Permafrost - Vergewaltigt und verflucht

Permafrost – Vergewaltigt und verflucht (Review und Kritik)

Permafrost - Vergewaltigt und verflucht
Permafrost - Vergewaltigt und verflucht

Permafrost – Vergewaltigt und verflucht (Review und Kritik)

Gott ist heute nicht hier, Priester…

Und so sehr man ihn vielleicht auch suchen mag, bei Permafrost hat er nichts verloren, allerhöchstens noch als Folteropfer auf der Schlachtbank des Wahnsinns. Blasphemie, Misanthropie und totale Verachtung für alles und jeden wird geschührt und wie könnte man dies besser, als mit einer ordentlich rotzigen und Blut spuckenden Portion Black Metal?

Und genau das ist Permafrost nach dem mit „Pervers & geisteskrank“ betitelten Vorgänger, jedenfalls bestens gelungen. Die Band hackt und bolzt sich durch 11 Stücke (inklusive Intro) zum Teil recht melodischen schwedisch orientierten Black Metals, ansprechend transparent produziert und mit interessanten bis teilweise urkomischen Samples aus diversen Horror- und Pornofilmen verziert. Ich denke da nur an das „Alte Arschficker“ – Sample zum Schluss von „Das Klistier„, was habe ich gelacht. Black Metal und (natürlich tiefschwarzer) Humor lassen sich also doch miteinander vereinbaren und das in Verbindung mit einem starken Blastkracher, wie „Das Klistier„, welcher textlich auch noch sehr fantasievoll mit dem Herrn Jesus Christus und den Möglichkeiten ihn mit diversen Abartigkeiten übel mitzuspielen (das ist wirklich noch wohlwollend ausgedrückt) anbendelt. Permafrost polarisieren und das zum Glück nicht im politischen Sektor.

Das Album bleibt trotz nach vorne preschender Songs, wie dem Opener „I am satan„, aber dennoch recht spannend, schweift bei „IV“ und „The cut“ zum Teil auch ins Depressive schon fast doomige ab, was vor allem an der gesanglichen Abwechslung in diesen Stücken zwischen Wehklagen und Wahnsinn liegt. Überhaupt weiß der Sänger mit seiner prägnanten Stimme den Songs seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

Mord und Totschlag II“ setzt diese Linie weiter fort, beginnt im Mid-Tempo Bereich, verwandelt sich im Laufe des Songs zu einem ordentlich voran schlachtenden Hasswerk, ist aber leider etwas lange geraten. Hier liegt auch der einzige wirkliche Kritikpunkt begründet. Die Songs sind zwar bemüht abwechslungsreich zu sein, aber gerade die Knüppelpassagen wiederholen sich recht gerne und manche Riffs sind doch etwas einfach, um einen ganzen Song tragen zu können.


Iskharian
Iskharian

Fazit:

Vergewaltigt und verflucht“ knallt ordentlich und macht Spaß. Mehr kann man eigentlich kaum von einem Black Metal Album verlangen. Den großen Tiefgang sucht man zwar vergeblich, was von der Band sicher auch nicht erwartet wird, sind die Texte doch oft einfach nur plakativ, aber der Humor ist vorhanden. Die Samples sind passend gewählt, geben dem Album noch das gewisse etwas. Insgesamt also ein gutes deutsches Black Metal Album, welches vielleicht nicht unbedingt aus der Veröffentlichungsflut heraus ragt, aber mit dem man auch kaum etwas verkehrt machen kann.

Trackliste:

  1. Intro
  2. I am satan
  3. Destroyer
  4. IV
  5. The ocean of the black sun
  6. Mord & Totschlag II
  7. My demon
  8. The cut
  9. Das Klistier
  10. Symptome des Wahnsinns
  11. M.s.C.

( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltipps:

– Das Klistier

– The cut

Erscheinungsdatum:

Dezember 2008

Permafrost Myspace-Seite

About Iskharian

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  • Schönes Review 🙂

    Was den „Zusammenhang“ von Black Metal und schwarzen Humor angeht, so ist dieser doch meistens zusammen zu treffen. Ob gewollt oder nicht spielt ja keine Rolle. Aber fast jede Black Metal Band, die einen auf Böse mit Corpsepaint macht, ist tierisch lustig 🙂

    Allen voran Immortal mit den Videos ^^