Rezension: MINDEAD – Controlling the Tides

AM 27.2.2015 wird mit “Controlling the Tides” das zweite Album der Ludwigsburger Band MINDEAD erscheinen. Euch erwarten 12 Songs voller Höhen und Tiefen.

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Den Anfang setzt „Orbital“ – ein eher ruhiges atmosphärisches Intro, dass mit sanften Drums, gefühlvollen Vocals, dezenten Samples und ausklingenden Rhythmus-Riffs eine fesselnde Atmosphäre generiert. Als die Spannung ein hohes Maß erreicht, bricht der Klang um und der zweite Song mit Namen „Controlling the Tides“ startet. Wütende Shouts gehen unter betonten Drums und markanten Lead-Riffs direkt in melodische Clean-Vocals über. Treibende Double-Bass-Parts erschaffen aus dem Nichts eine Dynamik, die von dunklen Growls und satten Riffs aufgenommen wird. In bewusst gesetzten Pausen wird den Melodien Zeit zur Wirkung gelassen, bevor das musikalische Thema erneut aufgegriffen und zu Ende geführt wird. Ein insgesamt gelungener Opener, der definitiv Lust auf mehr macht.

Weiter geht es mit „Sentiment“. Der Song beginnt mit brachialen Rhythmus-Riffs, die unter betonten Burst-Drums und eindringlichen Lead-Elementen eine gewisse musikalische Härte vorgeben. Die kraftvolle Mischung aus Shouts und Growls wird im Verlauf durch Samples unterstützt und wirkt vielseitig.

Der vierte Track auf dem Album heißt „Sore“ und beginnt ungewohnt ruhig. Hallende Einzeltöne schaffen zusammen mit Effekt-verzerrten Samples eine Basis, die von den einsetzenden Metal-Elementen übernommen wird. Der Gesang ist teilweise mehrstimmig und wirkt facettenreich. Stellen in denen nur Bass und Schlagzeug zu hören sind nehmen etwas an Schnelligkeit aus dem Song und schaffen eine ganz eigene Tiefe aus der MINDEAD durch brachiale Metal-Parts emporsteigen. Eine gelungene Mischung aus gefühlsbetonten und harten Passagen, die in der Art sicherlich auch im Radio laufen könnte.

„Sleeping in Carbonite“ ist der fünfte Song. Dezent-gesetzte Drums, sanft angespielte Gitarren-Töne und gehauchte Vocals steigern sich innerhalb kürzester Zeit zu wutpeitschenden Shouts, satten Riffs und markanten Lead-Melodien. Das Wechselspiel zieht sich bis zum Ende hin durch, wobei die Einsätze und Klänge leicht variieren. Das Outro besteht aus einem Sample in Form eines Telefon-Mitschnitts, welches die Wirkung des Songs noch vertieft.

Nummer sechs heißt „The letting go“ und beginnt auf brachiale weise durch derbe Gitarrenriffs, begleitet von zornigem Gesang. Der Refrain durchbricht das Schema durch Mehrstimmige Gesangs-Parts und markant-vordergründige Lead-Passagen die den Metalcore mehr ins Spiel bringen. Das Schlagzeug setzt eher auf wenige, akzentuierte Töne. Auch hier lassen sich neben einigen Deathmetal-Riffs viele Breakdowns finden.

„Universe“ beginnt mit technischen Bursts. Die Bridges im Refrain erinnern teilweise vom Stil her an Fear Factory, wobei der restliche Song eher durch typischen Metalcore mit Death-Elementen verkörpert wird.

Mit „Unearthed“ hören wir Track Nummer acht, welcher mit hohen langgezogenen Lead-Einzeltönen und einer kurzen klar gesprochenen Passage startet, ehe es mehrstimmig und gefühlvoll weitergeht. Die musikalische Begleitung wechselt zwischen ruhigen betonten Stellen und sich langsam aufbauenden Parts mit langatmigen tiefen Riffs, hellen klaren Shouts und Becken-lastigen Drums.

Direkt danach folgt „Trains and losses“. Der Song beginnt mit ruhigen Einzeltönen und klarem Gesang. Aus der tiefgründigen Atmosphäre entwickeln sich wie schon zuvor Ausbrüche voller aufkochender Emotionen, welche durch harte langgezogene Gitarrenriffs, viele Becken-Töne und mehrstimmigen Gesang verkörpert werden.

Bei „Indifferent“ fallen direkt wieder die vielen technische Pausen und Breakdowns auf. Hohe langatmige Lead-Parts durchbrechen den ansonsten durchgängigen Metalcore. Stellenweise erinnern einige Bridges an alte Songs von Sepultura und dann überzeugen MINDEAD doch wieder ganz anders. Der Wechsel der musikalischen Emotionen wird entlang von wütende Growls vollzogen. Insgesamt ein Song der mit geballter Kraft daherkommt.

Das vorletzte Lied heißt „Standing in Line“ und wird durch melodischen gefühlsbetonten Clear-Gesang und wenige nachdenklich ausklingende, unverzerrte Gitarrentöne getragen. Das Schlagzeug hält sich sehr dezent im Hintergrund. MINDEAD zeigen ganz klar, dass sie auch anders können. Zum Schluss wird das musikalische Thema in Metal-Elemente transferiert.

Als letzten Song des Albums hören wir „Hurt“ – eine durchaus hörenswerte Coverversion von NINE INCH NAILS. Mir persönlich gefallen Original und die Cover-Version von Johnny Cash besser, wobei ich mir sicher bin, dass MINDEAD mit diesem Cover viele Hörer von sich überzeugen können.

 

Fazit:

MINDEAD sind eine Band, die insgesamt absolut vielseitig und abwechslungsreich klingt. Von ruhigen melancholischen Parts bis hin zu rasend-zornigen Passagen bringt „Controlling the Tides“ alles mit was man sich wünschen kann. Vor allem der gekonnt kontrastreiche Aufbau der Songs, der facettenreiche Gesang und die authentisch interpretierten Emotionen verdienen besondere Beachtung. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.


Tracklist:

  1. Orbital
  2. Controlling the tides
  3. Sentiment
  4. Sore
  5. Sleeping in carbonite
  6. The letting go
  7. Universe
  8. Unearthed
  9. Trains and losses
  10. Indifferent
  11. Standing in line
  12. Hurt

 

 

About Rost

Musik ist eine der schöpferischten Dinge die es gibt. Sie kann verborgene Kräfte freisetzen und ungeahnte Tiefen aufdecken. Ein und derselbe Moment kann durch die "richtige" Musik unvergleichlich werden. Musik ist der Versuch ein Gefühl in wenigen Minuten Spielzeit einzufangen. So viele unterschiedliche Facetten es von menschlichen Emotionen gibt, so unterschiedlich kann auch die Musik sein. Und so erschlossen auch schon das Feld der Interpretationen von musikalischen Themen scheint, so überraschter ist man doch, wenn hier und da neue Werke entstehen, die noch tiefer unter die Haut gehen als jemals für möglich gehalten. Lasst uns schwache Momente haben in Sphären voller Traurigkeit, lasst uns von Zerstörung träumen in Zeiten der Wut und lasst uns mit einem Lächeln die Augen schließen wenn der Klang der Melodien die Hoffnung nährt. Musik ist lebendig. Also lasst uns gemeinsam die richtige Musik suchen für den richtigen Augenblick.

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