Rezension: Lindemann – Skills In Pills

If you want to die
Or if you want to chill
Even if you want to get high
What ever happens – take a pill
The first I take against depression
The second is pure energy
the green one for my self-agression
Than the red one
Ecstasy

Skills In Pills

Das wohl heiß ersehnteste Album des Jahres ist Lindemann mit Skills In Pills. Seit Monaten  kommen immer wieder nur kurze Informationen über das Projekt von Till Lindemann und Peter Tägtgren. Mal ein Bild, mal ein Snippet. Nun steht der Release des Albums vor der Tür und was ihr Erwarten dürfen lest ihr hier:

10998005_903351229727262_4652497568521545047_nDie Produktion des Albums Mutter legte den Grundstein für die Freundschaft zwischen Till Lindemann und Peter Tägtgren. Damals musste Peter einen Streit zwischen den Rammstein Jungs und einem Ex-Freund einer ihrer Begleiterinnen schlichten. Dass daraus eine langjährige Freundschaft wird, damit haben sie wohl damals nicht gerechnet.
Heute, 14 Jahre später, am 19.06.2015, veröffentlichen die beiden Skills in Pills unter dem simplen Namen Lindemann. Nördlich von Stockholm haben Till und Peter jede Menge Material aufgenommen. Die idyllische Landschaft und die Ruhe dort hat beiden jede Menge Inspiration gegeben.
Till:

„Die Produktion hatte einen gewissen Urlaubscharakter. Peters Studio ist direkt an einem See gelegen. Ich konnte vom Fenster aus meine Angel auswerfen, und während wir gearbeitet haben, hat immer mal wieder was angebissen“

Was ist der Sinn des Albumtitels Skills in Pills?

„Das geht auf jemanden zurück, den ich nach einer Party flüchtig kennen gelernt hatte. Dieser Typ war radikal gegen illegale Drogen, nahm aber den ganzen Tag über irgendwelche Pillen gegen und für alles“

Doch was erwartet uns nun?
Ein Till Lindemann, der mit seiner massiven, eindrucksvollen Stimme den Songs den richtigen Touch gibt und auch emotional den passenden Ton trifft, der mit seinem etwas eigenen Dialekt das erste Mal ein ganzes Album in Englisch singt. Stolz und majestätisch schafft es Till durch eine Symbiose seiner Stimme und der Melodie eines Liedes Ehrfurcht zu erwecken. Teilweise bekommt man auch einfach Gänsehaut.

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Ein Peter Tägtgren der sich musikalisch richtig verausgabt hat. Der mit seinem beeindruckenden, musikalischem Know-How weiß, wie er der Note den richtigen Klang verleiht. Ein Multi-Instrumentalist, der durch kleine Tricks und Kniffe, das Non-Plus-Ultra aus der Musik herausholt.
Das Ganze mit der typischen Härte der beiden und dazu noch gemixt mit Streicher – und Orchesterparts von Clemens Wijers, der ihnen einen besonderen gehaltvollen Ausdruck verliehen hat.
Ich gehe bewusst nicht auf jeden Song einzeln ein, denn das würde die Tracks einfach nur zerreden. Jeder Titel hat seinen eigenen Charme. Teils eher weich mit emotionalem Gesang, teils mit majestätischem Stolz und einer guten Portion Arroganz, dann wiederum „Ready for all Headbangers“. Eine Prise Neue deutsche Härte, für die Till Lindemann Vorreiter ist, darf natürlich auch nicht fehlen.

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Fazit: Das Album ist für mich ein Gesamtkunstwerk. Es enthält viele Botschaften, man sollte sich die Texte genau anhören. Musikalisch haben die beiden eine Top Leistung hingelegt, die Skills in Pills sicherlich zu einem der besten Alben des Jahres machen wird, wenn nicht sogar des Jahrzehnts. Textlich gehen sie entlang vieler Grenzen und überschreiten sie auch teilweise: Ladyboy ist ihr erster gemeinsam aufgenommener Song und handelt von der She-Male Szene in Bangkok. Golden Shower spricht dagegen von „Pinky Flower – give me, give me Golden Shower-Cunt- Let It Shower“, sicherlich auch ein Thema, welches für viele tabu ist.

Mit dem Album Skills In Pills werden sie sicherlich an viele Grenzen diverser Moral-Apostel stoßen, grade Praise Abort hat schon sehr die Gemüter erregt und die wildesten Hass-Tiraden und Diskussionen entfacht. Sie sprechen Tabuthemen an, singen vom sinnlichen Spiel mit dem Verbotenen, Verrufenen. Wer genau hinhört wird einige Wortspiele entdecken wie z.B. Moby’s Dick. Sie sprechen Phantasien an, die jeder mit sich trägt, von denen es die Gesellschaft aber erwartet, dass man darüber schweigt. Till und Peter zeigen, nichts kann so schlimm sein, dass man es nicht ansprechen kann. Musikalisch ist Skills In Pills ein Meisterwerk.

Peter Tägtgren:

„Für diese Platte kommen wir auf jeden Fall in die Hölle“

Na wenn schon in die Hölle, dann aber dort bitte auf Platz EINS!!

Tracklist:
01. Skills In Pills
02. Ladyboy
03. Fat
04. Fish On
05. Children Of The Sun
06. Home Sweet Home
07. Cowboy
08. Golden Shower
09. Yukon
10. Praise Abort
11. That’s My Heart (Bonus)

 

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About >puregatory<

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