Rezenzion: Heywire – HeyWire

Heywire ist eine Hard-Rock-Band aus Dänemark, die mit „HeyWire“ ihr Debut bei Massacre Records gibt. Das Album umfasst 10 Songs die durchaus Erinnerungen an alte Zeiten wecken.

Heywire_Cover

Den Anfang macht „Never Blink Again“. Sofort fällt hier das markant präsente Keyboard auf und macht direkt Lust auf mehr. Der Rhythmus fällt insgesamt eher gleichtönig und wenig unerwartet aus.

Der zweite Song heißt „Under the sun“ und beginnt mit sehr eigenen Klang-Effekten, die sich dann auch über die volle Länge hinziehen. Das Keyboard ist omnipräsent und bildet den treibenden Kern. Leider fehlt es hier innerhalb der Konzeption ein wenig an Ausdrucksstärke. Der Refrain ist einprägsam und gut gespielt, aber zu viele unterschiedliche Effekte, der Sampler am Anfang und die vielen kleinen eigenwilligen Solo-Parts lassen so recht kein „Wow-Gefühl“ aufkommen.

Mit „Lean on me“ startet der dritte Song. Ein angenehmer Hauch einer Frauenstimme im Zusammenspiel mit gezupfter Akustik-Gitarre bildet das Intro, dann kommt der Wechsel zur E-Gitarre, dann der Wechsel zum Bass, dann der Wechsel zur Männerstimme, dann setzt das E-Piano ein und ich denke an dieser Stelle wird klar, dass Extravaganzen zwar toll sein können, aber in großer Zahl auch viel Atmosphäre zerstören können, zumal jede Stimme ihre eigene Melodie miteinbringt. Auch hier gibt es ein ausgiebiges Keyboard-Solo, was in diesem Kontext eher unpassend wirkt.

My way out“ ist der vierte Song und wartet wiederum mit neuen Effekten auf. Das Keyboard steht im Vordergrund. Orgelsolo jagt Gitarrensolo.

Mit „Running“ kommt dann endlich etwas von dem lang ersehnten dynamischen Spiel zwischen schnell und langsam auf. Allerdings überzeugt der Refrain gesangstechnisch nicht, wodurch der eigentlich sehr durchdringenden Komposition einiges an Kraft genommen wird. Und auch hier ist wieder genug Platz für Soli. Der gewonnene Eindruck ändert sich während der nächsten 5 Lieder nicht besonders.

Viele Hard-Rock-Bands der 70er (Uriah Heep, Led Zeppelin, Deep Purple) leben von ihren musikalischen Emotionen, welche stets durch das dynamische Wechselspiel zwischen spirituellen ruhigen, treibenden schnelleren Parts und einen markanten Gesang geprägt werden. Fast alle davon brechen irgendwann aus eher langsamen Rhythmen aus, um dann ungeahnte Melodien voller Spannung und Wohlklang hervorzubringen. Jedem Instrument ist dabei genug Raum gegeben um sich aus der Stille zu entwickeln. Und genau das fehlt noch bei Heywire. Die Band hat viel Potential – viele technisch versierte Einzelkünstler, die tolle Solo-Parts hervorbringen können – nur der rhythmisch, atmosphärische Support fällt zu gering aus.

Fazit:

Das Album wartet mit vielen einprägsamen Melodien und Solos auf, nur fehlt noch ein wenig die Plattform dafür.

 

Tracklist:
1. Never Blink Again
2. Under The Sun
3. Lean On Me
4. My Way Out
5. Running
6. Could Have Told Me
7. The Lost
8. Love
9. Soul Is Gone
10. Scary

About Rost

Musik ist eine der schöpferischten Dinge die es gibt. Sie kann verborgene Kräfte freisetzen und ungeahnte Tiefen aufdecken. Ein und derselbe Moment kann durch die "richtige" Musik unvergleichlich werden. Musik ist der Versuch ein Gefühl in wenigen Minuten Spielzeit einzufangen. So viele unterschiedliche Facetten es von menschlichen Emotionen gibt, so unterschiedlich kann auch die Musik sein. Und so erschlossen auch schon das Feld der Interpretationen von musikalischen Themen scheint, so überraschter ist man doch, wenn hier und da neue Werke entstehen, die noch tiefer unter die Haut gehen als jemals für möglich gehalten. Lasst uns schwache Momente haben in Sphären voller Traurigkeit, lasst uns von Zerstörung träumen in Zeiten der Wut und lasst uns mit einem Lächeln die Augen schließen wenn der Klang der Melodien die Hoffnung nährt. Musik ist lebendig. Also lasst uns gemeinsam die richtige Musik suchen für den richtigen Augenblick.

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