Rezension: The Mission – Another Fall From Grace

 

Es wäre unmöglich gewesen vorherzusagen, dass der Ausstieg bei Sisters Of Mercy für Wayne Hussey und Craig Adams zur Bildung einer der einflussreichsten Bands des Gothic Rock der vergangenen  Jahrzehnte führen würde. Seit ihrem 1986 Debütalbum God’s Own Medicine Leeds Overlords waren The Mission auf einer „Mission“, um ihre eigene Inszenierung und Umsetzung von Gothic Rock zu den begeisterten Fans zu bringen.

 

Ziel des neuen Album war es, die fehlende Verbindung zwischen  Sisters of Mercy’s:  First And Last und Always und dem Mission Debütalbum God’s Own Medicine zu schaffen. Der Titeltrack „Another Fall From Grace“ zeigt uns ,wo die Reise hin geht. Es geht zurück zu den Anfängen des Gothic Rock. Die herrlich melodramatische „Met-Amor-Phosis“ ist ein schönes Beispiel dafür, wie die 12 Saiten-Gitarre dezent eingesetzt wird und doch den Rhythmus des Songs trägt. Wesentliche Einflüsse durch den Tod von David Bowie sind mit ins Album eingeflossen. Die Produktionsaufgaben wurden wieder durch Tim Palmer bewältigt und es ist eine willkommene Rückkehr für den mehrfach talentierten Produzenten und Mixer und seine Fähigkeiten, da der klassische  „The Mission“ Klang aus den 1980er Jahren wieder erzeugt werden sollte .

„Blood On The Road“ ist eine typische Mid-Tempo-Nummer mit emotionsgetriebenen Chor . Es sind zum einen hochkarätige Gastsänger, die von Wayne Hussey gebeten wurden, am Album teilzunehmen. Szenengrößen wie Ville Valo, Gary Numan, Martin Gore von Depeche Mode gaben sich die Klinke in die Hand, um hier nur einige zu nennen. Alle Gäste haben ihre eigene Note zu einem Album hinzugefügt, das keinen extra Glanz braucht. „Tyranny of Secret“ hat eine Energie und Lebendigkeit und zusammen besonders das Stück „Bullets and Bayonets“ hat eine eindringliche Qualität, die in vielen der vorherigen Tracks der Band zu finden sind, aber die Tracks ziehen den Hörer in ihren eigenen Bann, und man hat den Eindruck im Geschehen direkt dabei zu sein.

Wayne Hussey ist in besserer Form als er es jemals vorher war und bezeichnet Another Fall From Grace als ein dunkles Album, obwohl er nicht mit dieser Absicht heran gegangen ist, sondern die Dinge sich so entwickeln haben. Er beschreibt die Aufnahme als etwas paranoid und verrückt. Another Fall From Grace ist eine emotionale Reise mit ihren Höhen und Tiefen. Das mehr gesprochene als gesungene „Valaam“ ist Poesie pur, bevor das Album näher mit  „Within The Deepest Darkness“  auf die  The Mission bekannten und schön gestalteten Melodien einher geht.

Fazit: The Mission beweisen mit diesem Album wieder mal, dass sich Qualität in der schnelllebigen Welt immer noch durchsetzt wo Trends kommen und gehen.

Tracklist:

01. Another Fall From Grace
02. Met – Amor – Phosis (feat. Ville Valo)
03. Within The Deepest Darkness (Fearful)
04. Blood On The Road
05. Can’t See The Ocean For The Rain
06. Tyranny Of Secrets
07. Never’s Longer Than Forever
08. Bullets & Bayonets
09. Valaam
10. Jade
11. Only You & You Alone (mit Martin Gore)
12. Phantom Pain

About Guenny Neuroth

Meine Person ist schon lange in der Szene verwurzelt und mein Fokus liegt musikalisch auf Vancouver based Bands.

Check Also

Galerie: Nick Cave & The Bad Seeds – Zenith München, 02.11.2017

Nick Cave & The Bad Seeds     Pics Helge Roewer // HR-Pictures

  • onkelrocco

    Ehrlich gesagt finde ich dass der Ausstieg der beiden eher ein Glück für das Schaffen von Eldritch war. Wegen hochtrabender Beurteilungen kaufte ich diese Mission-Scheibe voller Erwartung und musste schon enttäuscht grinsen. Jeder Song klingt praktisch wie schon mal dagewesen und arg nach Sisters, nur die ultimativ geile Stimme Eldritchs fehlt halt.

    Spiel‘ dch mal spaßhalber Titel 6 an. Wenn Du da nicht sofort an „Black Planet“ denkst dann weiß ich auch nicht….