Rezension: SATHANAS – Worship the Devil

SATHANAS sind eine Band aus den Staaten, die mittlerweile seit mehr als 25 Jahren im Bereich Black-/Deathmetal anzutreffen sind. Im Februar diesen Jahres haben sie mit „Worship the Devil“ ihr nunmehr neuntes Album in voller Länge veröffentlicht.

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Das Album beginnt mit „Written in Blood“. Der Wind rauscht, Äste Knarzen und Blätter rascheln in den Baumkronen, als der unausweichliche Hall einer Glocke in die geschaffene Atmosphäre eintritt. Wenige Effekt-behaftete Einzeltöne ergänzen sich zu einer hastigen kleinen Melodie, auf deren Höhepunkten das sanfte Schluchzen eines Kleinkindes zu vernehmen ist, ehe durch verzerrte, betont-ausklingende Riffs ein Übergang zum Metal geschaffen wird.

Mit dezent eingesetzten Double-Bass-Drums, die immer wieder durch kleine Blasts ergänzt werden und kurzen thrashigen Riffs wird eine Basis geschaffen, auf der die kratzig-kehligen Verse aus der Unterwelt giftig durch den Raum hallen. Der Hauptpart wirkt wuchtig und träge, kann aber mit satten Gitarren aufwarten. Solo-Lead-Parts und betonte Rhythmus-Parts schaffen ein wenig Abwechslung, können den aber eher abschätzbaren Verlauf nicht verbessern. Insgesamt reißt der Song nicht vom Hocker, auch wenn er einige durchaus hörenswerte Stellen aufweist. Für meinen Geschmack fehlt noch etwas mehr treibende Dynamik und Härte im Zusammenspiel von Gitarren und Schlagzeug.

Direkt im Anschluss folgt „Satan‘s Cross“. Durch dumpfe treibende Gitarrenriffs entsteht eine zentrale Rhythmik, die durch die hallenden Vocals vollendet wird. Das Schlagzeug bleibt bis auf den Anfang eher begleitend im Hintergrund, so dass der Fokus stark auf den Gitarren liegt. Zwar bieten thrashige Lead-Solo-Passagen durchaus ein wenig Auflockerung, aber so ganz will der Funke nicht überspringen.

Oath of Witchery“ beginnt thrashig. Betonte Drum- und Rhythmus-Elemente schaffen einen musikalischen Kern, zu dem die gewohnt kratzig-kehligen Verse aus dem Hintergrund ertönen. Satte bass-lastige Riffs werden durch treibende, helle Riffs zu einer dynamischen, mitreißenden Melodie ergänzt, zu welcher die monoton-hintergründigen Schlagzeugpassagen erstmals richtig zur Geltung kommen. Definitiv hörenswert!

Der vierte Track des Albums nennt sich „Marked by the Beast“ und startet direkt mit gekonnter Härte. Dumpfe, Satte Gitarrenriffs treiben den Rhythmus hastig voran, während das Schlagzeug bis auf den Double-Bass-Drum-Part zu Beginn eher mit betonten Drumbeats in der Begleitung verweilt. Auch hier wird durch thrashige Lead-Passagen ein wenig Abwechslung generiert. Der Gesang geht durch den starken Fokus auf die Gitarren etwas unter. Insgesamt erzeugen die Riffs ein gewaltiges Potential an brechender Härte, was an vielen Stellen geil rüberkommt, aber auf die ganze Spielzeit wenig mitreißende Dramatik oder Höhepunkte aufkommen lässt.

Als fünften Song hören wir „Upon the Age of Darkness“. Den Anfang bilden betont-ausklingende Bass- und Gitarrenriffs, die mit dem Einsatz des Schlagzeugs in einen treibenden verzerrten Rhythmus-Kern übergehen, auf dem die kratzig-kehligen Vocals giftig erschallen. Double-Bass-Drums ergänzen facettenreiche Riffs an den passenden Stellen, so dass eine antreibende Dynamik entsteht, auf der langgezogene Leads richtig zur Geltung kommen. Mein Favorit des Albums. Beginnt langsam, baut sich auf und entwickelt durch gekonnte Wechsel eine absolut markante dynamische Härte.

Der sechste Song trägt den Namen „In Death’s Name We Pray“ und beginnt mit voller Stärke. Präsente Double-Bass-Drums, satte Riffs und markante Melodien schaffen eine intensive Hinhör-Atmosphäre, die dann während der aufkommenden Verse leider total abflaut. Durch Rhythmus-Wechsel und den Einsatz von Lead-Parts wird dem eher Deathmetal-lastigen Aufbau des Songs etwas mehr Tiefe verliehen.

Der vorletzte Track trägt den Namen „Blessings of Doom“ und ist bis auf den etwas mehr zur Geltung kommenden Gesang dem bisherigen Stil des Albums treu. Deathmetal-Rhythmen bilden mit Blackmetal-Gesang und –Melodien die musikalische Basis für thrashige Passagen mit Lead-Parts.

Als achten und letzten Song hören wir „Black Paths of Devilry“. Das insgesamt thrashige Konzept bietet wenig Neues. Der musikalische Fokus liegt stark auf den Gitarren, die Drums bleiben eher zurückhaltend und Lead-Solos schaffen ein wenig Kontrast zu kurzen dumpfen Rhythmus-Riffs.

 

Fazit:

Mit „Worship the Devil“ haben SATHANAS ein musikalisches Werk geschaffen, was treibende Deathmetal-Rhythmen und –Wechsel, intensive Thrash-Melodien und Blackmetal-Elemente miteinander verbindet. Leider schaffen es nur wenige Songs eine mitreißende Dynamik zu generieren und damit dramatische Höhen und Tiefen einzubinden. Bei Songs wie „Oath of Witchery“ und „Upon the Age of Darkness“ scheint das Konzept hingegen aufgegangen zu sein. Wird nicht jedermanns Geschmack sein, reinhören lohnt sich aber!

 

Tracklist:

  1. Written in Blood
  2. Satan’s Cross
  3. Oath of Witchery
  4. Marked by the Beast
  5. Upon the Age of Darkness
  6. In Death’s Name We Pray
  7. Blessings of Doom
  8. Black Paths of Devilry

About Rost

Musik ist eine der schöpferischten Dinge die es gibt. Sie kann verborgene Kräfte freisetzen und ungeahnte Tiefen aufdecken. Ein und derselbe Moment kann durch die "richtige" Musik unvergleichlich werden. Musik ist der Versuch ein Gefühl in wenigen Minuten Spielzeit einzufangen. So viele unterschiedliche Facetten es von menschlichen Emotionen gibt, so unterschiedlich kann auch die Musik sein. Und so erschlossen auch schon das Feld der Interpretationen von musikalischen Themen scheint, so überraschter ist man doch, wenn hier und da neue Werke entstehen, die noch tiefer unter die Haut gehen als jemals für möglich gehalten. Lasst uns schwache Momente haben in Sphären voller Traurigkeit, lasst uns von Zerstörung träumen in Zeiten der Wut und lasst uns mit einem Lächeln die Augen schließen wenn der Klang der Melodien die Hoffnung nährt. Musik ist lebendig. Also lasst uns gemeinsam die richtige Musik suchen für den richtigen Augenblick.

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