Resomus - Meine Welt

Resomus – Meine Welt (Review und Kritik)

Resomus - Meine Welt

Mucke machen im Team kommt besser als ewig auf Solopfaden zu wandeln, zu dieser Erkenntnis kam letztendlich auch Resomus Bandgründer, Gitarrist und Sänger Danny Reeves, der nach seinem Ausstieg im Dezember 2008 bei The Mist, im Folgejahr erst einmal mit diesem Soloprojekt alles in die eigene Hand nahm. Mittlerweile darf man sich Band nennen und mit Joshua (Gitarre), Alex (Bass) und Daniel (Schlagzeug) runden nun weitere Freunde der gitarrenlastigen Musik, das Gesamtbild der rheinland-pfälzischen Formation ab.

Das Debüt Album „Meine Welt“, welches mir nun vorliegt, wurde von Allrounder Danny aber noch im Alleingang eingespielt und arrangiert, beinhaltet 9 Songs plus Bonustrack und die Tracklist lässt beim ersten überfliegen schon ein autobiografisches Konzept Ehrahnen. Thematisch schneidet Danny dabei nicht nur eigene, selbst durchlebte Dinge an, sondern bedient sich auch sozialkritischer Probleme der Gesellschaft wie z. B. tödliche Unfälle in dem Song „Baustellenmassaker“ oder Suchtverhalten in „Selbstmord auf Raten“. Möchte man nun noch den musikalischen Stil der Band Katalogisieren, damit man sich eventuell einen Aufkleber für die eigene Genreschublade basteln kann, so würde deutschsprachiger Rock gut passen.

Wer nun aber ein innovatives und durchweg eingängiges Rockalbum erwartet, dürfte sehr enttäuscht werden, denn der recht minimalistische und roh belassene Gitarren-Rock, der hier aus den heimischen Boxen flattert, weißt längst keine Hochglanzproduktion auf und auch gesanglich wird man jetzt nicht gleich vom Hocker gerissen. Vom Gesamtkonzept her werde ich unweigerlich an die Anfangstage der Sportfreunde Stiller erinnert, die sich dann aber letztendlich, gerade wegen den Ecken und Kanten, von der breiten Masse absetzen konnte. Bleibt abzuwarten wie sich diese, noch hörbaren Interferenzen, so auf die Allgemeinheit auswirken aber man sollte nachsichtig sein, handelt es sich immer noch um ein Debüt Album und jeder Anfang ist schwer. Auch wenn es den Songs an der nötigen Griffigkeit mangelt und die Spielzeit des Albums gerade mal an der 32 Minuten Marke kratzt, so sorgt der Bonustrack „Guten Tag Frau Merkel“ für ein hämisches Grinsen im Gesicht. Lädt Sänger Danny, wenn auch nur lyrisch, in diesem Song die Bundeskanzlerin zu einem Stück Kuchen ein, um mit ihr über die schlechten Straßen in Deutschland zu debattieren.

Seelenfänger

Fazit: Geeignet für Freunde der klassischer Rockmusik die leichte Unebenheiten im Soundkonstrukt verzeihen können. Hier bedarf es noch einer Reifephase, auch wenn die spielerische Leistung schon jetzt, nahezu im grünen Bereich liegt.

Tracklist:

01. Sein (Rock Version)
02. Einer von euch
03. Hand aufs Herz
04. Baustellenmassaker
05. Selbstmord auf Raten
06. Der Alphamann
07. Das Labyrinth
08. Meine Welt
09. Zeitzeuge
10. Guten Tag Frau Merkel (Bonustrack)

5,5/10

Veröffentlicht:

30.04.2010

Anspieltipps:

Meine Welt, Das Labyrinth, Guten Tag Frau Merkel (Bonustrack)

Website:

www.myspace.com/resomus

About Seelenfaenger

Bin 33 Jahre alt,verheiratet und komme aus Bochum.Ich bin ein Musikbegeisterter Mensch und gehe gerne auf Konzerte,eine meiner weiteren Leidenschaften sind gute Fime und das Hobbymäßige arbeiten mit Photoshop.

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  • Dirk

    Hey Seelenfänger,

    cooles Review, du bringst es ziemlich auf den Punkt.
    Natürlich ist Musik immer eine Frage des Geschmackes und ich bilde mir meine Meinung nicht aufgrund einer Meinung eines Reviews,sondern nach meinem Geschmack und Empfinden,aber dennoch bist du kritisch aber fair.
    Nicht wie andere, die nur draufkloppen und alles niedermachen mit ihren Reviews.
    Ich selbst mag die Musik total,es ist gerade das Rohe was mir gefällt und die Offenheit in den Texten von Resomus. Natürlich ist es nicht die fetteste Produktion,aber dennoch für ein Debut sehr cool und vor allem das Artwork ist klasse!
    Nach der von dir genannten Reifephase denke ich wird die Sache runder.Bin gespannt!
    macht so weiter Resomus,geht euren Weg und beschenkt uns jetzt ,da ihr ne Band geworden seid mit einem Album dass auch den Letzten den Mund stopft 😉
    Grüße, Dirk