Phase III – Es wird Dunkel (Review und Kritik)

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Phase III - Es wird Dunkel

Endlich mal ein Albumtitel, der klarstellt, wo es hingeht. Denn dunkel wird es bei Phase IIIs Debütalbum „Es wird Dunkel“ wirklich. Zumindest wird es verdammt dunkel, bis hin zu zappenduster, wenn ich im Myspace-Profil der Band lese, dass sie mit Graf Tarek den „Duke of munichs Gothic Scene“ mit an Bord haben. Klar, im Electro Ghetto hat er natürlich die meisten Bitches gefickt. Da erlag man doch gerade so der Illusion, dass die Goth-Szene es nicht nötig hat, sich Leitwölfe im Bushido-Style herauszupicken, alta. Dunkel wird es aber auch bei der Musik, aber im positiven Sinne. Als eine etwas dunklere und variablere  Version von And One schafft die Band gute, moderne und clubtaugliche Musik. phaseiii_03_640Doch es wird der Band nicht gerecht, sie als bloße Kopie der Bodypopper abzutun, denn die Einflüsse sind weiter gestreut als clubbige Beats. Auch sporadische harte Gitarren tauchen auf – In diesen Momenten erinnert die Band an derzeit angesagte Bands wie Eisbrecher, ASP oder Oomph!. Auch die Verwendung dreier verschiedener Stimmen – Einer männlichen, an Steve Naghavi erinnernde, die vom ehemaligen Mastertune-Frontmann S.T.E.F.F.E.N. gestellt wird, einer weiblichen, nicht näher benannten und David Michael Williamson, der sich für alles verantwortlich zeichnet, was ich für Filmsamples gehalten hätte – trägt einen großen Teil dazu bei, dass das Album trotz seiner Länge von ca. 80 Minuten nicht langweilig wird, auch wenn zwischen den einzelnen Tracks hin und wieder qualitativ Welten liegen.

Wenn man z.B. den schlecht gewählten Opener „Friendly Damage“, der sich einfach nicht im Ohr festsetzen will, mit dem vierten Song „So Say We All“, der durch gute, tanzbare Basslinien und eine gute Stimme auffällt, vergleicht, liegen dazwischen qualitative Welten. Auch der EBM-lastige Track „B.A.C.K.“, eine Neuvertonung eines Songs von S.T.E.F.F.E.N.s ehemaliger Band Mastertune besticht, wie „So Say We All“, durch eine außerordentliche Tanzbarkeit, die eigentlich alle Songs der Band auszeichnet. Generell gefällt mir die Band am besten, wenn sie es etwas härter angehen lässt. „Willkyr“, das extrem an Eisbrecher erinnert, weiß zu gefallen. Die „Im Gleichschritt – Marsch!“-Shouts zu militaristischen Melodien hauen rein. Aus einem etwas anderen Grund auch der Titelsong „Es wird Dunkel“, ein Electro-Pop-Stück, das weniger musikalisch als durch den Text zu überzeugen weiss. Dieser besteht nämlich nur aus Band- und Songnamen von Bands, die Phase III beeinflussten. Die Coverversionen von New Orders „True Faith“ und Visages „Fade to Grey“ sind ganz gut ausgefallen.

Fenriz
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Fazit: Eine Stunde Hits – Nur wenige andere Bands können so etwas vorweisen. Phase III scheinen dies geradezu mühelos zu schaffen. Die Variabilität der Band spielt dabei eine wichtige Rolle – Hier scheint jemand, der wirklich Ahnung und Erfahrung von und mit elektronischer Musik zu haben scheint, genau das gemacht, was er hören will. Der Enthusiasmus, mit dem so etwas entsteht, ist jederzeit zu hören. Mit Herzblut entstandene Musik ist schließlich immer noch am besten. Ein definitives Highlight herauszuheben, ist schwer – Derzeit ist es „Willkyr“, gestern war es aber noch „B.A.C.K.“. Langzeitspaß ist also garantiert, und die DJs sollten das Album ebenfalls fressen, sodass ein häufiges Wiederhören fast schon sicher ist. Ein Kandidat für den neuen Newcomer des Jahres, auch wenn die Mitglieder nicht alle neu im Geschäft sind.

Tracklist:

  1. Friendly Damage
  2. Trauermarsch
  3. Im Nebel
  4. So Say We All
  5. B.A.C.K.
  6. Monkey Business
  7. Open Your Eyes
  8. Willkyr
  9. Es wird dunkel
  10. Taktlos
  11. True Faith
  12. Die Liebe ist
  13. Handschrift
  14. Die Neue Zeit
  15. Fade to Grey
  16. Im Nebel RMX
8/10
8 / 10

Highlights:

– Willkyr
– True Faith
– Fade to Grey
– B.A.C.K.
– Es wird Dunkel

Veröffentlichungsdatum: 17.04.2009

Homepage: www.phaseiii.de

Myspace:  www.myspace.com/phaseiiigermany

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