Rezension: Candlemass – Death Thy Lover

Auf die Frage nach der besten Doom-Metal Band, bekommt man in aller Regel Black Sabbath, Candlemass oder Saint   Vitus zur Antwort. Auch wenn die erstgenannten  sich zweifelsohne als Pioniere des leidenschaftlichsten Metal-Genre verdient gemacht haben, steht ebenso außer Frage, dass Candlemass den Doom-Metal als eigenständige Spielart definiert haben. Nun feiern die Schweden ihren dreißigsten Geburtstag und haben zu diesem Anlass die EP „Death Thy Lover“ via Napalm Records veröffentlicht.


Candlemass_Band
Dreißigjähriges Bestehen und zahlreiche Klassiker-Alben, die den Doom-Metal maßgeblich geprägt haben, daneben auch etliche Besetzungswechsel und so mancher Absturz, Candlemass haben seit ihrer Gründung schon einiges erlebt – das steht außer Frage. Nun erscheint pünktlich zum Doppeljubiläum (auch das Über-Album „Epicus Doomicus Metallicus“ hat drei Jahrzehnte auf dem Buckel) das erste Studio-Release seit der 2012er Abschieds-Platte „Psalms For The Dead“. Für dieses neue Lebenszeichen wurde Sänger Mats Levén verpflichtet, der fortan zum festen Stamm der Band gehört. Levén ist allerdings keine unbeschriebenes Blatt, mit Leif Edling befreundet hat er schon in dessen diversen Nebenprojekten mitgewirkt.  Die Band hatte sich vom bisherigen Shouter Robert Lowe (Solitude Aeturnus) getrennt, dementsprechend groß war die Spannung auf das vorliegende Release. Der Opener „Death Thy Lover“ überrascht und irritiert zugleich durch ungewöhnlich  flottes Tempo  und lässt die Nackenhaare steil stehen – bringen Candlemass jetzt nur noch „gewöhnlichen“ Metal? Aber dann Hauen die alten Recken in den folgenden Tracks ein Toni Iommi-Gedächtnis-Riff nach dem anderen raus und der Schreck ist verflogen. Hier passt eigentlich alles zusammen mächtige Riffs prallen auf eingängige Hooklines und Lévins Organ passt dazu wie die Faust aufs Auge.

Fazit:
Candlemass liefern mit Ihrer EP „Death Thy Lover“ den Beweis dafür, dass sie es immer noch drauf haben. Auch wenn die Magie von einst mit Sänger Messiah Marcolin fehlt handelt es sich doch um ein sehr versiert gespieltes und exzellent produziertes Stück Doom-Metal. Die Qualität der Songs steht außer Frage und ein komplettes Album auf diesem Niveau dürfte jeden Fan der Band und ihres Genres in Verzückung versetzen.

Trackliste:
1. Death Thy Lover
2. Sleeping Giant
3. Sinister N Sweet
4. The Goose

About Martin Sadat

Bin ein musikverrückter Mittvierziger, der es nie zum Musikerdasein gebracht hat und deshalb seine Leidenschaft mit Schreiben über die schönste Sache der Welt auslebt, auch Radiomoderation und ein eigener Sender gehören zu meinen künstlerischen Ambitionen. Musik hat die besonders schöne Eigenschaft, dass sie nicht nur Emotionen transportiert, sondern auch für ein Leben lang wach hält, wer kennt nicht die besonderen Momente im Leben, an die man sich beim Hören bestimmter Stücke erinnert. Deshalb bin ich der Auffassung, dass der eigene Musikgeschmack nie breit genug sein kann, denn die Qualität zählt und nicht das Genre. So hat John Coltrane ebenso seinen Platz in meinem Leben wie die Beatles und Black Sabbath. Sonst halt ich's einfach mit Neil Young: Keep On Rockin' In The Free World.

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