu gehen. Überzeugen kann mich “Baustoff [Popmusik für Rohrleger]” aber leider nicht.

    Wo ist der Kausalzusammenhang? Und warum ist das Album nicht überzeugend? Dazu findet man in dieser Kritik rein gar nichts. Und was ist eine patriotische Punktzahl?Kann eine Band einen Punktebonus bekommen, weil sie aus Deutschland kommt? Und nochwas: BILD nutzt solche menschenverachtenden Mittel, um viel von ihrem Mist zu verkaufen. Ich seh da keine Paralleln zu PW. Und: das Wort „namenhaft“ existiert nicht. Nichts für ungut.

  6. Die musikalische Hinterlegung der Rezitationen ist bei Weitem nicht das, was P:W üblicherweise abliefert. Musik möchte ich diese Hintergrundrhythmen nicht nennen.
    Als Grundlage für die von ronjaRT angemahnte Aussage zählen für mich nur die Tracks, die keine Rezitation oder In- bzw. Outro darstellen. Ich halte diese Information durchaus für relevant.

    Auricom – ich bitte das subjektive Gelaber im Fazit zu entschuldigen, aber dort gehört es nunmal hin. Es wird immer Dinge geben, die man nicht an Fakten begründen oder argumentieren kann, sondern einfach aus dem Gefühl heraus gebärt. Ich schrieb ja auch, dass es sich lediglich um meine Ansicht handelt, und keinesfalls für alle gelten soll.

    Ich freue mich nach wie vor, wenn ich als Diskussionsgrundlage diene – das ist ein Grund, warum ich hier schreibe.

    Zu guter Letzt noch ein Danke für den Hinweis bezüglich der Worterfindung. Mir fiel den Moment leider kein passenderes Wort ein, und der Thesaurus von Word war zu viele Klicks weit entfernt… Sorry! 😉

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